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Ab sofort wieder Bootstouren auf der Neiße

Die Corona-Lockerungen erreichen die Tourismusbranche. Der Rothenburger Tino Kittner kann als einer der Ersten durchstarten.

Tino Kittner kann aufatmen. Der Rothenburger Neiße-Tours-Chef darf ab sofort wieder Bootsfahrten auf der Neiße anbieten.
Tino Kittner kann aufatmen. Der Rothenburger Neiße-Tours-Chef darf ab sofort wieder Bootsfahrten auf der Neiße anbieten. © André Schulze

Eigentlich hätte es zu Ostern oder am ersten Mai-Wochenende kein freies Boot mehr bei Neiße-Tours gegeben. Doch in diesem Jahr war alles anders.

"Mein Handy klingelt sonst fast jede Minute. Jetzt, in der Corona-Krise, war es wie tot. Ich habe zu meiner Frau gesagt, dass sie mich mal anrufen soll." Der Funktionstest klappte. Es waren Tino Kittners Kunden, die in den vergangenen Wochen rein gar nichts vom Paddeln auf dem Grenzfluss wissen wollten, wissen durften. Umso glücklicher ist der Rothenburger jetzt, dass dies ab sofort wieder anders sein wird. "Nachdem durchgesickert ist, dass wir starten dürfen, gibt es schon erste Anfragen." Und das ist sicherlich erst der Anfang.

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Landkreis schickt Botschaft am Sonnabendmorgen

Die entscheidende Mail erreichte den Unternehmer am Sonnabendmorgen um 7 Uhr. Da schrieb Karl Ilg, Leiter des Kommunalamtes im Kreis, dass Bootsfahrten auf der Neiße nun wieder möglich seien - unter bestimmten Auflagen natürlich. "Ich war happy. Und positiv überrascht, dass im Landratsamt offenbar rund um die Uhr gearbeitet wird", erzählt Kittner über seine ersten Gefühle nach dem Blick in den Computer.

Was das Amt von ihm verlangt, kann er leicht erfüllen. Zunächst dürfen nur Familien, die zusammen wohnen, eines seiner Boote besteigen. Diese müssen vor jeder Nutzung desinfiziert und können nur einmal am Tag verliehen werden. "Wir haben 65 Boote. Ich denke, das wird für den Anfang reichen", sagt Kittner erleichtert.

Hoffen auf größere Nachfrage im Sommer

Der Zeitpunkt der Corona-Lockerungen kommt für Neiße-Tours noch zur rechten Zeit. Zwar hat das Unternehmen die ersten schönen Wochen des Jahres verpasst, weder Firmenausflüge noch Bootstouren auf Bober und Queis in Polen durchführen können. Doch das Jahr ist noch jung, ebenso wie die Saison. "Wenn die Leute ihren Urlaub dieses Jahr überwiegend zu Hause verbringen, wollen sie natürlich trotzdem was erleben. Das können sie bei uns. Vielleicht lassen sich die Verluste mit verstärkter Sommer-Nachfrage ein bisschen ausgleichen", hofft Kittner.

Bootstouren in Görlitz ab Tischbrücke

Seine acht Vollzeit-Angestellten hat er teilweise schon wieder aus der Kurzarbeit geholt. "Die lässt sich ja sehr flexibel nutzen und ist deshalb genau das Richtige für uns." Denn nun gilt es, die Schlauchboote wieder an ihre Einsatzorte zu bringen. Seit Montag wird ab dem Rothenburger Neißehafen schon wieder gefahren.

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Ab dem 16. Mai soll dies auch von Görlitz aus möglich sein. Dort müssen sich alle Bootsfans an einen anderen Anlaufpunkt gewöhnen. Wurden die Gummimonster bisher von Weinhübel aus ins Wasser gehievt, geschieht dies künftig von der Tischbrücke aus, dem früheren Volltuch-Gelände. Von dort aus stehen dann Touren bis zur Kunstmühle in Ludwigsdorf auf dem Programm.

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