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Abschied vom letzten Görlitzer Weihnachtsbaum

Bis Mittwochmittag stand der Baum am Untermarkt noch. Dann kam die Säge. Über einen Nachfolger wird nachgedacht.

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© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

So gegen drei am Nachmittag war sie gestern dahin, die weihnachtliche Pracht auf dem Untermarkt. Die Sägen des Betriebshofes hatten dem Christbaum hier den Garaus gemacht. Schön sah sie aus, die prächtige Tanne. Sie kam aus Biesnitz, schaffte das stolze Alter von 33 Jahren.

„Die Tanne war ein echtes Schmuckstück“, sagt Tino Wallor von der Kulturservicegesellschaft. Er hatte den Baum ausgewählt. Seit 2011 ist er für den Untermarkt-Weihnachtsbaum zuständig. Dieses Jahr blieb der lange stehen, länger als ein Baum zuvor. „Er war eben sehr schön anzuschauen. Deshalb hatten wir entschieden, ihn erst nach Maria Lichtmess abtransportieren zu lassen“, schildert Tino Wallor. Am Mittwochmorgen, gegen acht Uhr, war der Anfang des Endes der Tanne. Die Geschenkpakete, die den Baum zierten, wurden abgenommen, die Beleuchtung. Das Ganze zog sich hin.

Die Kollegen des Betriebshofes hatten zwischendurch andere Aufgaben zu erledigen. Deshalb konnten sie erst nach dem Mittag die Säge ansetzen. Wohin nun mit dem Grün? Um die Äste kümmert sich eine Firma, sagt Tino Wallor. Der Tierpark in Görlitz scheint in diesem Jahr mit Weihnachtsbaumspenden ausgelastet, brauchte das Grün vom Untermarkt nicht. Das Holz des gesunden Stammes wurde an private Interessenten vergeben. Der Abschied von der Tanne, er fiel Tino Wallor doch schon einigermaßen schwer, schwerer als von den Bäumen in den Jahren zuvor. „Es war der größte und schönste Baum, den ich bisher auf dem Untermarkt hatte“, sagt er. Die Höhe, die Breite, alles sei nahezu ideal gewesen.

Einfach war das Fällen des Prachtstückes nicht. Der Baum fiel als Ganzes, wurde nicht von oben in Teile zerlegt. „Die Kollegen vom Betriebshof achteten darauf, dass während des Fällens keine Leute über den betreffenden Teil des Untermarktes gingen“, schildert Tino Wallor. In zehn Monaten muss sich der Mann vom Kulturservice schon wieder Gedanken um einen neuen Baum für den Untermarkt machen. Und er verrät: „Ich habe schon einen im Auge, womöglich noch schöner, aber auch noch größer.“ Ob der dann überhaupt auf den Platz passen wird – Tino Wallor hat noch Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Fest steht allerdings: Advent und Weihnachten 2016 kommen schneller als gedacht.