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Abriss am Bahnhof Potschappel beginnt

Die Stadt investiert in die Infrastruktur rund ums Bürgerbüro. Ein Parkhaus soll entstehen, dafür muss Altes weichen.

Links der Bahnhof, hinten das Rathaus in Freital-Potschappel. Der alte Flachbau im Vordergrund wird abgerissen.
Links der Bahnhof, hinten das Rathaus in Freital-Potschappel. Der alte Flachbau im Vordergrund wird abgerissen. © Karl-Ludwig Oberthür

Endlich geht es los, aber doch nicht so richtig. In Freital-Potschappel am Bahnhof soll ein Parkhaus entstehen. Die Pläne sind gemacht, der Stadtrat hat alles beschlossen, der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) ist mit im Boot, die Stadt hat das Geld für den Eigenanteil im Haushalt eingeplant – aber noch fehlt die Zusage vom Land für die beantragten Fördermittel. 1,5 Millionen Euro soll der Freistaat aus Steuereinnahmen dazugeben, der VVO zahlt rund 460.000 Euro und Freital selber 340.000.

„Wir rechnen noch dieses Jahr mit der Fördermittelzusage“, sagt Rathaussprecher Matthias Weigel. Bis dahin bleibt die Stadt aber nicht untätig, sondern fängt schon mit vorbereitenden Arbeiten an. So wurde der Flachbau, ein alter Güterschuppen direkt an den Gleisen, entkernt und für den Abriss vorbereitet. „Damit können wir jetzt schon anfangen.“

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Für die Nutzer des Parkplatzes direkt davor auf der Straße Am Bahnhof heißt das, sie müssen in der nächsten Zeit wahrscheinlich auf andere Flächen ausweichen. Im Moment betrifft das Mitarbeiter der Stadtverwaltung selbst. Denn der Parkplatz ist für diese reserviert. „Je nach Bauablauf wird der Platz in Teilen oder insgesamt gesperrt“, sagt Weigel. Schon in der nächsten Woche könnte es damit losgehen. „Das passiert in Abstimmung mit der Abrissfirma.“

Der Platz vor dem Flachbau wird zur Zeit von der Stadtverwaltung noch als Parkplatz genutzt. Der wird jetzt durch das Parkhaus ersetzt. Das ist dann für jedermann kostenfrei nutzbar.
Der Platz vor dem Flachbau wird zur Zeit von der Stadtverwaltung noch als Parkplatz genutzt. Der wird jetzt durch das Parkhaus ersetzt. Das ist dann für jedermann kostenfrei nutzbar. © SZ/Tilman Günther

62 Parkplätze, zwei LadestationenGebaut wird, wenn es so weit ist, ein Parkhaus mit 62 Pkw-Plätzen, das dann nicht nur der Verwaltung, sondern jedermann kostenfrei zu Verfügung steht. Zudem werden vor dem Parkhaus 15 weitere Stellflächen für Autos entstehen, darunter auch zwei Behindertenparkplätze. Im Parkhaus selber gibt es zwei Stellplätze mit Ladestation für Elektroautos. Weitere könnten bei Bedarf später hinzukommen. Das wird beim Bau schon mit vorbereitet.

Für Fahrradfahrer sind zehn Bügel zum Anschließen ihrer Räder geplant und zusätzlich 17 Mietboxen. In denen können Fahrräder gegen Gebühr diebstahlsicher und trocken untergestellt werden. Eine Variante, die vor allem dann interessant ist, wenn man sein Fahrrad vielleicht auch mal mehrere Tage am Bahnhof lassen muss. Und für sechs Elektrofahrräder ist auch noch Platz – inklusive Lademöglichkeit.

Das Gebäude selbst wird massiv gebaut und mit Fertigteilen ergänzt. Es wird zweigeschossig sein. Eine Ebene liegt zum Teil unterhalb des Erdgeschossniveaus. Dadurch wird der 7,60 hohe Bau nicht zu weit hinausragen. An den Außenseiten sind Treppen als Auf- und Abgänge geplant. Einen Fahrstuhl wird es nicht geben. Die Zu- und Ausfahrten sollen an den Giebelseiten gebaut werden. Es gibt eine von der Straße Am Bahnhof sowie eine von der Gutenbergstraße aus.

Freital zahlt 100.000 Euro Umzugsbeihilfe an die Bahn

Seit 2017 wird bereits an dem Vorhaben gearbeitet. Zunächst hatte die Stadt den alten Güterschuppen für rund 30.000 Euro von der Bahn erworben. Zudem wurde eine Umzugsbeihilfe vereinbart. Die Bahn betrieb in dem Gebäude bis vor Kurzem einen Stützpunkt der Leit- und Sicherheitstechnikstelle. Freital zahlte 100.000 Euro für den Umzug. Damit hat sich die Stadt überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, an dieser Stelle den öffentlichen Raum neu zu ordnen und entsprechend zu nutzen. Doch selbst wenn der Bau in diesem Jahr noch beginnt, ist eine Fertigstellung bis Weihnachten wohl nicht mehr zu schaffen.

Aber für alle Auto- und Radfahrer verbessert sich am Ende die Situation. Denn aus den rund 30 Stellplätzen, die der Stadtverwaltung vorbehalten waren, werden 62, die für alle Freitaler und Gäste nutzbar sind. Und auch für Pendler, die ihr Rad am Bahnhof stehen lassen wollen, ist erst einmal gesorgt.

Die Stadt hofft, damit das Parkplatzproblem rund um Rathaus, Bahnhof und Bürgerbüro zu lösen. Da das Parken im neu gebauten Haus dann aber kostenlos ist, bleibt sie auf den Betriebskosten von etwa 20.000 Euro sitzen, die wiederum aus dem eigenen Budget, also aus Steuermitteln gedeckt werden müssen.

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