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Abholzaktion war rechtens

Am Buschmühlenweg in Lomnitz kamen mehrere Bäume unter die Säge. Anwohner befürchteten, dass das unrechtmäßig geschah.

© Willem gr. Darrelmann

Von Thomas Drendel

Lomnitz. Einwohner von Lomnitz sind sensibel, wenn es um das Fällen von Bäumen geht. Im vergangenen Jahr fielen entlang der Ottendorfer Straße gleich 30 Bäume denn Kettensägen zu Opfer. Es gab einen Aufschrei der Entrüstung. Jetzt sind in der Nähe des Buschmühlenweges wieder mehrere Bäume gekappt worden. Gemeinderätin Monika Zimmermann (Die Linke) fragte deshalb bei Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) an, ob bei der Aktion alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

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Auch der Lomnitzer Ortsvorsteher und CDU-Gemeinderat Helmar Heine wusste von dem Vorfall. „Es könnten auch Bäume darunter sein, die mit einer Marke der Gemeinde Wachau gekennzeichnet sind“, sagte er. Jetzt konnte der Wachauer Bürgermeister Entwarnung geben. „Die Fällaktion am Buschmühlenweg in Lomnitz hat im Einklang mit dem Waldgesetz gestanden“, sagte er. Die Bäume gehören einem Privatbesitzer. Er hat alle Vorschriften eingehalten. „Bei der Aktion wurden auch keine Bäume umgesägt, die von der Gemeindeverwaltung Wachau gekennzeichnet waren“, sagt er.

Fällung aus Sicherheitsgründen

Das bestätigt auch der Besitzer des Waldstückes. „Die Bäume standen alle auf Privatland“, sagt er. Seinen Namen will er nicht nennen. Die Abholzaktion hat nach seinen Worten aus Sicherheitsgründen stattgefunden. „Ein Baum drohte bei Sturm Elektroleitungen zu beschädigen. Deshalb musste er weg.“ Der zurate gezogene Förster bestätigte ihm das. Von einer Fachfirma wurden dann die Baumarbeiten erledigt. „Leider ist es so, wenn man im Wald einen Baum fällt, müssen ringsum meist weitere umgesägt werden, um dem größeren Baum eine freie Stelle zum Umfallen zu bieten.“ Das ist der ganze Grund, weshalb mehrere Bäume der Säge zum Opfer fielen. – Kopfschütteln herrscht indes in Lomnitz noch über die Abholzaktion im März und April vergangenen Jahres. Gesunde Laubbäume kamen unter die Säge. An den Stümpfen war zu sehen, dass das Holz überwiegend gesund war, also kein unmittelbarer Anlass zum Abholzen bestand.

Wie das Landratsamt anschließend mitteilte, wurden sie in Vorbereitung des Ausbaus der Straße zwischen Ottendorf und Lomnitz gefällt. Nach Angaben von Landrats-Mitarbeiterin Sabine Rötschke hat der Holzeinschlag in der vegetationsarmen Zeit, also im Winter, erledigt werden müssen. Nur dann ist es erlaubt, diese Bäume zu fällen. Ironie der Geschichte, der Grund für die Fällung, nämlich der Ausbau der Ottendorfer Straße, ist bisher nicht eingetreten. „Wir hätten uns also noch ein weiteres Jahr an der schönen Allee erfreuen können. Vermutlich sogar noch länger, denn die Bauarbeiten sind ja bekanntlich noch immer nicht in Sicht“, sagt der Waldbesitzer und spricht damit sicherlich vielen Lomnitzern aus der Seele.