SZ +
Merken

55 Schwimmer steigen ins eiskalte Wasser

Für einen kühlen Badespaß öffnete das Lößnitzbad Radebeul am Sonnabend ausnahmsweise außerhalb der sommerlichen Schwimmsaison seine Tore. Zum 20. Mal lud die Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH Radebeul...

Teilen
Folgen

Von Nicole Laube

Für einen kühlen Badespaß öffnete das Lößnitzbad Radebeul am Sonnabend ausnahmsweise außerhalb der sommerlichen Schwimmsaison seine Tore. Zum 20. Mal lud die Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH Radebeul gemeinsam mit dem BSV Chemie, SC Poseidon und dem Kneipp-Verein Radebeul zum alljährlichen Winterschwimmen ein. Gekommen waren 55 Eisbader, die keine Angst vor den eiskalten Fluten haben.

Trotz schönsten Sonnenwetters war der See noch von einer dicken Eisschicht überzogen, die zunächst einmal „gebrochen“ werden musste. Teils kostümiert als Clowns, Pastoren und mit Perücken verkleidet oder in kuschelige Bademäntel gehüllt, säumten die Schwimmer ab 14 Uhr das Seeufer. Das sonst beim Eisbaden übliche Aufwärmjogging musste jedoch aufgrund der matschigen Wiesen rund um den See ausfallen. So setzten die Teilnehmer, die unter anderem aus Dresden, Senftenberg und Pirna angereist waren, vorher lediglich zur gemeinsamen Gymnastik an.

Kuscheln im eiskalten See

Siegfried Fuchs aus Radebeul gesellte sich mit seinem Sohn Robert am Sonnabend zum ersten Mal unter die mutigen Wassernarren. „Wir machen viel Wellness und wollen unser Fitnessprogramm auf diese Weise einmal ergänzen. Außerdem sind wir ja im Sommer auch hier“, schmunzelte er. Undine Lehmann aus Coswig ist hingegen schon seit 20 Jahren begeisterte Winterschwimmerin. Gemeinsam mit den Radebeuler Schwimmern springt sie selbst bei kalten Temperaturen jedes Wochenende ins kühle Nass. „Es härtet ab und stärkt die Abwehrkräfte“, erklärt sie. Und da das Wasser im Winter mitunter wärmer als die Luft draußen sei, könne zwischen den Eisschollen sogar Kuschelstimmung aufkommen. Gruppenweise ging es auch am Sonnabend ins Wasser. Wirklich lange hielt es bei zwei Grad Celsius jedoch keiner der Wagemutigen im See aus. Die Luft draußen war mit vier Grad nur geringfügig wärmer. Dafür konnten sich die Mutigen und ihre Angehörigen nach dem Schwimmen mit Glühwein von innen aufwärmen.

Die Winterschwimmersaison beginnt in der Regel im Herbst und endet im Frühjahr. Die Eisschwimmer sollten dabei je nach Körpergefühl maximal drei bis fünf Minuten im Wasser bleiben. Anfänger können sich zu Hause mit kalten Duschen abhärten oder „einfach einmal draußen in den Schnee legen“, empfiehlt Andreas Reins, der mit seiner Schwimmertruppe vom Universitätssportverein der TU Dresden jedes Jahr in Radebeul dabei ist. „Es ist immer schön hier und weil es zwanglos ist, auch für Anfänger gut geeignet“, findet der langjährige Sportschwimmer.