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Wo einst Gondelboote fuhren, blühen jetzt Blumenbälle

Ein ungewöhnliches Hobby pflegt Familie Kuhnert. Das Rentnerpaar sammelt Päonien. Sie nennen 79 Pfingstrosenstauden ihr eigen.

Marita und Hans Kuhnert erfreuen sich täglich an der Blütenpracht in ihrem Garten.
Marita und Hans Kuhnert erfreuen sich täglich an der Blütenpracht in ihrem Garten. © Constanze Junghanß

Sie zählt zu den Klassikern im Bauerngarten: Die Pfingstrose mit ihren mindestens handtellergroßen Blüten. Gefüllt oder ungefüllt und in zahlreichen Farbtönen von zartrosa über purpurrot bis porzellanweiß ist die meterhohe Staude ein Blickfang hinter dem Gartenzaun. Das erleben auch Marita und Hans Kuhnert.

In ihrem Reichenbacher Garten blühen 79 prächtige Pfingstrosenstauden. Etwa 50 verschiedene Sorten sind das. Immer wieder bleiben Leute beim Spaziergang am Reichenbacher Wasser stehen, um das Blühwunder zu bestaunen – ein kleiner Plausch über den Gartenzaun inklusive. Das Rentnerpaar sammelt seit Jahrzehnten „Pumpelrosen“ - wie die Pflanzen im Volksmund genannt werden.

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Älteste Pflanze wächst seit 55 Jahren

„1965 übernahmen wir den Garten“, erzählt die 78-Jährige. Eine einzige Pfingstrose stand da bereits im Garten, der ursprünglich vor allem zum Anbau von Gemüse genutzt wurde. Diese eine Pflanze wächst noch heute, wenngleich sie nicht mehr ganz so üppig blüht, wie früher. „Das ist sozusagen unser Urgestein“, sagt Marita Kuhnert lachend. Pfingstrose Nummer 2 stammt aus dem Garten der Mutter der 78-Jährigen und ist damit mindestens 50 Jahre alt. Unter guten Standort- und Bodenbedingungen sollen Pfingstrosen so alt wie ein Mensch und sogar noch älter werden.

Vor allem Marita Kuhnert geht gern auf Sammeltour. Fündig wird sie auf den regionalen Märkten und in Gartencentern. Das Lieblingsstück blüht in Gelb. Eine Farbe, die bei Pfingstrosen nicht so häufig vorkommt. Die gelbe Pumpelrose tanzt etwas aus der Reihe. „Das ist eine Baumpäonie“, erklärt die Rentnerin. Die Sorte kann eine Höhe bis zu drei Metern erreichen.

Die gelbe Pfingstrose ist eine Besonderheit.
Die gelbe Pfingstrose ist eine Besonderheit. © Constanze Junghanß

Auf vielen Beeten wachsen heute bei dem ehemaligen Lehrerehepaar Blumen statt Bohnen, Zwiebeln und Co. Insekten wie der grün schillernde Rosenkäfer nehmen die Blütenbälle gern als Schlafplatz an. In ihrem Garten sind die beiden täglich. Das Bearbeiten der Beete, die Freude an den Blumen und die frische Luft halten fit. Für sie ist ihr Garten ein Glücksgriff, den sie so lange wie möglich bewirtschaften wollen. „Dabei war hier früher einmal ein Teich“, erzählt Hans Kuhnert.

Garten steht auf ehemaligem Teichgelände

Die Entstehung der Gartenanlage – teils Eigentumsland, teils der Sparte „Ewald Schwarz“ zugehörig – ist eng mit dem Bau des Reichenbacher Senders verknüpft. „In den 20er Jahren wurde der Sender gebaut“, sagt der Reichenbacher. Da, wo jetzt die Gärten sind, befand sich früher der Müllerteich.

Der 81-Jährige erzählt, dass die Leute Gondelboot fuhren und Schwäne fütterten. Die Zeiten sind längst vorbei. Alte Fotografien im Ackerbürgermuseum nahe der Gartenanlage auf der Görlitzer Straße geben davon noch heute Zeugnis. Mit dem Bau des Senders wurde der Teich Stück für Stück zugeschüttet. An dessen Stelle entstanden die Gärten, die für ihre Nutzer ein beliebtes Erholungsgebiet sind.

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