SZ +
Merken

Ab Herbst wird an der A 17 gesät

Natur. Wenn auf demAbschnitt bis Pirna schon längst Autos rollen, legen die Landschaftsbauer erst richtig los.

Teilen
Folgen

Von Peter Hilbert

Ulrich Möller und Jana Kaden genießen nicht nur die Sonne, sondern auch das satte Grün unweit von Eutschütz. Der Zuständige der Bundes-Planungsgesellschaft Deges und die Landschaftsarchitektin begutachten gerade einen Grünstreifen, der als Ausgleich für den Autobahnbau angelegt wurde und jetzt schon gut gedeiht. Während Autofahrer der Eröffnung des A 17-Abschnitts bis Pirna am 22. Juli entgegenfiebern, kümmern sich die Grünplaner darum, dass Wälle und Anschlüsse ordentlich bepflanzt und Ausgleichsvorhaben umgesetzt werden.

Natur erfordert Geduld. Das wissen die beiden Fachleute nur zu gut. Denn ganz so schnell wie die Autobahnbauer kommen sie nicht voran. Dennoch: Was zwischen den Anschlüssen Dresden-Süd und Prohlis geschafft ist, kann sich schon sehen lassen. Dazu zählen nicht nur der hübsch bepflanzte Parkplatz bei Nöthnitz, sondern auch renaturierte Grünstreifen entlang von Zauch-, Keul- und Britschengraben bei Goppeln sowie Strauch- und Baumpflanzungen bei Eutschütz und Rosentitz. „Wir sind sehr zufrieden, was wir hier geschafft haben“, sagt Deges-Planer Möller.

Sprühaktion an steilen Wällen

Nicht immer sei das so, räumt er ein. „Mitunter haben wir schon Schwierigkeiten, dass Gehölze nicht richtig anwachsen.“ Zum Beispiel auf den Böschungen entlang der Autobahntrasse. Die wurden mit steinigem Material aufgeschüttet, das aus den A 17-Tunneln stammt. Zwar wurden darauf Erdschichten aufgebracht. „Aufgrund des Untergrunds und der steilen Böschungen ist dort ein Anpflanzen von Gehölzen fast nicht zu machen“, erläutert Landschaftsarchitektin Kaden.

Deshalb werde in Sachsen eine andere Methode gewählt. Mit einem Spezialgerät wird eine Mischung aus Wasser, Kleber und Gehölzsamen aufgebracht. „Wir hoffen, dass es gut klappt“, sagt Möller. Von Herbst dieses bis Frühjahr nächsten Jahres sollen die Ansaat-Aktionen laufen. Nach zwei Jahren werde man die ersten Bäume sehen. An flacheren Böschungen, so zwischen Parkplatz Nöthnitz und Anschluss Prohlis, werden auch Gehölze im klassischen Verfahren angepflanzt. Natürlich alles einheimische Arten wie Haselnuss, Holunder, Weißdorn oder Eichen, versichert Möller.

Die Landschaftsbauer haben an der Trasse noch viel zu tun. Neun Hektar sind am Anschluss Heidenau mit 70 000 Büschen und Bäumen zu bepflanzen. Insgesamt sind es zwischen Dresden-Süd und Pirna 250 Hektar. Dazu zählen noch mehrere Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen. So wird ein 500 Meter langer Gehölzriegel am Südrand von Gaustritz gepflanzt. Geplant ist auch das Anlegen einer Streuobstwiese am Rückhaltebecken im Gebergrund. Landschaftsplaner Möller rechnet damit, dass nach fünf Jahren die Böschungen entlang der Autobahn kräftig bewachsen sind. Geduld müssen Landschaftsplaner eben mitbringen.