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Abenteuer im Pfiffikus-Reich

Nach zwei Jahren Bauzeit haben Kinder und Erzieher die Kita bezogen. Den Kleinen gefällt’s. Sie haben sogar mitgearbeitet.

Von Katarina Lange

Lea und Paula strahlen übers ganze Gesicht. Kleine Zahnlücken verraten, dass die fünfjährigen Mädchen bald eine Zuckertüte tragen werden. Doch noch ist es nicht so weit. Und darüber sind Lea und Paula auch ganz froh. Denn im Moment ist ihnen noch nicht nach Schule. Für sie gibt es etwas viel Spannenderes. Die beiden Mädchen sind vor wenigen Tagen in die neu gebaute ASB-Kita Pfiffikus in Neustadt gezogen. Vom benachbarten Altbau ging es innerhalb von zwei Tagen mit Sack und Pack in das nagelneue Haus. „Und hier gefällt es uns jetzt richtig gut“, verrät Lea und kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Auch Paula hat sich an die neuen Räume schnell gewöhnt. „Alles ist so schön“, sagt sie. Der große Turnraum, die Bibliothek, die Terrasse. „Und der Werkraum“, ruft ein Spielkamerad dazwischen.

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Zwei Prinzessinnen hängen schon am Haken, ebenso wie der putzige Bär Winni Puuh. Die praktischen Garderobenmöbel stammen noch aus dem Altbau.
Zwei Prinzessinnen hängen schon am Haken, ebenso wie der putzige Bär Winni Puuh. Die praktischen Garderobenmöbel stammen noch aus dem Altbau.
In Reih und Glied stehen die Zahnputzbecher der Kindergartenkinder nebeneinander. Kleine Bilder verraten, welche Zahnbürste zu welchem Kind gehört.
In Reih und Glied stehen die Zahnputzbecher der Kindergartenkinder nebeneinander. Kleine Bilder verraten, welche Zahnbürste zu welchem Kind gehört.

„Wir sind froh, dass sich die Kinder so schnell eingelebt haben“, sagt Kinderhaus-Leiterin Sylvana Schumacher. Vom ersten Tag an hätten die Kleinen keine Berührungsängste gehabt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Kinder beim Umzug selbst mit angepackt haben. Die Mini-Stühle haben sie zum Beispiel vom Altbau in den Neubau getragen. Auch kleineres Spielzeug bugsierten die Kinder von A nach B. Um den Rest kümmerten sich die Erwachsenen. „Wir hatten eine riesige Helferschar“, erzählt Sylvana Schumacher und bedankt sich für deren Einsatz. Muttis und Vatis hätten zwei Tage lang Kisten geschleppt und die Räume eingerichtet. Auch die Neustädter Feuerwehr hat den Umzug unterstützt. Ein logistischer Kraftakt sei das gewesen, der wochenlang vorbereitet wurde. Der Aufwand hätte sich jedoch gelohnt. „Denn jetzt ist alles fertig, sogar die Dekoration“, sagt die Kita-Leiterin.

Und tatsächlich. Man sieht den Räumen nicht an, dass sie vor Kurzem noch völlig leer waren. Plüschtiere kuscheln in kleinen Sitzecken, an den Wänden hängen bunte Bilder, die Regale in der Bibliothek sind randvoll mit Büchern, und in den Waschräumen hängen blaue Handtücher in einer Reihe. Jedes Kind hat den gleichen Zahnputzbecher, sogar die Kämme sehen identisch aus. Auch der Turnraum im Erdgeschoss ist fertig für die erste Sportstunde. Nicht nur die Kinder haben auf den zwei Etagen nun mehr Freiraum bekommen. Auch an die Erzieher wurde gedacht. Für sie gibt es einen eigenen Personalraum. Einen Rückzugsort, der bisher fehlte.

Auf ein Highlight sind die Pfiffikusse besonders stolz. Im Erdgeschoss wurde ein Atrium integriert. Zwei Oberlichter und bodenlange Fenster sorgen für viel Licht. Drei abgesetzte Stufen bilden einen kreisförmigen Mittelpunkt. Auf der Treppe können die Kinder sitzen – ähnlich wie auf einer Tribüne. Das Atrium nutzen die Kinder schon jetzt. Nicht nur als Treffpunkt. Lea und Paula proben hier mit anderen Spielgefährten für die große Eröffnungsfeier. Einen Räubertanz haben sie dafür einstudiert. Am 20. Juni soll der Neubau gefeiert werden: Mit verantwortlichen Bauleuten, dem ASB, Ortsverband Neustadt, als Kita-Träger, der Stadt Neustadt und weiteren Ehrengästen. Einen Tag später, am 21. Juni, können sich die Neustädter dann selbst in den Räumen umschauen. Für sie wird ein Tag der offenen Tür veranstaltet, der von 14 Uhr bis 17 Uhr läuft. Auch dann werden die Pfiffikusse noch einmal auf der Bühne stehen. „Und selbstverständlich wird auch der Pfiffikus dabei sein“, verrät Sylvana Schumacher. Für das freche Maskottchen der Kita gibt es eine zusätzliche Überraschung. Denn der Rabe, der sein Quartier bisher auf einer Garage eingerichtet hatte, bekommt ein neues Nest. Wie das aussehen wird, wollen die Kinder aber noch nicht verraten. Sonst wäre es ja keine Überraschung mehr.

Rund 2,6 Millionen Euro wurden seit 2012 in den Kita-Neubau investiert, davon stammen 1,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Stadt Neustadt. Die neue Einrichtung bietet Platz für über 120 Kinder. Es gibt 36 Krippen- und 84 Kindergartenplätze. Doch nicht alle Kinder sind mit in den Neubau gezogen. Drei Gruppen mit vier- und sechsjährigen Kindern sind weiterhin im benachbarten Altbau untergebracht. Erst wenn sie eingeschult worden sind, wird dieses Objekt abgerissen.