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Ab Montag fährt Schienenersatzverkehr

Zwischen Bischofswerda und Arnsdorf fahren nur Busse. Eine Bahnbrücke wird abgerissen.

Von Ingolf Reinsch

Einige Tausend Pendler und andere Reisende aus ganz Ostsachsen sollten ab kommendem Montag wesentlich mehr Zeit einplanen, wenn sie mit der Bahn nach Dresden wollen. Die Züge aus Richtung Görlitz und Zittau enden in Bischofswerda. Weiter geht es mit dem Bus bis Arnsdorf, wo man dann wieder in den Zug nach Dresden umsteigen muss.

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Auch in der Gegenrichtung gibt es Schienenersatzverkehr. Betroffen sind alle Regionalbahnen und Regionalexpresszüge der Linien Görlitz – Dresden und Zittau – Dresden. Die Folgen: längere Fahrzeiten, frühere Abfahrts- und spätere Ankunftszeiten, einzelne Zugausfälle und eingeschränkte Möglichkeiten, mit Kinderwagen, Fahrrad oder im Rollstuhl im Bus mitgenommen zu werden. Darauf weist die Deutsche Bahn hin. Wer mit Rad, Kinderwagen oder im Rollstuhl unterwegs ist, der ist gut beraten, vorab bei der Baustellenauskunft der Bahn nachzufragen (Kontakt siehe Kasten).

Der Schienenersatzverkehr gilt vorerst von Montag bis Donnerstag nächster Woche jeweils von 8 bis 14 Uhr. Ab Freitag, dem 11. April, 22 Uhr, bis zum darauf folgenden Montag, 4 Uhr, wird die Eisenbahnstrecke zwischen Bischofswerda und Arnsdorf dann die ganze Zeit gesperrt. Das Gleiche gibt es zwei Wochen später, am Wochenende nach Ostern, noch einmal.

Die Gleissperrung hat Auswirkungen auf weite Teile Ostsachsens. So fährt der Regionalexpress RE 5790 aus Wroclaw von Montag bis Donnerstag nächster Woche nur bis Görlitz. Dort ist Endstation. Reisende in Richtung Dresden verweist die Deutsche Bahn AG auf die nächste Regionalbahn. Mit der Folge, dass sie nicht schon 9.57 Uhr in Dresden ankommen, sondern erst eine Stunde später. Auf der Strecke Dresden – Zittau bedient die Bahn an diesen vier Tagen von 8 bis 14 Uhr den Haltepunkt Neukirch-West überhaupt nicht.

Grund für diese weitgehenden Einschnitte sind der Abriss und Neubau der Eisenbahnbrücke an der Süßmilchstraße in Bischofswerda. Die rund 150 Jahre alte Gewölbebrücke soll bis zum Herbst durch ein neues Bauwerk aus Stahlbeton ersetzt werden. Der Eisenbahnverkehr rollt in dieser Zeit über zwei Behelfsbrücken. Um die aufzubauen, muss der Bahnverkehr für einige Tage unterbrochen werden. Die erste provisorische Brücke in Fahrtrichtung Görlitz wird am Wochenende vor Ostern aufgebaut, die andere in Richtung Dresden am Wochenende nach Ostern. Die baulichen Vorbereitungen dafür starten aber schon am kommenden Montag. Oliver Franke, Bauleiter von Hentschke Bau: „Wir beginnen am Montag mit dem Einbau der Verbauträger. Das sind Stahlträger, die zur Sicherung der Baugrube und als Auflieger für die beiden Behelfsbrücken gebraucht werden.“ Insgesamt 40 dieser Stahlträger müssen zehn bis zwölf Meter tief in den Bahndamm gerammt werden. Auch für diese Arbeiten ist es notwendig, die Strecke für Züge zeitweilig zu sperren.

Die Arbeiten haben aber auch Auswirkungen auf die Anwohner. Schon die Rammarbeiten in der kommenden Woche werden sehr laut. Deswegen beschränke man sich dabei auf die Zeit von 8 bis 14 Uhr, sagte Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost auf Anfrage. Einen Probelauf soll es schon an diesem Freitag geben, allerdings ohne in den Bahnverkehr eingreifen zu müssen.

An den beiden Wochenenden, an denen die Behelfsbrücken aufgebaut werden, ist auch nachts mit Baulärm zu rechnen. „Wegen der technologischen Erfordernisse und der Sperrung der Strecke können diese Arbeiten nachts nicht unterbrochen werden“, wirbt die Sprecherin um Verständnis.

Für Fahrzeuge ist die Brücke bereits seit Februar gesperrt. Fußgänger dürfen die Baustelle passieren. Voraussichtlich vom 22. April bis 9. Mai wird der Durchgang auch für sie gesperrt, teilt die Bischofswerdaer Stadtverwaltung mit. Dies geschieht aus Sicherheitsgründen. Als Umleitung zwischen der Süßmilchstraße und der Innenstadt empfiehlt die Stadtverwaltung für Fußgänger den Weg über Berg- und Neustädter Straße.