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Abgehärtet und mit dicken Socken

Noch zweieinhalb Wochen, dann macht der Wochenmarkt im Stadtzentrum wieder dem Aufbau der Weihnachtsbuden Platz. Doch schon jetzt müssen die Händler der Kälte und dem Herbstregen trotzen. Die SZ stattete ihnen einen Besuch ab.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Gestern morgen acht Uhr auf dem Großenhainer Hauptmarkt. Es hat zwar noch nicht angefangen zu regnen, doch frisch ist es trotzdem. Die meisten Händler des Wochenmarktes sind schon seit einer Stunde auf dem Platz und bauen ihre Stände auf. Bis in den Nachmittag hinein müssen sie aushalten, egal was für Wetter kommt.

Warme Stiefel helfen

gegen kalte Füße

„Ich bin abgehärtet, mir macht die Kälte nichts aus“, sagt Gemüsehändlerin Inge Preibisch. Ihr Gesicht ist vom Wetter gezeichnet.. Einen Pullover, eine dicke Jacke und „extrem kälteschützende Stiefel aus dem Baumarkt“ hat sie sich heute angezogen, Mütze und Handschuhe liegen bereit. Gegen Kälte schützen muss sie am ehesten noch ihre Kartoffeln und Äpfel. Wenn’s richtig frostig wird, macht sie ihr Zelt deshalb von drei Seiten dicht und schaltet den Strahler an der Propangasflasche an. So ausgerüstet zieht die Großenhainerin nach Ende der Wochenmarktsaison am 6. November auf den unteren Frauenmarkt, wo der Gemüse- und Obstverkauf bis ins nächste Jahr hinein durch den Winter weiter geht.

Heiße Zitrone und heißer Tee sind der Geheimtipp von Silvia Haufe aus Meißen. Sie verkauft zwar warme Schuhe, doch für ihre innere Wärme muss sie selbst sorgen. „Ich hab zwei Paar Socken an und Strumpfhosen dazu. Außerdem eine Vliesjacke“, sagt Haufe. Bei Frost holt sie den Skianzug und Thermostiefel mit extra dicker Sohle aus dem Spind. Und dann darf es auch Glühwein oder Grog zum Aufwärmen sein.

Jeden Tag fährt Silvia Haufe in einen anderen Ort. „Die Pflicht ruft“ ist für die Händlerin nicht nur Motivation bei Wind und Wetter. Es ist ihre Existenzgrundlage. Da der Umsatz mäßig ist, wünscht sie sich, Großenhain würde nicht so lange mit der Weihnachtsmarkt-Vorbereitung trödeln. Da hätten die Händler hier noch ein paar Markttage und müssten nicht zu Hause bleiben.

Veit Jurig hat den Aufbau seiner zahlreichen Obst- und Gemüsekisten und der Pflanzen schon fast hinter sich. Jetzt freut er sich auf seine Frau. „Die bringt mir heißen Kaffee und was Süßes.“ Auch auf Vitamine setzt er gegen Krankheiten. Kälte ist für den Sörnewitzer Gärtner allerdings Gewöhnungssache. Mit dicker Unterwäsche und einer warmen Suppe zu Mittag hält er es die sechs, sieben Stunden aus.

Handschuhe verkaufen und selber welche tragen

Zum Weihnachtsmarkt wird Jurig neben Nüssen selbst Glühwein anbieten. Für alle Fälle hat auch er dann einen Propangasheizer. Für seine Alpenveilchen wird es ab minus drei Grad allerdings ganz kritisch.

Handschuhe, Mützen und Schals gegen die Kälte gibt es am Stand von Kaube-Moden. „Wenn wir unsere ganzen Kisten rausgeschleppt haben, ist uns schon warm“, meint Teo Kaube. Und das Ganze beim Einpacken dann nochmal. Auch zwischendurch bewegen sich die Verkäufer, um nicht zu frieren. Ein Schwatz mit dem Nachbarhändler muntert auch die Stimmung auf. Nicht zu vergessen natürlich die Beratung der Kunden.

Mitarbeiterin Doris Menzel bringt sich auch selbst warme Handschuhe mit und freut sich schon auf einen heißen Tee. „Sonst mach ich mir eben warme Gedanken und sage mir: Weihnachten steht ja bald vor der Tür.“