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Abriss am Lauengraben

Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft hat neue Ideen für das Gelände gegenüber vom Kornmarkt-Center. Doch erst einmal kommt dort ein Teil der Gebäude weg.

© Uwe Soeder

Von Sebastian Kositz

Mehr als ein Jahr nach dem Aus für die umstrittenen Pläne fürs Lauencenter rollen nun doch auf dem Gelände die Abrissbagger an. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) will die Hinterhäuser ihrer beiden Gebäude an der Äußeren Lauenstraße wegschieben lassen. Bereits Anfang Juli wird der Abriss starten, binnen weniger Tage möchte die Wohnungsbaugesellschaft dort Tabula rasa machen.

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Der BWB gehört das Eckhaus an der Goschwitzstraße und das direkt daran angrenzende grüne Gebäude daneben. Die Hinterhäuser beider Immobilien sind marode und teils einsturzgefährdet, kämen für einen Wiederaufbau nicht mehr infrage. Auch deshalb hatte sich die Wohnungsbaugesellschaft dazu entschlossen, die beiden Häuser wegreißen zu lassen.

In den vergangenen Tagen hatten Bauleute bereits mit der Entkernung der Hinterhäuser begonnen. Gegenwärtig prüfen Statiker, wie sich der Abriss am besten bewerkstelligen lässt. Der Schutt wird über die Einfahrt des Geländes am Lauengraben abgefahren, ein privater Grundstücksbesitzer hatte dazu sein nötiges Okay gegeben.

Zu den Kosten für den Abriss wollte BWB-Chefin Regine Rohark keine genauen Angaben machen. Für die Arbeiten hat die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft jedoch auch Fördermittel angezapft. Bund, Land und Stadt beteiligen sich somit zu einem Teil finanziell an dem Vorhaben.

Wie es konkret mit den beiden Gebäuden der BWB an der Äußeren Lauenstraße weitergeht, das steht gegenwärtig noch nicht fest. Erst kürzlich hatte Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm (CDU) angekündigt, das Gelände mit einem Mix aus Wohnen, Büros und Läden entwickeln zu wollen. Bis zu 3 000 Quadratmeter Verkaufsfläche seien denkbar, die verschiedenen Eigentümer der Grundstücke des Lauencenter-Areals hätten dazu bereits ihre generelle Bereitschaft signalisiert.

„Wir können uns eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe für unsere beiden Häuser an der Äußeren Lauenstraße sehr gut vorstellen, in diese Richtung gehen auch unsere Überlegungen“, erklärt Regine Rohark. Doch zunächst will die BWB erst einmal bis zum Jahresende den Bau des Kornmarkthauses umsetzen. Erst im Anschluss möchten sich die Verantwortlichen der kommunalen Wohnungsgesellschaft Gedanken machen, wie die Häuser an der Äußeren Lauenstraße angepackt werden.

Unterdessen schielt die BWB bei ihren Planungen aber auch schon auf die benachbarte Alte Posthalterei. „Grundsätzlich würde es sich anbieten, wenn wir das Gebäude mit unseren beiden Häusern gemeinsam entwickeln“, erklärt Regine Rohark. Die Posthalterei gehört der Stadt, von den Plänen, den historischen Bau nach dem Aus für das Lauencenter verkaufen zu wollen, waren die Verantwortlichen im Rathaus zuletzt wieder abgerückt. Gerade mit Blick auf die Entwicklungsziele für das Gelände müsse ein solcher Schritt genau abgewogen werden, kommentierte Oberbürgermeister Christian Schramm das Umdenken. Wie das im Detail gemeint ist, ließ er zunächst offen. Zugleich bleibt somit aber die Option für die BWB offen.

Neben diesem Gebäudeensemble im Bereich um die Goschwitzstraße und Äußere Lauenstraße hat die BWB aber noch ein weiteres Haus auf dem Gelände ins Visier genommen. Für das Gebäude am Lauengraben, in den sich einst die EP-Fernsehwerkstatt drin befand, lässt die Wohnungsbaugesellschaft derzeit prüfen, ob dort nicht künftig die Verwaltung der BWB einziehen könnte. Die Mitarbeiter sitzen derzeit noch in der Kleinen Brüdergasse. „Auch dazu ist noch nichts entschieden. Wir müssen sehen, ob das Gebäude überhaupt geeignet ist, dort etwa ein Fahrstuhl eingebaut werden kann“, sagt Regine Rohark.