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Abschied in die Winterpause

Erstmals wurde in der Energiefabrik ein Katalog in CD-Form präsentiert. Damit endet nicht nur die Ausstellung von Gerhart Lampa.

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Von Silke Richter

Ihre Befürchtung sollte sich letztlich bewahrheiten. Ahnte Kathleen Hofmann doch im Vorfeld schon, dass am Sonnabend Vormittag nur sehr wenige Besucher den Weg in die Energiefabrik finden werden. So war es dann auch. Aber dennoch ging die Vision von Kirstin Zinke und ihrem Team auf. Denn mit der im Sommer dieses Jahres eröffneten Ausstellung von Gerhart Lampa wurde ein durchdachtes Begleitprogramm ins Leben gerufen, das die Besucher zum Mitmachen aktivieren sollte. Eine Kombination von Technik und Kunst, wie sie der verstorbene Maler selbst auslebte und in seinen Kunstwerken auch zum Ausdruck brachte. Verschiedene Workshops und Projekttage luden Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene dazu ein, selbst zu Palette und Pinsel zu greifen. Mit den Farben der Lausitz. Diese wurden aus typischen Dingen aus der Region selbst hergestellt.

Antwort auf die Frage, ob das Vermischen von Leinöl, Kohlestaub und Eiweiß auch wirklich die Farbe Schwarz ergibt, gab es inklusive. Vorausgesetzt, man probierte es einfach selbst einmal aus. Es ging hierbei auch gar nicht darum, ob man nun grundsätzlich malen könne oder nicht. Vielmehr standen das Experimentieren und die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Lausitz aus anderer Sicht im Vordergrund. Mit dem Angebot vor oder hinter historischer Kulisse, nämlich der Energiefabrik, künstlerisch tätig zu werden. Und dabei der Fantasie eigenen Raum zu geben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Kunstwerk von Gerhart Lampa einen neuen Namen bekommen hat: Die schwarze Haifischflosse am Horizont. Eigentlich zeigt das Bild ein Tagebaugroßgerät. Doch viele Kinder haben das Kunstwerk anders interpretiert. Gut so, findet Kirstin Zinke. „Genau das war unser Anliegen. Kunst und Technik miteinander zu kombinieren und Besucher zu Akteuren machen“, erklärte die Museumsleiterin. Wegen der sehr hohen Nachfragen und der großen Resonanz zu dem Begleitprogramm der Werksausstellung will man in der Energiefabrik im kommenden Jahr daran anknüpfen und ähnliche Projekte und Kurse anbieten. Für jedermann.

Erstmals wurde am Wochenende auch der neue virtuelle Katalog zur Exposition von Gerhart Lampa vorgestellt. Die Publikation in Form einer CD ist bis jetzt einzigartig. Sie soll aber weitere Nachfolger auch von anderen, neuen Ausstellungen finden. „Wir haben extra diese moderne Form des Kataloges gewählt. In erster Linie, um Kinder dafür zu begeistern. Denn fast jeder hat heute einen Computer zu Hause. Die junge Generation schiebt doch schneller mal eine CD rein, als stundenlang in einer Broschüre zu lesen“, ist sich Kathleen Hofmann vom Bereich Museumspädagogik ganz sicher. Die ersten Exemplare des neuen virtuellen Kataloges im Wert von fünf Euro gab es am Sonnabend für die Besucher gratis.

Am Sonntag war die Energiefabrik in diesem Jahr letztmalig geöffnet. Das heißt aber nicht, dass auch die Mitarbeiter in den „Winterschlaf“ gehen. „Wir widmen uns jetzt den Aufgaben, die liegen geblieben sind, und dem neuen Veranstaltungskalender. Wir haben noch reichlich zu tun, bis die Fabrik Mitte Februar wieder öffnet. Deshalb wird es auch keine Neujahrsführung geben. Vielleicht übernächstes Jahr wieder“, so Kirstin Zinke.