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Abschied vom Laubegaster Inselfest

Weil die Kosten ständig steigen, zieht der Verein die Reißleine. Einen richtigen Abschied wird es in diesem Jahr aber noch geben.

Der Rückwärtslauf hat beim Inselfest Tradition. SZ-Redakteur Peter Hilbert (r.) war fast jedes Jahr am Start. Nun hat er nur noch einmal die Chance auf den Sieg.
Der Rückwärtslauf hat beim Inselfest Tradition. SZ-Redakteur Peter Hilbert (r.) war fast jedes Jahr am Start. Nun hat er nur noch einmal die Chance auf den Sieg. © Archiv/André Wirsig

Regen, Hitze, Eintrittspreise, Schuleinführungen – Gründe, warum einem Straßenfest die Gäste ausbleiben könnten, gibt es viele. Das war beim Laubegaster Inselfest zum Glück noch nie der Fall. Zumindest kamen immer so viele Besucher, dass das Fest im Jahr darauf wieder stattfinden konnte. Nun wird das Inselfest in diesem Jahr trotzdem zum letzten Mal gefeiert.

Denn es gibt viele weitere Gründe, die ein Straßenfest zum Risiko machen. Etwa, wenn ein Hochwasser das Laubegaster Ufer überflutet und den Organisatoren vom Inselfest-Verein einen Strich durch die Rechnung macht. Wie 2013. Dabei war der Verein damals schon fluterprobt – schon 2008 und 2010 drohte die Elbe mit einem hohen Pegel, damals gab es eine Alternative: Eine der Bühnen konnte auf einen trockenen Teil der Elbwiese ausweichen. 2013 war das Hochwasser zu schlimm und den Bewohnern am Ufer nicht zum Feiern zumute.

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Und weil das Fest im vergangenen Jahr genau auf jenes Wochenende fiel, an dem die Dresdner Erstklässler ihre Schuleinführung feierten, ließ der Verein 2018 lieber die Finger davon. „Ohne etwas Mut wird es schwer, das Risiko auszublenden, das so ein Fest mit sich bringt“, sagt Vereinsvorsitzender Falk Altmann.

Er meint das finanzielle Risiko. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kostet viel Geld, und deshalb sollte das Risiko eben nicht zu groß sein. Ausgaben für Wasser und Strom, Müllentsorgung und Sicherheitspersonal, Bühnentechnik und Musikbands – all das muss der Verein mit seinen Einnahmen stemmen. In den vergangenen Jahren stiegen diese Ausgaben zusehends – allein von 2016 auf 2017 erhöhten sie sich um rund 11 000 Euro. Und auch in diesem Jahr müssen Festkosten von fast 94 000 Euro gedeckt werden. „Wir haben im Verein abgestimmt und gemeinsam entschieden, dass es dieses Jahr das letzte Inselfest sein wird“, erklärt Falk Altmann.

Das sei nicht leicht gefallen, jetzt nach 17 Jahren, einfach Schluss zu machen. Aber neben den Finanzen drückt auch der größer werdende Verwaltungsaufwand, Anträge, Genehmigungen, Sicherheitskonzept. Viele Mitstreiter – fast alle selbst Laubegaster – sind von Anfang an dabei. Im Inselfestbüro in der Troppauer Straße haben sie gemeinsam Ideen gesponnen, etwa zum Motto. Das letzte Fest 2017 drehte sich um die Laubegasterin Melli Beese, Deutschlands erste Frau, die die Pilotenprüfung bestand. Es gab einen Rückwärtslauf mit Kostümen passend zum Motto, genauso wie ein Suchspiel, das die Spuren der berühmten Laubegasterin im Stadtteil verfolgte.

Altmann ist für das musikalische Programm verantwortlich, hat immer wieder neue Bands auf die drei Bühnen geholt, hat ein richtiges „Inselfestival“ auf die Beine gestellt. Das werde ihm schon fehlen, sagt der 49-Jährige. Zum Abschied kommen viele Musiker, die das Inselfest schon länger begleiten. Wie die Jindrich Staidel Combo, die am Sonntag, 20 Uhr, zum Ausklang auftreten wird. Und es kommen Neue: Yellow Umbrella unterhält das Publikum am Freitagabend mit Reggae und Ska.

Das Motto 2019: „Mit Pauken und Trompeten“. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, welche Kostüme zum Rückwärtslauf am Sonnabendvormittag zu sehen sind.

Das 16. Inselfest steigt vom 9. bis 11. August am Laubegaster Ufer zwischen Neuberinstraße und Coselgasse. Das Wochenendticket für alle drei Tage kostet 9 Euro im Vorverkauf, Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Alle Infos zum Programm an den einzelnen Tagen: www.inselfest-laubegast.de

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