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Abgefackelt, zugemüllt, zerscherbelt

Der städtische Bauhof muss den Großenhainern immer mehr hinterherräumen.

Der Pavillon im Stadtpark wurde schon 2015 abgefackelt. Aber auch überdachte Treffs am Kupferberg, am Spielplatz im Stadtpark, am Rostiger Weg oder im Öhringer Garten wurden immer wieder kaputtgemacht oder angebrannt.
Der Pavillon im Stadtpark wurde schon 2015 abgefackelt. Aber auch überdachte Treffs am Kupferberg, am Spielplatz im Stadtpark, am Rostiger Weg oder im Öhringer Garten wurden immer wieder kaputtgemacht oder angebrannt. © Brühl/Archiv

Großenhain. Durch die Medien geisterte kürzlich der Vorschlag, auf Zigaretten eine Art Pfand zu erheben. Abgesehen von einer neuen Einnahme war die Idee, dass dann vielleicht nicht so viele Kippen weggeworfen würden. 

Der Großenhainer Ordnungsamtschef schmunzelt. Das Thema ist auch für ihn ein Dauerbrenner. Warum Raucher die gelben Stummel überall fallenlassen, wo sie gehen und stehen, ist dem Nichtraucher Schmieder auch nie eingegangen. Doch das nützt ihm nichts.

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Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Der jüngste Versuch, dem unansehnlichen Abfall in der Innenstadt Herr zu werden, ist auch keine wirkliche Lösung. Staubsauber. Mit dem versuchten die Bauhofmitarbeiter, die Rillen zwischen dem Pflaster rund die Baumscheiben zu säubern. 

Allerdings: Damit war auch jedes Mal der gesamte Splitt weg und musste neu aufgefüllt werden. Jetzt wird der Staubsauger nur noch im Notfall eingesetzt. „Die Stummel mit der Hand herauszulesen, ist heute keinem mehr zuzumuten“, sagt Schmieder. 

Kehren ist gut und schön, aber die Innenstadt ist zugeparkt und die Kehrmaschine muss um die Autos zirkeln.
Kehren ist gut und schön, aber die Innenstadt ist zugeparkt und die Kehrmaschine muss um die Autos zirkeln. © Anne Hübschmann
Am Pavillon im Stadtpark kann man kaum noch treten, ohne dass man über Glasscherben läuft.
Am Pavillon im Stadtpark kann man kaum noch treten, ohne dass man über Glasscherben läuft. © Anne Hübschmann
Im Stadtpark landen sogar komplette Müllsäcke im Wasser. 
Im Stadtpark landen sogar komplette Müllsäcke im Wasser.  © Anne Hübschmann

Geändert hat sich vieles in den letzten Jahren. Geschäfte gehören plötzlich Pächtern und nicht mehr den Hauseigentümern, und die stehen eben nicht morgens als Erstes mit dem Besen da, um den Fußweg zu kehren. Eine Entwicklung, die am Frauenmarkt deutlich zu sehen sei.

Die Stadt wiederum zögert, in die Reinlichkeitslücke zu springen, und verweist immer wieder auf die Anliegerpflichten. So einfach wolle man es den Leuten nicht machen. Nahezu verloren ist das Mühen um Sauberkeit in großen Teilen des Landesgartenschaugeländes. Ob Öhringer Garten, Tal der Gräser oder die Skaterbahn an der Röder – Pavillons wurden abgebrannt, Dachlatten vom Grillplatz wurden herausgerissen, am Ende sogar der gemauerte Grill.

Die Skaterbahn ist ständig von Plastebechern, Glasscherben und Pizzapackungen vermüllt. Im Tal der Gräser tun die Stammtrinker das ihre. Nachdem zunächst Papierkörbe mehrfach abgetreten wurden, übersäten die Pullis die Grünflächen. Ein Alkoholverbot im Gartenschaugelände? Schmieder schüttelt den Kopf. Dafür müsste die Stadt dort statistisch einen Kriminalitätsschwerpunkt nachweisen, was er nicht ist.

Und selbst wenn, ein Alkoholverbot ist zeitlich begrenzt und danach müsste die Stadt den Nachweis erneut antreten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen den Gemeinden aufgegeben. Eine zu hohe Hürde, wie Matthias Schmieder findet.

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