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Freital

Abschiedsstimmung in den Baumärkten

Die einen bereiten noch schnell die Gartensaison vor, die anderen das nächste Renovierungsprojekt. Ab Montag ist zu.

Die letzte Chance: Am Sonnabend war großer Andrang am Toom Baumarkt in Freital.
Die letzte Chance: Am Sonnabend war großer Andrang am Toom Baumarkt in Freital. © Annett Heyse

Am Freitag hatte sich die nächste Anordnung, dass ab Montag auch alle Baumärkte geschlossen sind, noch nicht herumgesprochen. Und so war am Mittag wenig los im Obi-Markt in Bannewitz. Trotzdem stand am Eingang ein Sicherheitsmann. Wer rein wollte, musste warten, bis ein Kunde den Baumarkt verließ. Erst dann wurde der Nächste durchgewunken. 

Beliebt sind nun vor allem zwei Dinge: Alles für den Garten und Farbe für die Wände. In den Einkaufswagen stapeln sich Farbtöpfe, Pinsel, Blumenerde und Hornveilchen. Die einen planen, in der erzwungen Freizeit offensichtlich das nächste Renovierungsprojekt. Die anderen wollen Gärten und Balkone auf Vordermann bringen.

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Fragen dazu sollte man nun allerdings nicht haben. Denn Beratungen finden nicht mehr statt. Alle Tresen sind mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Auf Aushängen wird informiert, man könne den gewohnten Service bis auf weiteres nicht anbieten. Verständnis hat nicht jeder. "Ich habe eine Frage, ich will da mal was wissen", blafft ein älterer Kunde eine Mitarbeiterin an. Die bleibt ruhig und antwortet, dass sie leider keine persönlichen Kundenkontakte haben darf. Anweisung der Marktleitung, dass sei in jedem Obi-Markt jetzt so. "Da könnt Ihr doch gleich zumachen, ihr Idioten", schimpft der Mann und stürmt zum Ausgang.

Im Toom in Freital geht es am Freitagnachmittag weniger streng zu. Im Kassenbereich sind zwar Markierungen angebracht, damit die Kunden beim Anstehen zwei Meter Abstand halten. Aber die Mitarbeiter geben bereitwillig Auskunft, wenn jemand eine Frage hat - mit dem nötigen Abstand, versteht sich. Der Andrang hält sich noch in Grenzen. Holger Weiß, ein Dresdner, der in Freital arbeitet, hat sich mit Estrich und mehreren auf Länge geschnittenen Vierkanthölzern eingedeckt. "Ich will am Haus weiterbauen und da ich ab Montag auch zu Hause bleiben muss, will ich die Zeit gleich nutzen." Seine Frau hat eine Palette Primeln auf dem Arm. "Für die Blumenkästen auf der Terrasse", sagt sie. 

Kurz darauf ist es mit der Ruhe vorbei. Schnell spricht sich am Freitagnachmittag herum, dass auch Baumärkte bald nicht mehr öffnen dürfen. Es dauert nicht lange, da hat sich vor dem Toom eine Schlange gebildet. Nun wird alles gekauft, was man irgendwie in den nächsten Tagen gebrauchen könnte: Tapetenkleister, Silikon und noch mehr Pflanzen.

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Am Sonnabend hat sich die Lage längst nicht beruhigt. Am Toom steht eine gut 30 Meter lange Schlange. "50 Prozent auf alles, was blüht", wirbt ein großes Schild. Die Kunden werden schwungweise in den Markt gelassen - und sie kaufen. Vor allem die Hobbygärtner nutzen ihre letzte Chance und karren Einkaufswagen voller Primeln, Stiefmütterchen und Blumenerde aus dem Toom. Eines ist nun gewiss: Auch wenn in Freital und Umgebung in den nächsten Tagen vieles stillsteht - wenigstens blüht es dann überall und sieht schön bunt aus.