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Ab nächster Woche wird die Fahrschulprüfung teurer

Bereits im Dezember hatte der Bundesrat einer Gebührenerhöhung für die Fahrschulprüfung um 6,5Prozent zugestimmt. Jetzt wird sie wirksam.

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Von Holger Gutte

Ab dem 13. Februar werden die Fahrschulprüfungen im Landkreis Löbau-Zittau etwas teurer. Für die theoretische Prüfung zahlen die Fahrschüler statt bisher 10,35Euro dann 11,07Euro. Der Preis für die praktische Prüfungsfahrt steigt von 79,70Euro auf rund 85Euro. Die Gebührenerhöhung ist bereits im Dezember im Bundesrat beschlossen worden, berichtet Uwe Großer, Fachabteilungsleiter bei der Dekra in Bautzen. Sie gilt für ganz Deutschland. Allerdings wird sie im ersten Quartal nicht zeitgleich in allen Bundesländern eingeführt.

„Die Gebühr wird aber von der Dekra erhoben, nicht von uns“, bemerkt Roland Aust, der in Löbau schon seit Jahren eine Fahrschule betreibt. Und für den 1. Januar 2009 befürchtet er bereits die nächste Erhöhung. Dann sollen nämlich in Deutschland die Fahrschüler die theoretische Prüfung am Computer meistern. Ob sich das Vorhaben wirklich schon in einem Jahr in der Praxis umsetzen lässt, kann er schwer beurteilen. Sicher ist er sich aber, dass diese Prüfungsart kommt. Denn in dieser Beziehung hinkt Deutschland anderen EU-Ländern schon weit hinterher.

„Den Computer für die Theorie in der Fahrschule einzusetzen, bietet gegenüber den Papierfragebögen viele Vorteile“, sagt er. Auch deshalb wendet Roland Aust in seiner Fahrschule schon seit 2005 eine Lernsoftware an, die alle Schüler, die über einen Internetanschluss verfügen, zu Hause nutzen können. Wenn der Fahrschüler mit der Software übt, werden beispielsweise alle falsch beantworteten Fragen im Anschluss erneut gestellt. Theoretisch müsste so jeder alle möglichen Prüfungsfragen schon einmal richtig beantwortet haben. Beim Lernen mit den Papierfragebögen werden dagegen oft einige knifflige Fragen übergangen oder vernachlässigt, schildert Roland Aust. Die Software ermöglicht es ihm zudem, auch übers Internet nachzuvollziehen, wo Schwachstellen in der theoretischen Ausbildung liegen. „Es ist nicht wichtig, dass ich sehe, wie oft ein Schüler übt, sondern, dass ich ihm helfen kann, wenn er etwas nicht versteht“, sagt er. Wesentlich leichter würde diese Art des Lernens auch Fahrschülern mit Lese- oder Rechtschreibschwäche fallen, weil beispielsweise der Computer die Fragen vorliest, erklärt er.

So wie er, glaubt auch Christian Krause, Chef der City-Fahrschule Krause in Zittau, nicht, dass sich die Preiserhöhung auf die Schülerzahlen auswirkt. Gegenüber den Kosten, die man insgesamt für den Erwerb des Führerscheines aufbringen muss, sei die Erhöhung relativ gering. So 1000 bis 1300 Euro sind dafür immerhin notwendig, meint Christian Krause. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Zittau des Sächsischen Fahrlehrerverbandes sieht in diesem Jahr dennoch ein großes Problem auf die Fahrschulen zukommen. Von nun an werden diese neben der Abwanderung auch die geburtenschwachen Jahrgänge ab 1990 zu spüren bekommen.

Diese Befürchtung teilt auch der Geschäftsführer der Fahrschule Trips in Löbau. Wolfgang Trips ist für seine Berufsgilde zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes Löbau. Er geht sogar davon aus, dass Fahrschüler für den Erwerb eines Führerscheines reell – bei 35 praktischen Fahrstunden – mit 1600 Euro rechnen sollten. „Die meisten Leute brauchen ganz einfach diese Anzahl an Fahrstunden“, sagt er.

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