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Zittau

50 Meter hoch ragt der Turm zum Himmel

Vor über 300 Jahren wurde der Grundstein für die Hainewalder Kirche gelegt.

Hainewaldes Kirche wurde von unseren Vorfahren als weithin sichtbare Landmarke gern gezeichnet.
Hainewaldes Kirche wurde von unseren Vorfahren als weithin sichtbare Landmarke gern gezeichnet. © Repro: Sammlung R. Hill

Hainewalde zu besuchen und nicht auf Spuren derer von Kanitz-Kyaw zu treffen, ist eigentlich unmöglich. Das betrifft nicht nur die gleichnamige Familiengruft und das Neue Schloss, sondern auch die evangelisch-lutherische Kirche.

Für Hainewalde, als Kirchdorf bereits im 14. Jahrhundert erwähnt, soll der Sage nach bereits im 13. Jahrhundert eine Wallfahrtskirche am Eingang des Roschertals errichtet worden sein. Die zweite Kirche war eine Gemeindekirche aus Holz, von der nur noch ein goldener Abendmahlskelch und zwei breite Stuhlsessel erhalten sind. Die Grundsteinlegung der jetzigen Kirche erfolgte am 18. April 1705, ihre Weihe fand am 7. Oktober 1711 statt. Bauherren und Stifter waren der kursächsische Obrist Otto Ludwig von Kanitz und seine Gattin Victoria Tugendreich von Kanitz. Als Baumeister gilt Jonas Kirchstein aus Bautzen. Den Kirchturm deckte Klempner Friedrich Bräuer aus Zittau, verantwortlicher Steinmetz war Meister Johann David Bräuer aus dem böhmischen Gabel. Die Baukosten betrugen über 11.064 Taler.

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Den größten Teil, nämlich 7.043 Taler, übernahm der damalige Besitzer des Ritterguts, eben jener Obrist von Kanitz. Er ließ übrigens später auch die Kirchen in Niederoderwitz und Spitzkunnersdorf nach Hainewalder Vorbild errichten. Durch den Einfall der Schweden in Sachsen, musste der Hainewalder Bau unterbrochen werden. Schließlich fand die feierliche Weihe am 7. Oktober 1711 statt. Das Äußere der Kirche ist schlicht gehalten. Das Erscheinungsbild wird dominiert, folgt man historischen Beschreibungen, von den großen Flächen des Satteldachs und der Wände.

Der Kirchturm hat einen quadratischen Grundriss, der zu einem Achteck auswächst und schwungvoll in eine barocke Haube übergeht. Diese wird von zwei Laternen gekrönt. Die Turmspitze ist mit Sonne, Mond und Stern geschmückt, die eine Wetterfahne bilden. Mit 50,5 Metern zählt der Turm noch heute zu den höchsten Dorfkirchtürmen der Oberlausitz. Im Inneren wird das Kreuzgewölbe der einschiffigen Halle von Strebepfeilern getragen, zwischen denen zwei hölzerne Emporen verlaufen. Hinter dem Altar befindet sich die Sakristei. Im Osten schließen die Mauern der Kirche mit fünf Seiten eines Zwölfecks ab.

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Insgesamt bietet das Schiff eine Grundfläche von etwa 20 mal zwölf Metern. Auf der Nordseite des Kirchenschiffs befindet sich die Herrschaftsloge derer von Kanitz-Kyaw mit eigenem Aufgang – ihr gegenüber ist die Kanzel angebracht. Auf einer großen Empore gegenüber dem Altar hat die Orgel ihren Platz.

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