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Ab Montag kommt’s dicke in Riesa

In Riesas Zentrum wird gebaut, was das Zeug hält. Drei Großbaustellen behindern derzeit den Verkehr. Mit dem Ende der Schulferien diese Woche könnten die Staus ab Montag noch länger werden.

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Von Peter Anderson

„Unsere größten Baustellen sind momentan auf der Paul-Greifzu-Straße, der Rostocker Straße und der Friedrich-List-Straße“, sagt Andreas Schlichter, der Amtsleiter des Stadtbauamtes Riesa. Noch fließe der Verkehr vom Zentrum in Richtung Merzdorf über die Umleitungen Uttmannstraße und Weidaer Straße. Nächste Woche könnte er jedoch ins Stocken kommen. Mit dem Ende der Ferien kehrt der Schülerverkehr auf die Straßen zurück. Für viele Eltern beginnt der Arbeitsalltag. Experten rechnen mit einer Zunahme des Verkehrs um etwa ein Viertel.

Nicht alles in den Ferien zu schaffen

„Beide Baustellen, Greifzu-Straße und Rostocker Straße, sind seit längerer Zeit geplant. Die Flutbaustelle auf der Leutewitzer Straße ist abgeschlossen“, so Schlichter. Trotz der langen Vorplanung sei es nicht immer möglich, alle Arbeiten über die Ferien zu erledigen. In den seltensten Fällen kann das Straßenbauamt der Stadt den Baubeginn exakt vorherbestimmen. Viel hängt von dem Zeitplan für die Vergabe der Födermittel ab. Danach richtet sich auch der Ablauf der Ausschreibungen.

Zuständig für die Umleitungen und die Verkehrsregelung an den Baustellen ist die Untere Verkehrsbehörde der Stadt Riesa. „Wir haben dieses Jahr nicht mehr Baustellen als in anderen Jahren. Alles liegt im Normalbereich“, sagt ihr Leiter Klaus Poslad. Seine Mitarbeiter versuchten, den Verkehrsfluss so harmonisch wie möglich zu gestalten. Die Sperrung von Parallelstraßen werde nach Möglichkeit vermieden.

Die Wege zu Ersatzhaltestellen für Busbenutzer werden möglichst kurz gehalten. „Wir haben dazu regelmäßige Gesprächsrunden mit der Kreisverkehrsgesellschaft Riesa“, so Poslad. Die Absprache mit den vom Straßenbau betroffenen Firmen übernehme der Auftraggeber der Baustelle. Im Falle Paul-Greifzu-Straße das Straßenbauamt Riesa. Privatleute müssten mitunter einen Umweg in Kauf nehmen. Ganz ohne Behinderungen lasse sich keine Straße bauen. „Wir sind dieses Mal von Umleitungen weitgehend verschont geblieben“, so Volkmar Stranz, Gruppenleiter der Kreisverkehrsgesellschaft Riesa-Großenhain. Die für das Heisenberg-Gymnasium wichtige Haltestelle der Linie C am Friedrich-Ebert-Platz bleibe an ihrer gewohnten Stelle. Lediglich die Haltestelle Uttmannstraße müsse ein wenig verschoben werden.

„Wir wollen es den Fahrgästen so bequem wie möglich machen“, sagt Stranz. Oft könnte für den Bus eine Sonderregelung vereinbart werden, wenn die Umleitung für den Normalverkehr sich als zu umständlich und weit erweist. Die Untere Verkehrsbehörde der Stadt Riesa zeige viel Entgegenkommen. In Meißen und Dresden sei die Zusammenarbeit mit den Verkehrsplanern oft schwieriger.

Auch Bernd Zimmermann von der Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH ist bisher zufrieden mit der Baukoordination durch die Stadtverwaltung. Vorteilhaft mache sich zudem bemerkbar, dass der Riesaer Hafen wie ein Fuchsbau mehrere Ein- und Ausgänge hat. „Dadurch können wir immer ausweichen“, so Zimmermann. Das gelte auch für die auf dem Hafengelände ansässigen Firmen.

Als problematischer erweisen sich die Bauarbeiten für den Reifenhersteller Pneumant. Sein Werksgelände grenzt in voller Breite an die Paul-Greifzu-Straße.

„Wir haben pro Woche etwa 200 Lkw-Bewegungen. Dazu kommen noch einmal 80 bis 90 kleinere Transporter“, sagt Gunder Poppe, Projektingenieur bei Pneumant. Über 10 000 Reifen produziert das Werk pro Tag. Ein großes Lager gibt es nicht. Die ständige Erreichbarkeit über die Straße und das 24 Stunden am Tag ist für Pneumant lebenswichtig.

Verträge binden die Firma an namhafte Autohersteller wie Audi, Opel oder Volkswagen. Unternehmen, die großen Wert auf Pünktlichkeit und höchste Qualität legen. „Manchmal bekommen wir früh zehn Uhr Material geliefert, das vier Stunden später weiterverarbeitet werden soll“, so Poppe.

Verzögerungen durch Straßenbaumaßnahmen könnten in so einem Fall die gesamte Produktion in Gefahr bringen. Damit das nicht passiert, haben die Stadt und das Reifenwerk Anfang der Woche einen gemeinsamen Bauplan aufgestellt. Er sieht vor, die Erreichbarkeit des Unternehmens in den verschiedenen Bauphasen über Arbeitsstraßen zu sichern.

Eine Ausweichmöglichkeit nach Norden besteht nicht. „Die Eisenbahnbrücke vor der Hamburger Straße stammt aus der Zeit der Pferdefuhrwerke“, sagt Poppe. Mit einer Durchfahrtshöhe von 3,60 Meter bildet sie ein unüberwindliches Hindernis für moderne Lkw. Diese brauchten vier Meter.

Baustellen kein Grund

zum Schule-Schwänzen

Schlechte Nachrichten für die Schüler am Beruflichen Schulzentrum für Technik. Ebenfalls an der Paul-Greifzu-Straße gelegten. „Das Gelände bleibt zugänglich“, sagt der Direktor Harald Seeliger. Die Schüler sollen über die veränderte Verkehrsführung belehrt werden. Der geplante Neubau der Werkstatt könne pünktlich beginnen.