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8,50 Euro pro Stunde – und nun?

Im Landkreis profitieren ab diesem Monat bis zu 14 000 Arbeitnehmer vom Mindestlohn. Die SZ klärt wichtige Fragen.

Wer erhält seit dem 1. Januar 2015 den Mindestlohn?

Prinzipiell bekommt jeder Arbeitnehmer 8,50 Euro brutto in der Stunde gezahlt. Ausgenommen von der Regelung sind Minderjährige, Saisonarbeiter mit Kurzverträgen und Praktikanten in den ersten drei Monaten ihres Praktikums. Langzeitarbeitslose bekommen ihn erst ab dem siebten Monat in ihrem neuen Job. Rentner im Nebenerwerb haben auch Anspruch. Übergangsfristen von bis zu zwei Jahren gelten für die sechs Branchen, die schon früher Mindestlöhne ausgehandelt haben, darunter etwa das Friseurhandwerk oder die Textilindustrie. Spätestens ab dem 1. Januar 2017 muss auch in diesen Branchen der Mindestlohn gezahlt werden.

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Woher weiß ich, dass ich den Mindestlohn bekomme?

Bei einer regulären 40-Stunden-Woche und 20 Arbeitstagen im Monat sollte der Gehaltsschein mindestens 1 360 Euro brutto ausweisen. Der Verdienst sollte klar im Arbeitsvertrag geregelt sein.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich keinen Mindestlohn erhalte?

Erste Infos gibt es beim DGB für alle Anrufer unter der kostenlosen Hotline 0391 4088003. Gewerkschaftsmitglieder werden ausführlich beraten und bekommen im Klagefall einen Rechtsbeistand. Das Hauptzollamt Dresden kontrolliert, ob der Mindestlohn gezahlt wird.

Die dort angesiedelte Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) wird ab März Firmen stichprobenartig überprüfen und Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen. Dort können Betroffene ihren Arbeitgeber auch anzeigen.

Wie verhindert der Zoll, dass ich durch meine Anzeige Nachteile bekomme?

Jeder kann Hinweise auch anonym abgeben. Alle persönlichen Angaben unterliegen im Anzeigenfall dem Datenschutz. Die Fahnder des Zolls dürfen sie nicht an den Chef weitergeben.

Was passiert bei Kontrollen durch den Zoll?

Der Zoll braucht für Kontrollen keine Genehmigungen und muss sich auch nicht ankündigen. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, bei den Kontrollen mitzuwirken. Fragen die Mitarbeiter des Zolls danach, muss er sämtliche Geschäftsunterlagen wie beispielsweise Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen vorweisen.

Wird mein Arbeitgeber bestraft, wenn er mir keinen Mindestlohn zahlt?

Ja – wenn es zur Gerichtsverhandlung kommt. Denn jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, den Mindestlohn zu zahlen. Die Höhe des Strafmaßes regelt das Mindestlohngesetz. Die höchstmögliche Geldstrafe beträgt 500 000 Euro. (SZ/wer)

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.mindestlohn.de oder www.zoll.de

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