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50 neue Pkw-Stellplätze am Bahnhof

Die Stellflächen sind vor allem für Bahnreisende gedacht. Sie können aber auch von anderen genutzt werden.

Von Ingolf Reinsch

Ein beliebiger Tag in der Woche früh kurz nach um acht: Die rund 100 Pkw-Stellflächen am Bischofswerdaer Bahnhof sind alle belegt. Einige Autos stehen auf einer gepflasterten Fläche am Rand, wo eigentlich nicht geparkt werden darf. Doch die Parkplatznot macht erfinderisch.

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Carolin Schmidt aus Geißmannsdorf hat gut lachen: Sie hat am Bischofswerdaer Bahnhof einen Parkplatz gefunden. Das ist nicht selbstverständlich. „Vor allem früh ist es kritisch“, sagt Carolin Schmidt.  Foto: Regina Berger
Carolin Schmidt aus Geißmannsdorf hat gut lachen: Sie hat am Bischofswerdaer Bahnhof einen Parkplatz gefunden. Das ist nicht selbstverständlich. „Vor allem früh ist es kritisch“, sagt Carolin Schmidt. Foto: Regina Berger

Ab Sommer wird sich die Situation entspannen. Auf der brachliegenden Fläche gegenüber dem Bahnhofsgebäude, wo sich einst die Gaststätte Gundlach befand, entsteht ein weiterer Parkplatz mit 50 Pkw-Stellflächen. Baustart werde im Mai, Übergabe im Juli sein, sagt Bischofswerdas Bauamtsleiterin Erika Lehmann. Ausgewiesen als Park-and-ride-Anlage, ist der neue Parkplatz vor allem für jene gedacht, die ihr Auto am Bahnhof stehenlassen und mit Bahn oder Bus weiterfahren. Grundsätzlich darf am Bahnhof aber jeder parken. Aufgrund der Nähe zur Innenstadt könnte sich der neue Parkplatz deshalb auch für Leute anbieten, die dort zu tun haben. So wie die am Bahnhof bereits vorhandenen Parkplätze sollen Kraftfahrer auch den neuen ohne Zeitbegrenzung und kostenfrei nutzen können.

Pendler wie Carolin Schmidt aus Geißmannsdorf finden es super, dass es am Bahnhof bald 50 weitere Stellflächen gibt. „Die müssen sein“, sagt die junge Frau, die täglich mit dem Zug nach Dresden fährt. „Nur in den Schulferien findet man ohne Probleme einen Parkplatz am Bahnhof. Ansonsten ist es schwer.“

Die vom Bischofswerdaer Planungsbüro Spiller erarbeiteten Baupläne sehen eine Zufahrt von der Hohen Straße und daneben einen Weg für Leute vor, die den Parkplatz zu Fuß verlassen oder betreten. Zwischen den Stellflächen bleibt im vorderen Bereich noch Platz für etwas Grün. Mit dem Bau beauftragt wurde das Putzkauer Unternehmen Bistra Bau. Baukosten: rund 138 000 Euro. Fünf Prozent dieser Summe – rund 7 000 Euro – muss die Stadt selbst tragen. 75 Prozent der Baukosten fördert der Freistaat, 20 Prozent der Verkehrsverbund Zvon.

„Der Bischofswerdaer Bahnhof erfreut sich bei Reisenden wachsender Beliebtheit. Das ist dem aus unserer Sicht attraktiven Zugangebot vor allem in Richtung Dresden, aber auch nach Görlitz und Zittau zuzuschreiben“, sagt Christoph Mehnert, stellvertretender Zvon-Geschäftsführer. An Schultagen steigen auf dem Bischofswerdaer Bahnhof und dem benachbarten Busbahnhof mehr als 2 000 Menschen täglich ein, aus oder um. Verkehrsplaner wie Christoph Mehnert sprechen deshalb von einer „Schnittstelle“, wenn sie vom Bischofswerdaer Bahnhof reden. Heißt: Hier steigen viele Reisende zwischen Bahn, Bus und Auto um. Deshalb auch der neue Parkplatz.

Das Areal am Bahnhof wird dadurch weiter aufgewertet. Die Gaststätte Gundlach, einst ein beliebtes Lokal der Bischofswerdaer, hatte jahrelang leer gestanden und war verfallen. 2003 brannte die Ruine aus. Vor reichlich zwei Jahren wurden die restlichen Mauern abgerissen und die Fläche, wo jetzt der Parkplatz entsteht, im Groben planiert. Die 50 zusätzlichen Parkplätze sind bereits seit Jahren geplant. Das Vorhaben ist immer wieder verschoben worden. Erst nachdem 2012 die Brandruine abgerissen und das Grundstück vermessen war, habe die Stadt als Bauherr die Fördergelder beantragen können, hieß es im Sommer 2012 auf Anfrage im Bauamt. Pläne, das Projekt 2013 zu realisieren, scheiterten nach Angaben des Zvon an den gestiegenen Baukosten. „Wir hätten mit den anderthalbfachen bis doppelten Kosten im Vergleich zu den eigentlich geplanten Kosten rechnen müssen“, sagte Christoph Mehnert. Nun stehen die Signale auf Grün – und die Bauleute in den Startlöchern.