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500 Bäume sind erst der Anfang

Nur vier statt über 100 Leuten greifen in Roßwein für Nachhaltigkeit zum Spaten. Aber das Ergebnis zählt letztendlich.

Richard und Wolfgang Müller sowie Emilia Börno (von links) pflanzten symbolisch einen Baum.
Richard und Wolfgang Müller sowie Emilia Börno (von links) pflanzten symbolisch einen Baum. © Dietmar Thomas

Döbeln/Roßwein. Ein kleines Grüppchen hat sich am Dienstagnachmittag am Muldeufer in Niederstriegis eingefunden. Eigentlich sollten 100 Gymnasiasten 500 Bäume in die Erde bringen. Doch die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Projekt allerdings ist trotzdem umgesetzt worden und die kleine Gruppe pflanzt symbolisch einen Baum.

Mit dabei ist Emilia Börno. Die 17-jährige Lessing-Gymnasiastin hat mit Berufsschülerin Annabell Kempter die etwa zwölfköpfige Initiative „Wir für eine nachhaltiges Stadt“ ins Leben gerufen. Bemerkbar gemacht hatte diese sich Ende September mit einer Protestaktion für den Klimaschutz – wohlgemerkt nach Schulschluss. 

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Danach hat die Gruppe unter anderem Müll gesammelt oder Seife umweltschonend hergestellt. Bei dieser Art Workshop konnten auch Interessierte dabei sein, die sich mit den Klimaschutz- und den Zielen für ein ökologischeres Döbeln identifizieren können.

Das soll so bleiben, wie Emilia Börno versichert. Im Moment seien der Initiative aber die Hände gebunden. Untätig sei sie jedoch nicht. „Wir haben auf Instagram Informationen zusammengestellt“, so Börno. Für die Zeit nach Corona stellt sie weitere Workshops und Aktionen in Aussicht.

5.000 Bäume im kommenden Jahr

Für 2021 steht bereits fest, dass es 5.000 Bäume sein sollen, die bei einer Pflanzaktion in die Erde kommen. Dafür werden schon jetzt Unterstützer gesucht. Leute, die die Jungbäume spendieren und Grundstücksbesitzer, die wie in Niederstriegis Flächen für die Anpflanzungen zur Verfügung stellen.

Einer, der in diesem Jahr maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es die Pflanzaktion überhaupt geben konnte, ist der Döbelner Geschäftsmann Wolfgang Müller. Ihm war im vergangenen Jahr durch die Demo aufgefallen, dass sich junge Leute für den Klimaschutz engagieren. „Ich selbst bin nach zwei mitgemachten Fluten hier in Döbeln daran interessiert, dass der Hochwasserschutz weiter vorangetrieben wird“, erklärte Müller. 

Gymnasiastin Emilia Börno gießt die neuen Pflänzchen mit Wasser bei warmen Frühlingstemperaturen.
Gymnasiastin Emilia Börno gießt die neuen Pflänzchen mit Wasser bei warmen Frühlingstemperaturen. © Dietmar Thomas

„Ein wichtiger Schritt wird sicherlich getan, indem für 80 Millionen Euro eine Hochwasserschutzmauer in Döbeln errichtet wird. Aber der Klimawandel geht weiter, und wir müssen zusätzlich an Projekten arbeiten.“ 

Damit begründete der Immobilienbesitzer, weshalb er sich der Initiative „Wir für eine nachhaltige Stadt“ angeschlossen hat, deren Aktionen etwa er mit Spenden für den Kauf der jetzt gepflanzten Weiden und Erlen unterstützt hat.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Dass daraus ohne Corona ein Schulprojekt mit den Döbelner Lessing-Gymnasium geworden wäre, ist für Müller ein tolles Zeichen, wie sich die Jugend einbringt. Wünschen würde er sich, dass sich noch mehr Gruppen finden, die Bäume entlang der Flüsse pflanzen – sofern die Eigentümer der Flächen das gestatten. Damit könne der begonnene Schutz noch nachhaltiger sein.

In einer Gemeinschaftsaktion der Initiative "Wir für eine nachhaltige Stadt", des Lessinggymnasiums und der Döbelner Firma WM Immobilien sind am Muldeufer in Niederstriegs 500 Bäume für den Umwelt-und Hochwasserschutz in die Erde gekommen. Um darauf aufme
In einer Gemeinschaftsaktion der Initiative "Wir für eine nachhaltige Stadt", des Lessinggymnasiums und der Döbelner Firma WM Immobilien sind am Muldeufer in Niederstriegs 500 Bäume für den Umwelt-und Hochwasserschutz in die Erde gekommen. Um darauf aufme © Dietmar Thomas

Michael Höhme, Leiter des Döbelner Lessing-Gymnasiums, und der Vorstand des Gymnasium-Fördervereins hätten es gern gesehen, wenn die Pläne aufgegangen wären. Immerhin hatten sich aus der Schülerschaft fast 100 Freiwillige gemeldet, die mit Bus oder Rad nach Niederstriegis kommen wollten, um einen konkreten Beitrag für den Umwelt- und Hochwasserschutz zu leisten. Die Förderer seien Höhme zufolge sogar bereit gewesen, die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Doch gepflanzt haben nun letztlich die Mitarbeiter der Firma WM Immobilien. Dafür bedankte sich Höhme bei Wolfgang Müller genauso wie bei Emilia Börno, die bei der symbolischen Aktion am Dienstag die Initiative und das Gymnasium gleichermaßen vertreten hat.

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Was bleibt, ist für Michael Höhme das Versprechen, die Baumpflanzaktion im kommenden Frühjahr mit Schülern und vielleicht auch noch weiteren Interessierten nachzuholen. „Wir wünschen uns eine engagierte Jugend, die sich in die Gesellschaft einbringt. Hier haben wir sie. Was kann es Besseres geben?“, so Höhme.

Angebote für Pflanzflächen: [email protected]

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