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So geht es mit dem Ausbau der A 4 weiter

Brücken, Pflanzen, Tiere, Lärmschutz - die Pläne für die Verbreiterung der Strecke zwischen Nossen und Bautzen werden jetzt konkret.

Geschwindigkeitsreduzierungen sind auf der A 4 zwischen Dresden und Bautzen an der Tagesordnung. Damit der Verkehr künftig flüssiger rollt, ist der Ausbau der Trasse geplant. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen.
Geschwindigkeitsreduzierungen sind auf der A 4 zwischen Dresden und Bautzen an der Tagesordnung. Damit der Verkehr künftig flüssiger rollt, ist der Ausbau der Trasse geplant. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die breitere Autobahn zwischen Nossen und Bautzen nimmt Gestalt an - vorerst auf sechs Schreibtischen, die in einem Altbauhaus in der Spreestadt stehen. Hier befindet sich das Bautzener Büro der Projektgesellschaft Deges, die im Auftrag des Bundes und des Freistaates Sachsen den Ausbau der A 4 plant.

Zwischen dem Dreieck Dresden-Nord und der Anschlussstelle Bautzen-Ost soll die chronisch überlastete Trasse von vier auf sechs Fahrspuren wachsen, zwischen den Dreiecken Dresden-Nord und Nossen von sechs auf acht. Das Projekt soll nach heutigen Planungen etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro kosten.

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Schon länger hält die Trasse der sprunghaft gestiegenen Belastung nicht mehr stand. So sind auf den 15 Kilometern zwischen den Anschlussstellen Dresden-Nord und Pulsnitz täglich mehr als 67.000 Fahrzeuge unterwegs, auf den 38 Kilometern zwischen Pulsnitz und Bautzen-Ost immerhin noch mehr als 55.000. Zwischen Nossen und Dresden rollen täglich gar mehr als 100.000 Fahrzeuge. Mehr als ein Drittel davon sind Laster. Staus sind an der Tagesordnung.

Vermessungsarbeiten haben begonnen

Doch bevor der erste Bagger rollen kann, sind umfangreiche Vorarbeiten erforderlich. Zurzeit läuft die sogenannte Grundlagen-Ermittlung für den rund 86 Kilometer langen Streckenabschnitt. Andrea Prangen ist bei der Deges die zuständige Projektleiterin für den Abschnitt zwischen Nossen und Dresden-Nord und erklärt, was es mit der Grundlagen-Ermittlung auf sich hat: "Es geht darum,  die Gegebenheiten entlang der Strecke zu erfassen und zu bewerten. Das betrifft zum Beispiel Flora, Fauna, Brückenbauwerke, Bebauung entlang der Strecke oder auch Verkehrsuntersuchungen.“

Die Tierwelt entlang der Strecke wird gerade unter die Lupe genommen und auf Karten festgehalten. Außerdem lässt die Deges von einem Ingenieurbüro den Verkehr in den Jahren 2035 und 2040 prognostizieren.

Barbara Fahland, Projektleiterin für den Abschnitt zwischen Bautzen-Ost und dem Autobahndreieck Dresden-Nord, ergänzt: "Wir haben bereits erste Vermessungsarbeiten und Planungsleistungen für einzelne Streckenabschnitte in Angriff genommen. So wurde im Juli der Auftrag für die Variantenuntersuchung für das Autobahndreieck Dresden-Nord erteilt.“ Erste Varianten, wie das vielbefahrene Dreieck einmal aussehen könnte, will die Deges bis Anfang nächsten Jahres vorstellen.

Mitarbeiterzahl wird verdoppelt

Nach der Grundlagen-Ermittlung wollen die Planer Varianten untersuchen, nach welcher Seite die gegenwärtige Trasse verbreitert werden soll. Das wird für verschiedene Teilabschnitte einzeln durchdacht. Anschließend wird die jeweilige Vorzugsvariante detaillierter entworfen. Gleichzeitig beginnen die Planungen zu den Brücken sowie Untersuchungen zum Baugrund und zum Lärmschutz.

Allein 233 Brücken und andere Bauwerke sind zu planen, teilweise zu verlängern, teils neu zu bauen. Auf 63 Kilometern soll die Trasse Lärmschutzwände erhalten. Bei alledem sind Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen.

Aktuell sind in der Bautzener Deges-Zweigstelle sechs Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem  Fortschreiten des Projekts werden hier einmal etwa zwölf Mitarbeiter in zwei Teams tätig sein. Platz wäre auch noch für mehr Planer, denn vorsorglich sicherte sich die Deges gleich zwei Etagen in dem Gebäude. Vermieter ist die Bautzener Wohungsbaugesellschaft.

Etwa 50 bis 60 Personen sollen später insgesamt den Ausbau der A 4 voranbringen, da die Deges mit verschiedenen Ingenieurbüros zusammenarbeitet. In den bisherigen Ausschreibungen haben sich auch Büros aus Ostsachsen durchgesetzt und wurden vertraglich gebunden, teilt die Deges mit.

Unternehmen hat Erfahrungen mit der A 4

Die 1991 gegründete Deges gehört zu knapp 30 Prozent dem Bund. Jeweils rund sechs Prozent an der Gesellschaft besitzen die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin. Miteigentümer Sachsen übertrug der Deges im Herbst 2019 die Verantwortung für den A-4-Ausbau. Zuvor hatte der Bund dem sächsischen Antrag zum Ausbau der Autobahn zugestimmt.

Die A 4 ist dem Unternehmen nicht unbekannt. Unter Regie der Deges erfolgte der sechsspurige Ausbau zwischen den Autobahn-Dreiecken Nossen und Dresden-West. Außerdem realisierte die Gesellschaft in Sachsen unter anderem den Neubau der A 17 zwischen Dresden und der deutsch-tschechischen Grenze sowie den Bau des Leipziger City-Tunnels.

Langfristig soll die A 4 bis zur polnischen Landesgrenze sechsspurig ausgebaut werden. So steht es im Strukturstärkungsgesetz des Bundes. Die Kosten zwischen Bautzen-Ost und der deutsch-polnischen Grenze bei Görlitz werden derzeit nochmals auf etwa 900 Millionen Euro geschätzt. Aber zunächst geht es um den Abschnitt zwischen Nossen und Bautzen.

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