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Abenteuer Wallbach

Die Kreiselsperrung wirkt sich bis auf kleine Straßen aus. Eine Umleitung führt in die Irre. Ein Selbstversuch.

Von der Staatsstraße 36 dürfen nur Busse und Rettungsfahrzeuge in Richtung Hartha fahren. Die Polizei führt Kontrollen durch.
Von der Staatsstraße 36 dürfen nur Busse und Rettungsfahrzeuge in Richtung Hartha fahren. Die Polizei führt Kontrollen durch. © Frank Korn

Hartha/Wallbach. Wer derzeit mit dem Auto rund um Hartha unterwegs ist, muss sich aufgrund der Sperrung der beiden Kreisel auf der B 175 genau überlegen, wie er fährt. Der Anruf einer Leserin hat mich auf die Idee gebracht, von Hartha aus in Richtung Leisnig zu fahren. Dann will ich versuchen, möglichst ohne große Umleitung wieder zurückzukommen.

Von der B 175 biege ich kurz vor der Tankstelle in Hartha auf die Wallbacher Straße ab. In dieser Richtung ist der Verkehr für Pkw freigegeben. Auf der S 36 geht es weiter nach Gersdorf. Dort fällt mir ein Umleitungsschild auf, der Pfeil zeigt geradeaus. Die Zufahrt nach Wallbach ist gesperrt. Kurz vorm Abzweig Queckhain steht erneut ein solches Schild, diesmal zeigt der Pfeil nach rechts.

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In Wallbach ist die Ortsdurchfahrt gesperrt.
In Wallbach ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. © Frank Korn

Ich will probieren, ob man über Queckhain und Wallbach nach Hartha zurückfahren kann und biege rechts ab. Nachdem ich Queckhain verlassen habe und in Richtung Wallbach fahre, kommt mir ein Pkw mit Oschatzer Kennzeichen entgegen. Die Straße ist sehr schmal, deshalb fahre ich rechts heran. „Hier kommt man nicht durch“, sagt die Fahrerin. Sie will nach Hartha. Zuerst wollte sie von der S 36 auf die Wallbacher Straße abbiegen, doch das ist nur für Busse und Rettungsfahrzeuge erlaubt. Also ist sie umgedreht und den Umleitungsschildern gefolgt, um letztendlich in einer Sackgasse zu landen. „Für Ortsunkundige ist die Beschilderung total irreführend“, sagt sie und fährt wieder in Richtung Leisnig zurück.

Ich fahre trotz ihres Hinweises weiter nach Wallbach, bis ich vor einer Sperre stehe. Zu Fuß laufe ich weiter in den Ort hinein. Die Firma LFT aus Ostrau baut Wasserleitungen. Aus Richtung Gersdorf wird die Straße voraussichtlich am 17. Mai freigegeben, aus Richtung Queckhain dauert es bis Ende des Monats, wie Wolfgang Pollrich von der Firma LFT berichtet.

Ich spreche mit Leo Schiller, der in Walkbach wohnt. „Für die Anwohner ist die Zufahrt zu ihren Grundstücken gewährleistet“, sagte er. Jedoch hat auch er festgestellt, dass immer wieder Autos vor den Sperrschildern stehen. Manche fahren dennoch durch den Ort.

Auf dem Rückweg zum Auto begegne ich einem Mann aus Leisnig, der ebenfalls über Wallbach nach Hartha fahren wollte. Zunächst hatte er vor, über die Wallbacher Straße sein Glück versuchen, hatte aber gesehen, dass die Polizei dort kontrolliert. Auch er schimpft über die irreführende Beschilderung.

Dieses Schild suggeriert eine Umleitung in Richtung Hartha. Jedoch landet man in einer Sackgasse. 
Dieses Schild suggeriert eine Umleitung in Richtung Hartha. Jedoch landet man in einer Sackgasse.  © Dietmar Thomas

In den vergangenen Tagen hat die Polizei immer wieder an der S 36 Verkehrskontrollen durchgeführt. Offenbar zeigt dies Wirkung. „An dieser Stelle wurde am Donnerstagvormittag eine Ordnungswidrigkeit festgestellt“, sagte Doreen Göhler, Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion Chemnitz.

Beim Ordnungsamt der Stadt Leisnig, zu der Queckhain gehört, sind Anfragen von Bürgern zu den Umleitungsschildern eingegangen. „Wir werden beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr beantragen, die Ausschilderung zu korrigieren“, sagte Uwe Dietrich vom Ordnungsamt.

Für mich stellt sich nun die Frage, wie ich möglichst schnell wieder nach Hartha zurückkomme. Ich fahre nach Queckhain und auf die S 36 und dann über Minkwitz, Lauschka, Wendishain und Nauhain zurück. Nach zehn Kilometern Fahrt bin ich wieder am Ausgangspunkt vor der Tankstelle in Hartha.

Fazit: Mit dem Pkw muss man nicht die ganz großen Umleitungen fahren. Auf alle Fälle muss man aber mehr Zeit einplanen und entsprechend vorsichtig fahren. Und wohl akzeptieren, dass die Vollsperrung für die Bauarbeiten an den Kreiseln unumgänglich ist, wie Lasuv-Pressesprecherin Isabel Siebert betont.