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Familientragödie in Steinbach

Ein 93-jähriger Mann ist in der Nacht zum Sonnabend bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Ein Unfall war es offenbar nicht.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. © Feuerwehr Weinböhla

Moritzburg. Die Steinbacher wurden am Sonnabend in den frühen Morgenstunden durch zahlreiche Sirenen und Blaulichter aus dem Schlaf gerissen. Feuerwehren aus allen Ortsteilen der Großgemeinde Moritzburg sowie den Nachbargemeinden Weinböhla und Ebersbach eilten zu einem kleinen Einfamilienhaus. Dort war kurz nach vier Uhr ein Feuer ausgebrochen. Der Steinbacher Wehrleiter Marco Hoffmann, der direkt in der Nachbarschaft des Hauses wohnt, sagte zur SZ: „Ich hörte eine Explosion und dann war auch schon ein Feuerball zu sehen.“

Die Löscharbeiten hätten sich aus mehreren Gründen schwierig gestaltet. Zum einen sei an der Einsatzstelle alles sehr eng gewesen. „Das Haus steht zurückgesetzt sehr weit drin in dem Grundstück. Die Einfahrt ist nur für Pkw geeignet.“ Dadurch hätte der Hubsteiger nicht gleich eingesetzt werden können, um von oben zu löschen. Und noch etwas kam hinzu. „Wir wussten ja nicht, ob im Haus zusätzliche Gefahr für die Kameraden bestand“, sagt der Steinbacher Feuerwehrmann, der den Einsatz leitete. 

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Denn die Explosion sei eine mit Ansage gewesen. Die Frau des laut Polizeiangaben 93-jährigen Hausbewohners war schwer krank und am Freitagabend zu Hause verstorben. Der Mann habe im Dorf erzählt, dass er das Haus in die Luft jage, wenn seine Frau tot ist. Das Ehepaar war über 70 Jahre verheiratet gewesen.

Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden. Gegen 8 Uhr wurde die Leiche des Mannes und der Leichnam seiner am Vorabend verstorbenen Frau geborgen. Insgesamt waren rund 80 Kameraden im Einsatz. Am späten Vormittag für Restlöscharbeiten dann nur noch die Steinbacher und Friedewalder sowie einige Weinböhlaer Feuerwehrleute.

Die Brandermittler der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen, hieß es am Sonnabendvormittag aus dem Lagezentrum der Polizei in Dresden.

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