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Abriss auf dem Czorneboh

Mit den Arbeiten beginnt die umfassende Sanierung der Baude. Allerdings kann nicht durchgehend gebaut werden.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

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Bis vor anderthalb Jahren lebten die langjährigen Wirte der Czorneboh-Baude noch darin. Jetzt ist vom Wohnhaus nicht viel mehr übrig als etwas Bauschutt. Mit dem Abriss des Gebäudes hat die Stadt Bautzen Anfang Januar mit den Sanierungsarbeiten auf dem Gipfel des Berges bei Cunewalde begonnen. Ihr gehört die Baude. 1,2 Millionen Euro fließen bis Ende dieses Jahres in das Gelände.

„Das Wohnhaus ist inzwischen komplett weg. Jetzt wird die Fläche geebnet“, berichtet Mathias Hille vom Ingenieurbüro Bauplanung Hille aus Bautzen, das die Arbeiten auf dem Czorneboh plant und leitet. Mitte nächster Woche werden diese Arbeiten beendet sein. Später soll genau an dieser Stelle eine neue Kläranlage entstehen.

Die Baude wird derzeit für die Sanierung vorbereitet. „Der Fußboden ist schon entfernt, die Küche ausgebaut. Jetzt werden die Wände abgehackt“, zählt Mathias Hille auf. Parallel dazu erarbeitet sein Büro die Entwurfsplanung. „Sie ist die Grundlage für den Baubeschluss, den der Stadtrat in seiner Sitzung am 25. März fassen soll“, sagt André Wucht von der Pressestelle der Bautzener Stadtverwaltung.

Eine besondere Herausforderung dieser Baustelle ist nach Aussagen von Mathias Hille die Logistik. Die zweieinhalb Kilometer lange und stellenweise sehr schmale Zufahrtsstraße, die von Cunewalde aus auf den Gipfel führt, macht es schwer, größere Technik nach oben zu bringen.

Außerdem ist die Straße in einigen Abschnitten in einem sehr schlechten Zustand. Das wird zwar dieses Jahr geändert. Doch genau darin liegt die zweite Schwierigkeit, die Mathias Hille so erklärt: „Im November soll die sanierte Baude übergeben werden. In acht Monaten Bauzeit wären alle anstehenden Arbeiten eigentlich gut zu schaffen. Aber dieses Jahr wird auch die Straße saniert. Dazu ist zeitweise eine Vollsperrung nötig, und dann kommen Handwerker und Technik nicht auf den Berg. Dadurch steht uns eben nicht die ganze Zeit von März bis November zur Verfügung.“

Dieses Jahr soll zuerst der obere Abschnitt der Straße zwischen erneuert werden. Er reicht vom Wanderparkplatz bis zur Baude. Vorgesehen ist der Ausbau auf eine Breite von dreieinhalb Metern plus je 50 Zentimeter Bankett auf beiden Seiten. Befestigt wird die Fahrbahn mit Asphalt. Als Auftraggeber der Arbeiten wird die Teilnehmergemeinschaft fungieren, die sich in Cunewalde am Verfahren der Ländlichen Neuordnung beteiligt. Wann die Arbeiten genau beginnen, steht noch nicht fest. Den Zeitplan stimmt die Teilnehmergemeinschaft mit der Stadt Bautzen ab. Die Kosten sind mit reichlich 587 000 Euro veranschlagt. Der größte Teil des Geldes soll mit Mitteln des Verfahrens der ländlichen Neuordnung bezahlt werden. Bautzen und Cunewalde beteiligen sich an der Finanzierung. „Die Zufahrtsstraße hat eine große Bedeutung für den Tourismus in Cunewalde sowie für die Stadt Bautzen als Eigentümer der Baude“, begründet Cunewaldes Bürgermeister Thomas Martolock (CDU).

Trotz der Straßenbauarbeiten soll die Sanierung der Bergbaude so zügig voran gehen, dass sie ab Dezember dieses Jahres wieder betrieben werden kann. Bis dahin sind das undichte Dach neu zu decken, Fußböden, Toiletten, Heizungsanlage, Elektrotechnik und die Küche zu modernisieren. Außerdem werden eine neue Wasserleitung verlegt und eine zeitgemäße Kläranlage gebaut. Die Gästezimmer erfahren vorerst keine Erneuerung. Für den Abriss des maroden Wohnhauses hat Bautzen sich entschieden, weil eine Sanierung sehr teuer geworden wäre.

Wer Pächter der Czorneboh-Baude wird, entscheidet die Stadt nach Aussagen von Pressesprecher André Wucht voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres. Ob ab Frühjahr wieder vorübergehend der Kiosk vor der Baude bewirtschaftet wird, steht bisher noch nicht fest. Eine Entscheidung dazu will Bautzen im März treffen.

Im vergangenen Jahr hatten Angelika Borrmann und Elmar Ladusch aus Wuischke von Pfingsten bis Anfang November den Kiosk bewirtschaftet, der 40 Sitzplätze im Freien bietet. Dadurch war auch die Besteigung des Aussichtsturmes möglich. Von Wanderern und Ausflüglern wurde das gut angenommen. An den Wochenenden im Oktober kamen jeweils 500 bis 600 Gäste.

Die langjährigen Pächter der Czorneboh-Baude – Christl Plößl und ihr Mann – hatten im Herbst 2013 eher als ursprünglich geplant aufgehört; aus Alters- und wirtschaftlichen Gründen. Seitdem ist die Gaststätte auf dem 555 Meter hohen Berggipfel bei Cunewalde geschlossen. Nach heftigen Diskussionen hatte der Bautzener Stadtrat im Herbst vergangenen Jahres für die Sanierung der Baude gestimmt.

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