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90 Arbeitsplätze ziehen nach Radebeul

Das Statistikunternehmen GFS zieht aus Dresden hierher. Die Firma bewegt Millionen Euro im Gesundheitswesen. Gestern war an der Meißner Straße Richtfest.

Von Wolf Dieter Liebschner

Der Richtkranz weht über dem Gebäude an der Meißner Straße 191 in Radebeul. Polier Dirk Graupner von der Merseburger Baufirma Kramer spricht den traditionellen Richtspruch. Der Rohbau des zweistöckigen Bürogebäudes der bislang in Dresden ansässigen Gesellschaft für Statistik im Gesundheitswesen steht seit gestern. Nachdem am 1. Juli dieses Jahres der erste Spatenstich erfolgte, will das Unternehmen mit 90 Mitarbeitern im April oder Mai des kommenden Jahres in Radebeul einziehen.

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Jetzt kann der Winter kommen. Doch Architektin Diana Böhme will diesen Satz keinesfalls hören. „Zwei bis drei Wochen brauchen wir noch“, sagt sie. Aber insgesamt ist die Projektleiterin für den Radebeuler Neubau mit dem Bauablauf zufrieden. „Wir hatten drei Prämissen: Qualität, Kosten, Termin. Alles ist eingehalten worden. Nun stehen bereits die Gewerke für den Innenausbau bereit.“ Die Gesamtinvestition erreicht netto über drei Millionen Euro.

Die GFS bietet Dienstleistungen und IT-Lösungen im Bereich des Abrechnungsmanagements für die Kostenträger des Gesundheitswesens. Sie tritt bei der Abrechnung als Mittler zwischen Apotheken und insgesamt 20 öffentlichen Krankenkassen sowie privaten Krankenversicherungen auf. Neben dem offiziellen Dresdner Firmensitz gibt es eine Niederlassung in Unterschleißheim bei München sowie eine Außenstelle in Leipzig mit insgesamt 120 Mitarbeitern. Jährlich werden von der GFS 80 Millionen Rezepte geprüft. Dabei werden monatlich rund 100 Millionen Euro zwischen Kassen und Apotheken bewegt.

„Im Medikamentenbereich gehören wir zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland“, sagt Geschäftsführer Jamshid Javdani. „Die Mitarbeiterzahl ist in den vergangenen Jahren ständig gewachsen.“ Weil die Dresdner Niederlassung deshalb zu klein geworden sei, habe man nach einem neuen Standort gesucht und in Radebeul letztendlich gute Bedingungen gefunden. „Wir wollen weiter wachsen und unser Dienstleistungsangebot erweitern“, so Javdani weiter. „Deshalb sind Neueinstellungen im zweistelligen Bereich in den kommenden drei Jahren geplant – eben auch am Standort Radebeul.“

Auch der Radebeuler Oberbürgermeister Bert Wendsche war gemeinsam mit Baubürgermeister Jörg Müller zum Richtfest erschienen. „Ich freue mich, dass mit dieser Neuansiedlung in unmittelbarer Nähe zum Pharmapark die reichen Traditionen der Stadt im medizinischen Bereich fortgesetzt werden“, sagte Wendsche.