merken
PLUS Zittau

Ein Leben für den Handball

Der Ostsächsische Sportverein Zittau feiert sein 60-jähriges Jubiläum. Jürgen Kloß war schon bei dessen Gründung dabei. Seither hat ihn dieser Sport nicht losgelassen.

Ohne Jürgen Kloß gäbe es den Handball in Zittau wahrscheinlich nicht.
Ohne Jürgen Kloß gäbe es den Handball in Zittau wahrscheinlich nicht. © Rafael Sampedro

Jürgen Kloß ist seit 54 Jahren Handballer. Für ihn ist Handball ein ganz besonderer Sport, den er auf gar keinen Fall in seinem Leben missen möchte. Der Mannschaftssport sei schneller und schwieriger als Fußball, sagt er. Man spiele Mann gegen Mann – oder Frau gegen Frau – und es könne durchaus auch mal etwas ruppiger zugehen. Das gefiel dem Zittauer schon, als er den Sport kennenlernte. Damals war er Teenager und seitdem nicht nur selbst aktiv. Schon mit 17 übernahm er die Leitung der Mannschaft und war ab 1959 Leiter der Abteilung Handball in dem neu gegründeten Ostsächsischen Sportverein Zittau (OSV) und zusätzlich im Kreishandballausschuss.

Wenn der Verein am 7. September in der Zittauer Turnhalle Kantstraße sein 60. Jubiläum feiert, wird Jürgen Kloß selbstverständlich mit dabei sein und ganz sicher die eine oder andere Geschichte aus dem Vereinsleben erzählen.

Anzeige
Hofbesuch in der Gärtnerei Fritzsche
Hofbesuch in der Gärtnerei Fritzsche

"Heimische Produzenten stellen sich vor" - die Volkshochschule Dreiländereck lädt Sie ein einen Blick hinter die Kulissen der Gärtnerei Fritzsche zu werfen.

Zum Beispiel, wie im Kreis die Spielpläne für die Mannschaften in der noch computerlosen Zeit erstellt wurden. Das war damals reine und im Wortsinn Handarbeit. Die Verantwortlichen zogen sich jedes Jahr für drei Tage lang auf den Kottmar zurück und tüftelten auf riesigen Papierbögen die optimalen Zeitpläne für die Hallen aus, erinnert sich Jürgen Kloß.

Als er anfing, spielten in Zittau nur Studenten- und Armeemannschaften Handball. Das wollte er unbedingt ändern und baute den Sport in der Stadt maßgeblich mit auf. "Ohne mich gäbe es keinen Handball in Zittau", sagt er mit einigem Stolz in der Stimme. Aber ohne die Hilfe von vielen engagierten Mitstreitern hätte er das nicht geschafft, sagt er im gleichen Atemzug. So gab es zum Beispiel Sportlehrer, die sich diesem Sport verschrieben hatten und für Nachwuchs sorgten. Das sei sehr wichtig gewesen, denn so konnten immer wieder neue Talente gefunden werden. Auch Ansver Brendler, Thomas Rudolph, Thomas Scholz, Hansi Modrok und Familie Fenzl haben sich sehr engagiert, zählt er einige auf. Vor der Wende spielten 280 Leute in Zittau Handball. Sie hatten mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum Beispiel war die Halle in Eibau die beinah einzige im Kreis, die für Turniere zugelassen war. Diese aber war damals nicht beheizbar und die Spieler spielten in der Kälte. Eine Alternative wäre die Turnhalle an der Kantstraße gewesen. Doch die gehörte damals der NVA und stand auf Armeegelände. Zwar durften die Zittauer Handballer dort ab und zu spielen. Das war jedoch nicht ganz so einfach. So durfte man ohne Personalausweis dort nicht hinein. Wer den also vergessen hatte, konnte nicht mitspielen.

Vor der Wende hatte der Verein also sehr viele Spieler, deren Spiel- und Trainingsmöglichkeiten jedoch begrenzt waren. Nach 1990 kehrte sich das um. Viele Vereinsmitglieder verließen ihre Heimatstadt der Arbeit wegen und kamen nicht wieder. Für die, die blieben, verbesserten sich die Spielbedingungen erheblich, denn der Handballsport konnte nun ganz offiziell die Halle an der Kantstraße nutzen.

Jürgen Kloß ist inzwischen Chef vom OSV Zittau, der heute etwa 700 Mitglieder hat und gleichzeitig stellvertretender Chef der Abteilung Handball. "Trotz Nachwuchsproblemen haben wir immer noch Spieler in allen Altersklassen", sagt Jürgen Kloß. Interessierte Jungen und Mädchen ab dem ersten Schuljahr fänden also sofort eine Mannschaft in ihrer Altersklasse. Besonders dankbar ist Jürgen Kloß den engagierten Eltern, die die Kinder zu Turnieren fahren oder auch bei Heimspielen Würstchen, Kaffee und Kuchen für die Spieler bereithalten. Ohne dieses Engagement wäre vieles nicht möglich, sagt er.

Die Handballer können auch auf zahlreiche Erfolge verweisen. So gewannen 2018 beispielsweise die Jungen den Sachsenpokal. Verschiedene Mannschaften spielen in der Bezirksliga und die Jungen C haben aktuell den Aufstieg in die Sachsenliga geschafft.

Am 7. September feiern sie alle ihr Jubiläum. Es haben sich sehr viele Ehemalige angekündigt, von denen sich einige nochmal an ein Spiel wagen. Danach spielen Jungen gegen Mädchen in der Altersklasse D. Normalerweise spielen Jungs und Mädchen getrennt, doch Jürgen Kloß ist sicher, dass die Mädchen gute Chancen auf den Sieg haben. Danach beginnt die neue Saison mit dem ersten Punktspiel der ersten Frauenmannschaft. Interessierte Zuschauer sind herzlich eingeladen.

60. Jubiläum der Zittauer Handballer am 7. September in der Turnhalle Kantstraße Zittau.

14 Uhr Übungsspiel Ehemaliger, Spiel Jungen gegen Mädchen Spielklasse D

Punktspielstart 16 Uhr, 18 Uhr Spiel Männer, Eintritt ist frei.

Mehr lokale Nachrichten:

www.sächsische.de/zittau

Mehr zum Thema Zittau