merken
PLUS Riesa

500 Strohballen für ein Straßenrennen

Stundenlang packen Helfer Bäume, Schilder, Masten ein. Hoffentlich unnötig.

Alles muss verpackt sein: Zum Schutz der Motorradrennfahrer werden die Straßenränder zwischen Mautitz, Groptitz und Heideberg mit in Plastik verpackten Strohballen gesichert. Thomas Macioschek (l) und Lars Zieger gehören zu den Helfern.
Alles muss verpackt sein: Zum Schutz der Motorradrennfahrer werden die Straßenränder zwischen Mautitz, Groptitz und Heideberg mit in Plastik verpackten Strohballen gesichert. Thomas Macioschek (l) und Lars Zieger gehören zu den Helfern. © A. Weihs

Riesa. Ohne Kunststoff geht das hier nicht. Der Strohballen, den Thomas Macioschek hält, ist in einen Plastiksack eingepackt. Und dann kommt Lars Zieger und wickelt routiniert eine Schicht breiter Folie um Strohballen und Verkehrsschild. Jetzt sieht das Ganze aus wie ein dick eingewickeltes Sandwich aus der Supermarkt-Theke. „Sonst weht doch der Wind alles weg“, sagt der Helfer in der roten Warnweste. Nebenan rollen Autos Richtung Weida vorbei, ein mit Abfall beladener Lkw biegt auf das frühere Deponiegelände Groptitz ab.

Am Wochenende werden die Autos verschwunden sein – dann gehören die kurvigen Strecken zwischen Mautitz, Groptitz und Heideberg wieder historischen Motorrädern. Dann werden insgesamt 212 Teilnehmer mit historischen Motorrädern unterwegs sein. Und damit keiner bei einem Sturz gegen ein hartes Hindernis prallt, werden an diesem Donnerstag insgesamt rund 500 Strohpakete am Straßenrand verteilt und angebunden. „Bis Freitag gegen 12 Uhr muss die Strecke fertig präpariert sein“, sagt Organisator Hans-Jürgen Macioschek. Denn dann ist die erste Abnahme der Strecke dran, bevor gegen 14 Uhr die zweite Abnahme folgt.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Bis dahin haben zehn bis zwölf Helfer schon sechs Stunden Arbeit an einer Scheune in Gleina hinter sich, wo die Strohballen verladen wurden. Anschließend kommen noch einmal acht Stunden Aufbau an der Rennstrecke hinzu: Bis in 1,80 Meter Höhe sollen sich am Ende die Polsterungen auftürmen.

Da lässt sich nur hoffen, dass niemand die Strohballen wirklich braucht: Denn am Start sind seltene und teils unersetzliche Maschinen, darunter allein 17 Gespanne. Die älteste Beiwagenmaschine ist 85 Jahre alt: Die DKW mit 600 Kubikzentimetern vom Typ SS 600 wurde 1934 gebaut und ist mit einem Ladepumpen-Motor unterwegs. Noch einmal zehn Jahre mehr ist die Endmontage der ältesten Solomaschine her, die in Mautitz an den Start geht: eine französische Rovin mit dem Baujahr 1924.

Zum 14. Mal findet das Oldtimerrennen in Riesa statt, das mittlerweile scherzhaft „Isle of Mautitz“ genannt wird. Bei den Gleichmäßigkeitsläufen geht es um kleinste Zeitdifferenzen. Zugelassen sind dort Rennmotorräder und Seitenwagen bis Baujahr 1985 und Sportmotorräder bis Baujahr 1986.

Laut Macioschek senior nehmen immer mehr ausländische Fahrer teil. Aktuell seien Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, der Tschechischen Republik und ganz Deutschland angemeldet. Sind bei den früheren Auflagen des Rennens welche in den Strohballen gelandet? „Zum Glück noch nicht“, sagt Thomas Macioschek. Natürlich stürze bei einem Rennen mal jemand – aber bislang seien die Maschinen samt Fahrer immer auf freiem Feld oder auf der Strecke selbst zum Liegen gekommen. Da spricht dann auch nichts dagegen, die in Plastik verpackten Strohsäcke nächstes Jahr wieder zu nehmen. Ein Mehrweg-System, gewissermaßen.

Programm und Strecke

Sonnabend, 24. August

Bergpreis Einzelstart der Fahrer gegen 8.35 Uhr Beginn Pflichttraining Bergpreis der Klassen 1 bis 6. Etwa 10 Uhr erster Wertungslauf zum Bergpreis, gegen 11.45 Uhr zweiter Wertungslauf zum Bergpreis.

Training Rundstrecke klassenweise gegen 13.20 Uhr Pflichttraining Klassen 1 bis 6.

Sonntag, 25. August

Erster Wertungslauf Rundstrecke, klassenweise Beginn 8.30 Uhr.

Ab 8.50 Uhr etwa stündlicher Shuttlebusverkehr zwischen Fahrerlager und Weida bis gegen 16 Uhr.

11.30 Uhr Charity Drive

Ab 12.30 Uhr zweiter Wertungslauf Rundstrecke, klassenweise.

16.30 Uhr Siegerehrung klassenweise im Festzelt.

Orte und Route

Das Fahrerlager befindet sich, von der B 6 kommend, am Ortsausgang Mautitz.

Die Rundstrecke verläuft von Mautitz nach Groptitz in Richtung Weida, hinauf zum Heideberg, an der Deponie und am Autohaus Nicklisch vorbei und weiter Richtung Mautitz. Dort geht es über die Spitzkehre zurück nach Groptitz.

Mehr zum Thema Riesa