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Ab Juli rollt der Zug nach Tschechien

Die Arbeiten an der Bahnstrecke sind fast abgeschlossen. Wann der erste Zug fahren wird, war ein Geheimnis. Bis jetzt.

Von Anja Weber

Jetzt ist es raus: Ab Juli rollen die Züge in Sebnitz über die Grenze Richtung Tschechien. Gestern wurde erstmals ein genauer Termin genannt. Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke gehen ihrem Ende entgegen. Derzeit wird noch an der Signaltechnik gearbeitet, um beide Bahnstrecken zusammenführen zu können. Außerdem lässt die Stadt noch das vorhandene alte Dach auf dem mittleren Bahnsteig abbauen und die Treppenüberdachung erneuern. Damit die Passagiere künftig gegen Wind und Regen geschützt sind, werden zwei Wetterschutzhäuser mit Sitzplätzen aufgestellt. Abschließend werden neue Lampen montiert.

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Doch wann rollt nun der erste Zug gen Tschechien? Die Antwort auf diese Frage war bislang ein Geheimnis. Doch Bauarbeiter, Techniker und Tarifplaner sind gut vorangekommen. In der gestrigen Beratung mit Bürgermeistern und dem Verkehrsverbund Oberelbe hat man sich darauf geeinigt: Der Lückenschluss wird am 4. Juli endgültig vollzogen.

„Mit dem geplanten Betriebsstart geht für die Sebnitzer ein Wunsch in Erfüllung“, sagt Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) hocherfreut. „Mit der neuen Zugverbindung liegt Sebnitz endgültig nicht mehr am Rand, sondern in der Mitte der Region.“

Die neue Linie U 28 verbindet Juli die Städte Rumburk, Sebnitz, Bad Schandau und Decin. Im Rahmen der Besprechung mit den Bürgermeistern entlang der Strecke wurden gestern erste Details zur neuen Bahnverbindung besprochen. Endgültig über die neue Linie entscheiden wird die Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberelbe am 2. Juli. Rund um die Eröffnung planen die Stadt Sebnitz, die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Oberelbe derzeit ein Bahnhofsfest.

Nach dem jetzigen Stand der Planungen fahren ab Sonnabend, 5. Juli, die Züge der Linie U 8 bis zu achtmal täglich, informiert VVO-Sprecher Christian Schlemper. Mit dem Lückenschluss bekomme auch die Bahnstrecke durch das Sebnitztal eine Perspektive, sagte gestern Landrat Michael Geisler (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des VVO. Das neue Angebot sei ein weiterer Baustein zum Zusammenwachsen der sächsisch-böhmischen Grenzregion. Die neue durchgehende Linie ist Bestandteil des tschechischen Regionalnetzes „Sluknovsko“ und wird von der Tschechischen Bahn Ceske drahy voraussichtlich gemeinsam mit der DB Regio AG betrieben. Im Abschnitt Sebnitz–Bad Schandau verkehrt die neue Linie anstelle der Züge der Städtebahn Sachsen, deren Züge aus Pirna künftig in Sebnitz enden werden.

Für den Fahrgast ändert sich außer der Farbe des Zuges fast nichts. Denn einige Details stehen bereits seit Längerem fest, so zum Beispiel die Taktzeiten. Der Zug von Rumburk nach Bad Schandau wird demnach aller zwei Stunden fahren. Daran wird sich nichts ändern, selbst wenn diese Taktzeiten auf Kritik stoßen. Wer zum Beispiel von Neustadt kommt oder nach Neustadt will, wird dann etwa eine Stunde Aufenthalt auf dem Sebnitzer Bahnhof haben.

Acht Zugpaare sind täglich auf der neuen Strecke im Einsatz. Gefahren wird mit Zügen der Bauart, wie sie bereits jetzt schon verkehren. Damit kann gesichert werden, dass auch künftig Fahrräder mit im Gepäck sein dürfen. Die konkreten Fahrpreise werden noch festgelegt. Sicher ist, dass es für die neue Linie U 28, Rumburk–Dolni-Poustevna–Sebnitz–Bad Schandau und weiter nach Decin normale Tarife mit allen Angeboten, wie Einzelticket, Wochenend- beziehungsweise Monatskarte geben werde, sagt der Verkehrsverbund. Die Tarife werden derzeit noch verhandelt.

Von Rumburk nach Bad Schandau wird es auch eine regionale Zeitkarte geben. Bei einer Weiterfahrt nach Pirna muss dann noch eine Anschlusskarte gelöst werden.

Auch in puncto Kundenfreundlichkeit hat die Strecke einiges zu bieten. Die Tickets können die Fahrgäste – wie bisher nicht möglich – im Zug kaufen. Jede Bahn hat einen Zugbegleiter. Dieser kann mittels eines Handterminals alle weiteren Tarife verkaufen, so auch Fahrscheine des Verkehrsverbundes Oberelbe.

Zum Start der Linie wird es eine zweisprachige Broschüre geben, die neben Fahrplan und Tarifen auch eine Chronologie der Streckengeschichte beinhaltet.

Der Verkehrsverbund Oberelbe informiert unter

www.vvo-online.de zur neuen Verbindung.