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Absage an Mobilfunk-Betreiber

Stolpen. Mit Erfolg haben sich die Bürger gegeneinen neuen Sendemast eines Handynetz-Betreibers gewehrt. Bisher.

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Von Ute Himmer

Die Gefahr ist nicht vorüber“, sagt Isolde Herold. Die Sorgen der Stolpenerin drehen sich um einen Sendemast, den ein Handynetz-Betreiber auf einem Gebäude in der Burgstadt errichten will. Mit diesem Anliegen hatte er sich vor einigen Wochen an die Stadt gewandt. Doch Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) erteilte der Anfrage eine abschlägige Antwort. Viele Fragen, ob und in welchem Umfang die Strahlung einer solchen Antenne gesundheitliche Schäden auslöst, sind nicht restlos geklärt, begründet der Ratschef sein Nein. Wenn überhaupt ein Sendemast errichtet wird, dann nur in einem unbebauten Gebiet, fern von den Wohnungen, so der Bürgermeister.

Auch der Ortschaftsrat war nach einer umfassenden Diskussion zu dieser Überzeugung gelangt. „Das Thema wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert“, sagt Ortsvorsteher Hans-Jürgen Friedrich. Einerseits geht es darum, immer und überall erreichbar zu sein. Andererseits möchten die wenigsten die notwendige Infrastruktur dafür in ihrer Nähe haben. Nach dem Abwägen des Für und Wider lehnte das Gremium letztlich das Anliegen ebenso ab.

„Alle, die gegen Mobilfunkantennen in der Stadt sind, haben diese Haltung begrüßt“, sagt Isolde Herold. Immerhin hatte sich damit das Engagement dieser Stolpener gelohnt, die Unterschriften gegen das Atennenvorhaben sammelten. Über 150 Einwohner der Burgstadt hatten sich auf diese Weise positioniert. Zu ihnen gehört auch Anka Miethke. „Es gibt für einen Sendemast sicher bessere Standorte als ein Wohngebiet“, sagt sie. Schließlich gehe es um die Gesundheit von allen. Miethke ist sich sicher, dass es für das Problem eine technische Lösung gibt, mit der die Bürger und der Handynetz-Betreiber leben können.

Auch Isolde Herold war an einigen Abenden treppauf und treppab auf Unterschriftensammeltour unterwegs gewesen und freut sich gleichfalls über das Ergebnis. Aber sie weiß auch aus der Erfahrung, dass damit das Thema beendet ist. „Wenn die erste Anfrage abgeschmettert wurde, bedeutet dies nicht, dass das Unternehmen aufgibt. Schließlich könnte der Netzbetreiber auf Privatleute zugehen, um auf deren Gebäudedach die Antenne zu installieren. Da dies nicht unentgeltlich ist, sind einige Scheine schon ein Lockmittel. „Ich denke nicht, dass Stolpener so verantwortungslos sind, sich davon verführen zu lassen“, sagt Herold. Wie es mit jenen aussieht, die in der Burgstadt ein Haus gekauft haben und zugezogen sind, kann sie allerdings nicht beurteilen.

So hoffen die Unterschriften-Initiatoren, dass alle Stolpener die mögliche Gefahr erkennen und auch die Stadt bei ihrer Meinung bleibt. „Bis jetzt gibt es keine erneute Anfrage“, sagt Steglich. Aber auch bei einer Wiederholung wird die Antwort lauten, dass ein Sendemast aus kommunaler Sicht nur in einem unbebauten Gebiet eine Chance hätte, bekräftigt der Ratschef seine Haltung.