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Meißen

Wie wirkt sich Corona auf die Müllgebühren aus?

Der Abfallzweckverband hat das Geschehen der letzten Wochen im Kreis Meißen analysiert. Hier sind die Ergebnisse.

Die Biotonne wird in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge trotz Corona-Krise weiter wöchentlich geleert.
Die Biotonne wird in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge trotz Corona-Krise weiter wöchentlich geleert. © Claudia Hübschmann

Landkreis. Wie viele andere Bereiche auch ist die Abfallwirtschaft in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz–Osterzgebirge stark von der Corona-Krise betroffen.

Wie hat sich das Abfallaufkommen während der Corona-Krise entwickelt?

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Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da die Müllmengen von Jahr zu Jahr schwanken. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) geht nach einer ersten Analyse davon aus, dass das Aufkommen leicht gestiegen sein dürfte. Dies hängt damit zusammen, dass viele Menschen zu Hause bleiben und Verpackungen aus dem Versandhandel und den Supermärkten anfallen.

 Spekulationen, es könnten Extra-Touren für die Müllabfuhr nötig werden, haben sich nicht bestätigt. So konnte es im Gebiet des ZAOE auch bei der wöchentlichen Leerung der braunen Tonnen bleiben. Gerade angesichts der im Frühjahr in Größenordnungen anfallenden Gartenabfälle wirkt die kostenfreie Abholung der mittlerweile weiträumig verbreiteten braunen Tonne in der Corona-Krise für viele Haushalte entlastend.

Welche Auffälligkeiten gab es in den vergangenen fünf Wochen?

Die Verbraucher verhalten sich weitgehend diszipliniert, schätzt der Abfallzweckverband ein. Obwohl die Wertstoffhöfe geschlossen werden mussten, um das Infektionsrisiko zu begrenzen, halten sich illegale Müllablagerungen in Grenzen. Die Mengen unterschieden sich nicht signifikant von denen, die vor der Corona-Krise in der Landschaft gelandet seien, sagt ZAOE-Geschäftsführer Raimund Otteni.

 Das Umweltlandesamt hatte vergangene Woche dazu geraten, derzeit nicht zu entsorgende Abfälle im Haushalt oder Garten zwischenzulagern und erst dann abzuliefern, wenn die Wertstoffhöfe wieder öffnen. Es sei nicht gestattet, Holz- und Gartenabfälle zu verbrennen oder Abfälle gar in der Natur oder auf öffentlichen Flächen zu entsorgen, so die Behörde.

Was lässt sich zu zusätzlichen Kosten sagen? Muss neu kalkuliert werden?

Da keine Extra-Müllabfuhr-Touren anfallen, gibt es auf diesem Gebiet keine Steigerung. Der Verband musste – wie viele andere Institutionen auch – Desinfektionsmittel kaufen, um die Mitarbeiter zu schützen. Für die Arbeit im Heimbüro wurden Investitionen in Technik nötig. Die Kosten hierfür halten sich jedoch in überschaubaren Grenzen. Die derzeitige Lage lässt sich nicht vergleichen mit den Ausnahme-Situationen etwa nach den Elbe-Fluten 2002 und 2013. Besonders 2002 fielen durch fehlende Erfahrungen und den Überraschungseffekt riesige Mengen an Sperrmüll an. Berge von Abfall mussten entsorgt werden, was zu erheblichen Mehrkosten führte.

 Der glimpfliche Verlauf der Corona-Krise hilft dem Zweckverband Abfallwirtschaft in einer schwierigen Phase. Aufgrund massiver Kostensteigerungen in vielen Bereichen hatte sich der ZAOE dieses Jahr gezwungen gesehen, die Gebühren nach einer langen Periode der Stagnation sehr deutlich anzuheben.

Wann können die Bürger wieder die Wertstoffhöfe nutzen?

Hierzu laufen bereits Abstimmungen innerhalb des Verbandes und mit involvierten Behörden. Die vom Freistaat und Bund beschlossenen neuen Vorgaben müssen beachtet werden. Wie in anderen Bereichen, zum Beispiel Bussen, S-Bahnen und Supermärkten wird es darum gehen, Masken-Pflicht und Abstandsregeln durchzusetzen.

 Hierzu sind organisatorische Vorarbeiten nötig. Es dürfte zu erwarten sein, dass Ablieferer angesichts längerer Wartezeiten Geduld mitbringen müssen.

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Alle Abfälle, die zu Hause von Verdachtsfällen oder leicht erkrankten Patienten erzeugt wurden und mit Sekreten kontaminiert sein können, wie Taschentücher, Mund-Nasen-Schutz, Hygieneartikel etc., sind als Restmüll zu entsorgen, so der Abfallzweckverband. Darunter fallen beispielsweise auch sonst verwertbare Abfälle wie Joghurtbecher, aus denen gegessen wurde. Die Abfälle dürfen nicht lose in dem Restabfallbehälter entsorgt werden, sondern müssen zuvor in stabile Müllsäcke verpackt und durch Verknoten oder Zubinden sicher verschlossen werden. Damit soll eine Gefährdung weiterer Nutzer der Restmülltonne und des Personals der Müllabfuhr sowie der Entsorgungsanlagen ausgeschlossen werden.

Einen Überblick zu Abholplätzen für Gelbe Säcke gibt es hier

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