merken
PLUS Döbeln

Ab Juli wieder freie Fahrt in Forchheim

Die Bauarbeiten laufen nach Plan. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 geht es dann zwischen Naunhof und Bockelwitz los.

Ein Hinweis auf Kampfmittel auf der Baustelle in Forchheim entpuppte sich als Fehlalarm. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.
Ein Hinweis auf Kampfmittel auf der Baustelle in Forchheim entpuppte sich als Fehlalarm. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Im Sommer wird der Verkehr wieder durch Forchheim rollen. Da ist sich Claudia Richter, Leiterin des Referates Straßenbau am Landratsamt Mittelsachsen, sicher. Die Maßnahme laufe nach Plan. "Die Straße wird Anfang Juli fertig sein", so Richter am Donnerstag im Rahmen eines Pressegespräches.

Auch die Kosten, 1,4 Millionen Euro waren für das Vorhaben geplant, seien weiterhin im Rahmen. Nachträge seien  bisher nicht erforderlich gewesen. Auch der Zeitplan ist eingehalten worden. Obwohl ein Baustopp drohte. Denn es gab Hinweise auf Kampfmittel, denen nachgegangen werden musste. "Es handelte sich aber um einen Fehlalarm", ergänzte Kreissprecher André Kaiser. 

Anzeige
Verstärkung in IT und Projektleitung gesucht
Verstärkung in IT und Projektleitung gesucht

Das Maschinenbauunternehmen AUMA Drives GmbH sucht einen Projektleiter Produkteinführung (m/w/d) und einen Senior IT-Administrator (m/w/d).

Mitte September 2019 hatten die Arbeiten an der Kreisstraße begonnen, die bisher aufgrund der zahlreichen engen Kurven komplett für den Lkw-Verkehr gesperrt war. Ob sich das nach der Fertigstellung ändert, ist noch unklar. Geplant sei es eigentlich gewesen, sagt Richter. Doch die Entscheidung werde erst bei der Verkehrsfreigabe durch die zuständige Verkehrsbehörde getroffen.

Autobahnzubringer wird breiter

In Vorbereitung ist derzeit auch der Ausbau der Kreisstraße zwischen Naunhof und Bockelwitz. Dort will das Landratsamt einen Abschnitt von 2,2 Kilometern in Angriff nehmen. Geplant ist auch die Verbreiterung der Fahrbahn. "Zurzeit ist die Straße 4,50 Meter breit, wir wollen gern 5,50 bis 6 Meter erreichen", sagte Claudia Richter. So sei es in den Planungen vorgesehen.

Notwendig sei die Änderung aufgrund der Verkehrsbelastung, die auf der Straße, vor allem bei einer Vollsperrung der benachbarten Autobahn 14, herrsche. Dann sind dort auch oft Laster unterwegs. Die Belastung der engen Straße hat bereits Spuren hinterlassen. So sind die Fahrbahnränder schon stark ausgefahren.

Um die neue Breite zu erreichen, müssen entlang der Straße einige Bäume fallen. "Aber wir wollen so viele Bäume wie möglich wieder an die Straße ran setzen", betont die zuständige Abteilungsleiterin im Landratsamt. 

Die Pfähle entlang der Kreisstraße zwischen Naunhof und Bockelwitz haben Vermesser hinterlassen. Die Verbindung, die als Autobahnzubringer fungiert und häufig Umleitungsverkehr bewältigen muss, soll ausgebaut werden.
Die Pfähle entlang der Kreisstraße zwischen Naunhof und Bockelwitz haben Vermesser hinterlassen. Die Verbindung, die als Autobahnzubringer fungiert und häufig Umleitungsverkehr bewältigen muss, soll ausgebaut werden. © Dietmar Thomas

Der Erwerb von Grundstücken, die für den Ausbau notwendig sind, sei bereits abgeschlossen. Derzeit werde geschaut, welche Tiere rechts und links der Fahrbahn leben. Ziel sei es, noch in diesem Jahr den Antrag auf Fördergeld zu stellen. Das Geld soll aus dem Programm "Gemeinschaftsaufgaben zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur" kommen und knapp 85 Prozent der Gesamtkosten abdecken. Rund zwei Millionen Euro wird Gesamtmaßnahme voraussichtlich kosten.

Auch die Stadt Leisnig ist nach Angaben von Richter in das Bauprojekt eingebunden. So soll in Höhe der Ortslage Beiersdorf eine Buswendeschleife mit Haltestellenhaus entstehen. Die Brücke, die sich ebenfalls auf dem Abschnitt befindet, soll von den Bauarbeiten unberührt bleiben.

Läuft alles nach Plan, so könne, laut Richter die Maßnahme bereits im Herbst ausgeschrieben werden. Über den Winter wäre dann der Bau der Straßenentwässerung möglich. Im Frühjahr könnte der eigentliche Bau der Straße beginnen. Dieser werde in Abschnitten sowie unter Vollsperrung durchgeführt, informierte Richter. 

Ab Oktober wieder freie Fahrt in Höckendorf

Am 11. Mai haben die Arbeiten auf der Kreisstraße im Kriebsteiner Ortsteil Höckendorf begonnen. Dort wird im zweiten Bauabschnitt die Kreisstraße auf knapp einem Kilometer bis zum Ortseingang Erlebach erneuert. Rund 628.000 Euro investiert der Kreis in die Maßnahme.

Der Auftrag musste aufgrund der Corona-Krise per Eilentscheidung des Landrates Matthias Damm (CDU) vergeben werden. Hintergrund war, dass die Bindefrist für die Erteilung des Auftrages am 27. März abgelaufen wäre. Am 25. März sollte sich eigentlich der Kreistag treffen. Die Sitzung fiel jedoch aufgrund der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus aus.

Auch die Gemeinde Kriebstein ist in die Baustelle mit eingebunden. Sie erneuert Teile des Gehweges. Zudem werden Leerrohre für den Breitbandausbau mit verlegt.

Meistereien beseitigen Winterschäden

Noch nicht abgeschlossen ist indes die Beseitigung der Winterschäden, die durch die Straßenmeistereien im Landkreis durchgeführt wird. Nach dem recht milden Winter halten sich die Schäden an den Straßen in diesem Jahr in Grenzen. Mit rund 350 Tonnen Heißmischgut zur Beseitigung wird gerechnet. 2018/2019 waren 1.800 Tonnen notwendig.

Betroffen waren in der Region Döbeln vor allem die Straßen zwischen Waldheim und Massanei sowie zwischen Ehrenberg und dem Abzweig Grünlichtenberg.

Landrat macht Druck

Kritik kam von Landrat Matthias Damm (CDU) im Zuge der Sitzung des Kreistages an den Fördermitteln für den Straßenbau. Seit 2018 stünden keine Gelder aus dem Programm Kommunaler Straßenbau Teil A zur Verfügung. Aktuell laufen im Landkreis noch zwei Maßnahmen, für die jedoch schon 2018 Gelder aus dem Programm beantragt worden sind.

Sowohl 2019 als auch 2020 wird es jedoch keine Unterstützung für Investitionen an Straßen für den Kreis aus dem Bereich geben. Vier Vorhaben außerhalb der Region Döbeln können aufgrund der fehlenden Förderung dieses Jahr nicht wie gedacht umgesetzt werden. 


Seit September 2019 ist die Ortsdurchfahrt Forchheim und damit der kürzeste Weg zwischen Döbeln und Waldheim gesperrt. 
Seit September 2019 ist die Ortsdurchfahrt Forchheim und damit der kürzeste Weg zwischen Döbeln und Waldheim gesperrt.  © Dietmar Thomas
Ob zukünftig auch Laster die Strecke nutzen dürfen, wird erst bei der Verkehrsfreigabe entschieden. Bisher war die Straße für Den LKW-Verkehr gesperrt. 
Ob zukünftig auch Laster die Strecke nutzen dürfen, wird erst bei der Verkehrsfreigabe entschieden. Bisher war die Straße für Den LKW-Verkehr gesperrt.  © Dietmar Thomas

"Das Thema ist während der Corona-Krise aus dem Blickfeld geraten. Aber wir haben gegenüber dem Ministerpräsidenten schon angemeldet, dass es so nicht gehen kann und Lösungen kommen müssen", machte Damm im Rahmen der Sitzung des Kreistages deutlich. 

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln