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Abenteuer in der Unterwelt der Paragrafen

Deutschbaselitz. FürMitglieder vonJugendclubs gibt es imJuni ein Wochenende lang Interessantes undSpannendes zu erleben.

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Von Yvonne Kaden

Im Jugendclub wird eine Party gefeiert und während des Abends geht eine Straßenlampe vor dem Clubhaus zu Bruch. Was ist zu tun? Mit einer solchen oder ähnlichen Frage könnte Andrea Prittmann in Zukunft vielleicht zu tun bekommen, denn seit April ist die 18-Jährige Chefin des Jugendclubs Jiedlitz. Das bringt einiges an Verantwortung mit sich. „Es gibt viele Dinge zu beachten, auf die man erst mal nicht kommt“, sagt das blonde Mädchen und denkt zum Beispiel daran, was es zu regeln gibt, wenn im Club Musik aus dem Radio oder von der CD gehört wird oder worauf man achten muss, wenn man mit einer Gruppe Minderjähriger unterwegs ist und überhaupt, sollte sie sich mit Haftungsregelungen auskennen.

Um sich als Jugendclubleiterin in rechtlichen und finanziellen Dingen fit zu machen, wird Andrea Prittmann noch im Juni ein Wochenende im Camp in Deutschbaselitz verbringen. Zusammen mit zwei weiteren Jiedlitzer Vorstandsmitgliedern wird sie auf andere Jugendclubs treffen – drei Tage lang sind dann Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und Dazulernen angesagt. Andrea freut sich schon, denn vergangenes Jahr war sie auch dabei. „Ich habe viel Interessantes erfahren und der Stoff wurde sehr gut rübergebracht“, sagt sie.

Organisiert wird das Jugendclubcamp vom Verein Sächsische Landjugend und dem Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit. Andreas Mikus vom Netzwerk ist davon überzeugt, dass Jugendclubs wichtige Arbeit leisten und in den Gemeinden mehr als Treffpunkt und Partylocation sind. Viele Jugendliche organisieren Dorffeste oder sie veranstalten Rad- und Paddeltouren. Vor diesem Hintergrund müsse man die Clubmitglieder über Satzungen, Finanzierung, Erste Hilfe und auch grundlegende pädagogische Dinge informieren, so Andreas Mikus.

Man sollte aber keine Bedenken haben, dass in Deutschbaselitz nur trockene Theorie auf dem Plan steht. „Höhepunkt ist eine Canadier-Tour auf der Spree“, sagt Mikus. Außerdem muss man gemeinsam „Abenteuer“ bewältigen, wie etwa den Einstieg in die „Unterwelt“: Ein Reif hängt zwischen zwei Bäumen, zu hoch, um einfach durchzusteigen – er ist der Eingang, alle im Team müssen durch, keiner darf ihn berühren. Eine knifflige Aufgabe, die man nur gemeinsam lösen kann.