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Abschied ohne Worte

Statt mit Sebastian Schuppan zu verlängern, hat Dynamo zwei neue Außenverteidiger geholt. Eine Entscheidung mit fadem Beigeschmack, erklärt der Ex.

© Robert Michael

Von Tino Meyer

Er hat gewartet, sich hinhalten lassen, wieder gewartet und sich selbst entschieden: für Arminia Bielefeld. Dass Sebastian Schuppan, der sich zu Dynamo Dresden bekannt hat wie nur wenige seiner bisherigen Mitspieler, nun für die Mannschaft spielt, die den Abstieg der Schwarz-Gelben besiegelte, macht misstrauisch. Wie kann er nur, haben Fans verwundert gefragt.

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Seine Antwort: Dynamo wollte es nicht anders – was der Verein mit den am Freitag offiziell vermeldeten Transfers der Außenverteidiger Nils Teixeira und David Vrzgovic auch bestätigt. „Ich habe kein Problem damit, dass ich nicht mehr gewollt bin. Doch die Art und Weise macht mich traurig“, sagt der 27-Jährige auf SZ-Nachfrage und widerspricht damit dem in den vergangenen Tagen in Dresden entstandenen Eindruck, beide Vereine gegeneinander ausgespielt zu haben. „Das“, sagt er aufgebracht, „finde ich ein starkes Stück. So etwas mache ich nicht.“

Der Kontakt zu Bielefeld sei kurzfristig entstanden. „Ich denke, gegen Arminia habe ich ein gutes Spiel gemacht. Wahrscheinlich ist das den Verantwortlichen im Gedächtnis geblieben“, mutmaßt Schuppan, spricht von überzeugenden Gesprächen mit Bielefelds Trainer Norbert Meier und einer schnellen Einigung. „Das ging ratzfatz innerhalb von einer Woche.“ Bei Dynamo bevorzugte man dagegen die Hinhaltetaktik.

Kurz nach dem Abstieg hatte Sportdirektor Ralf Minge zwar zu Schuppan gesagt, dass er ihn beim Aufbau einer neuen Mannschaft unbedingt dabei haben will, dafür aber das Okay des neuen Trainers einholen muss. Das hat Stefan Böger offenbar gegeben, nur passiert ist lange Zeit nichts. „Nach drei Wochen hat Herr Minge dann bei meinem Berater angerufen und gesagt: Mein Vertrag wird verlängert. Ich sollte ein Angebot erhalten. Aber es kam nichts, gar nichts“, erklärt Schuppan, dem zunehmend bewusst wurde, „dass ich offenbar weder Lösung eins, zwei oder drei bin, sondern noch viel weiter hinten auf der Liste stehe.“ Als sich Bielefeld meldete, hat er die Sache deshalb in seinem Sinne geregelt. Wer wie er vier Jahre bei Dynamo gespielt hat, aber fünf Wochen vergeblich wartet, „kann davon ausgehen, dass nichts mehr passiert“. So sieht Schuppan das.

Eine Absage von Minge hat er nie erhalten. „Das wäre wenigstens eine klare Aussage gewesen. Damit ließe es sich auch besser umgehen“, sagt der Außenverteidiger, der an diesem Wochenende trotzdem noch einmal nach Dresden zurückgekehrt ist: zum schnellen Sachenpacken. Am Montag beginnt auch in Bielefeld das Training. Schuppan freut sich drauf. Es fühle sich immer gut an, wenn Leute von einem überzeugt sind. Bei Dynamo hat er so viel Vertrauen schon lange nicht mehr gespürt.