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70 Millionen Euro Soforthilfe für Mittelsachsen

Mehr als 6.600 Unternehmen haben bei der SAB Anträge auf Darlehen und Zuschüsse gestellt. Aber auch im Kreis gab es Betrüger.

© Foto: Monika Skolimowska/dpa

Mittelsachsen. Auch Mittelsächsische Firmen nehmen die Soforthilfe-Programme der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Anspruch. Wie eine Sprecherin der Förderbank informierte, sind bislang fast 1.300 Anträge auf Soforthilfe-Darlehen sowie über 5.300 Anträge auf Soforthilfe-Zuschüsse aus dem Kreis bei dem Institut eingereicht worden. Die meisten waren mit Stand vom 15. Mai auch schon bewilligt worden. Fast 70 Millionen Euro Soforthilfe in Form von Zuschüssen und Darlehen sind von der SAB bisher an Unternehmen im Kreis ausgezahlt worden.

Wie viele Soforthilfe-Zuschüsse sind bisher ausgezahlt worden?

Mit 39,8 Millionen Euro sind die meisten Gelder in Form von Zuschüssen ausgezahlt worden. Mit diesen Geldern werden vom Bund kleine Unternehmen einschließlich der Firmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion, Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe unterstützt, die aufgrund von Liquiditätsengpässen in Folge der Corona-Pandemie 2020 in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage geraten sind. Anträge stellen können Solo-Selbstständige, Angehörige der freien Berufe, die die Tätigkeit im Haupterwerb ausüben, sowie kleine Unternehmen mit bis zu zehn Vollzeitbeschäftigten mit Sitz oder Betriebsstätten in Sachsen.

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Wer hat das Soforthilfe-Darlehen in Anspruch genommen?

Fast 29 Millionen Euro sind in Form von Darlehen „Sachsen hilft sofort“ ausgezahlt worden. Beantragt werden kann diese Form der Unterstützung von hauptberuflich tätigen Selbstständigen sowie Angehörigen der Freien Berufe, die in Sachsen steuerlich veranlagt werden, sowie gewerbliche Unternehmen mit Betriebsstätten in Sachsen und bis zu 100 Mitarbeitern.

Wie lange dauert es, bis das Geld bei den Unternehmen ankommt?

Wie lange es in der Regel dauert, bis das Geld bei den Unternehmen ankommt, könne pauschal nicht gesagt werden, sagt Beate Bartsch von der SAB. Große Unterschiede gebe es zwischen Anträgen, die online gestellt werden sowie denjenigen, die in Papierform eingereicht werden. „Im Förderportal gestellte Bundes-Zuschuss-Anträge können in wenigen Tagen bewilligt werden“, sagt Bartsch. Papieranträge seien dagegen oft fehlerbehaftet und müssten manuell bearbeitet werden. „Ein ganzes Clearingteam berichtigt und vervollständigt im Kontakt mit dem Antragsteller diese Unterlagen“, berichtet Bartsch. Zeit kostet auch die Sicherstellung, dass das Geld beim richtigen Antragsteller landet.

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Ein Soforthilfe-Darlehen kann erst ausgezahlt werden, sobald der Darlehensnehmer den Darlehensvertrag und den Auszahlungsantrag unterschieben und per Post im Original an die SAB zurückgeschickt hat. Auch beim Zuschuss werde sichergestellt, dass das Geld tatsächlich auf das Konto des Zuschussnehmers überwiesen wird. „In Zweifelsfällen wird dem Zuschussnehmer ein Auszahlungsantrag übersandt, der unterschrieben an die SAB zurückzuschicken ist. Erst dann kann ausgezahlt werden“, sagt Bartsch.

Gab es auch schon Betrugsversuche in Mittelsachsen?

​Trotz aller Absicherungen sei es jedoch auch in Mittelsachsen schon zu Betrugsversuchen bezüglich der Soforthilfen gekommen, sagt Beate Bartsch. „Aktuell haben sich in Sachsen, unter anderem in Mittelsachsen, Anhaltspunkte für 63 Betrugsverdachtsmomente erhärtet.“ In 17 Fällen sei bereits Geld in Höhe von rund 170.000 Euro geflossen. Schrittweise würden die Fälle nun zur Anzeige gebracht. Betrogen wurde unter anderem in Bezug auf den Zeitpunkt sowie den Grund der finanziellen Schieflage. Zudem seien Anträge mit gestohlener Identität sowie von Briefkastenfirmen gestellt und gefälschte Ausweisdokumente vorgelegt worden.

Sind bisher von der SAB auch Anträge abgelehnt worden?

Im Bereich der Zuschüsse gab es bisher 135 Ablehnungen. Die Gründe hierfür waren vielfältig. Es gab Antragsteller, die mehr als zehn Beschäftigte hatten, Unternehmen, die bereits zum 31. Dezember 2019 in finanzieller Schieflage steckten, Antragsteller, deren selbstständige Tätigkeit nicht im Haupterwerb ausgeführt wurde, sowie Betriebe, die ihren Sitz nicht in Sachsen haben beziehungsweise hier auch keine Zweigstelle betreiben, informierte SAB-Sprecherin Beate Bartsch.

In Bezug auf die Darlehen musste die SAB 143 Anträge zurückstellen. Gründe waren auch dort die Zahl der Beschäftigten, der Unternehmenssitze außerhalb Sachsens sowie finanzielle Schwierigkeiten schon vor der Corona-Krise. Hinzu kam, dass bei einigen Antragstellern die Sachverständigenbestätigung, die für Antragsteller mit einem Jahresumsatz 2019 über 1 Millionen Euro notwendig ist, gefehlt habe, ergänzt Bartsch.

Welche Hilfen gibt es vonseiten der SAB noch?

Neben den Darlehen und Zuschüssen stehen bei der SAB noch zwei weitere Programme zur Verfügung. Vom Darlehen „Sport“ können Trägervereine von Sport- und Sportleiterschulen, Sportvereine profitieren, die im Landessportbund Sachsen organisiert sind oder Sportbetriebsabteilungen, die als juristische Personen des Privatrechts ausgegliedert sind. Vom Soforthilfe-Darlehen des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft können kleinere und mittlere Unternehmen der Landwirtschaft, der Fischerei und Aquakultur und der Forstwirtschaft profitieren. „Bei den Programmen gibt es bisher noch geringe Antragszahlen“, sagt Bartsch.

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