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7 200 Kilometer für 69 Minuten

Eine kurze Angelegenheit für eine lange Reise: Die Dresdner Volleyballerinnen verlieren in Baku wie erwartet 0:3.

Von Michaela Widder

Baku. Wenn es im Volleyball eine B-Note für Kampf und Einsatz geben würde, dann hätte der Dresdner SC gestern gute Chancen auf die Höchstpunktzahl gehabt. Der Vize-Meister gab kaum einen Ball verloren, ackerte bis zum Schluss und wehrte drei Matchbälle ab, ehe Rabita Baku mit einem erfolgreichen Block gegen Punktemacherin Rebecca Perry den Sieg sicherte. Das Team von Trainer Alexander Waibl unterlag dem Star-Ensemble aus Aserbaidschan in der Champions League wie im Hinspiel 0:3 (14:25, 15:25, 19:25). Damit hat der DSC nur noch die Chance, als bester Gruppendritter weiterzukommen. Außerdem kann der Klub noch auf die Teilnahme am CEV-Cup hoffen. „Wir haben über weite Strecken ein gutes, teilweise sehr gutes Match gespielt und hatten dennoch keine Chance. Kompliment an Baku“, sagte Waibl.

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Nach der Bundesliga-Pleite in Wiesbaden, als die Mannschaft auf die grippegeschwächte Mareen Apitz im Zuspiel so gut wie verzichten musste, hat sie nun wieder in ihren Rhythmus gefunden. Obwohl der Heim-Bonus fehlte, zeigten sich die Dresdnerinnen hochmotiviert. „Wir haben noch besser gespielt als beim Heimspiel“, fand der Trainer. Im zweiten Satz lag der DSC sogar 11:7 und 15:13 in Führung, bevor das mit Weltklasse gespickte Baku-Team routiniert zwölf Punkte in Folge abspulte. „Baku war in heimischer Halle superstabil in der Annahme, und so war es schwer, dranzubleiben“, erklärte Waibl. Besonders von den gefährlichen Aufschlägen der Puerto Ricanerin Aurea Cruz ließ sich sein Team immer wieder in Bedrängnis bringen.

„Wir wussten, dass das Rückspiel in Baku noch schwieriger sein würde als mit unseren Fans im Rücken. Wir haben phasenweise gut mitgespielt“, sagte Kapitän Stefanie Karg und ergänzte: „Jedoch fehlt uns die Konstanz, um solch ein Top-Team über ein gesamtes Spiel unter Druck zu setzen.“

Wenn man nur Aufwand und Ausbeute der gestrigen Partie gegenüberstellen würde, wäre die Bilanz ernüchternd: 69 Minuten dauerte die Begegnung, die An- und die Abreise für die 3 600 Kilometer jeweils einen Arbeitstag. Doch das internationale Geschäft gehört zu einem Spitzenteam wie dem Dresdner SC mittlerweile dazu.

Schon am Dienstag war die Mannschaft nach Baku gereist, um zwei Uhr in der Nacht zum Freitag ging der Flieger zurück nach Dresden. Die Reisestrapazen, die der Regeneration der Spielerinnen keineswegs entgegenkommen, sind dennoch enorm. Schon an diesem Sonnabend, gerade mal 50 Stunden später, sind sie wieder gefordert. Dann empfängt der DSC ab 17.30 Uhr den Tabellenvorletzten Köpenick.