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Abstieg auf Raten

Eine Dresdnerin verlor erst ihre Arbeit, dann ihre Wohnung. Nun stand sie wegen eines Diebstahls in Heidenau vor Gericht.

Von Stephan Klingbeil

Im Eiltempo wurde Bianca D. aus Dresden vor Kurzem vor dem Amtsgericht in Pirna verurteilt. Die 30-Jährige musste sich dort wegen Diebstahls verantworten. Am 25. November vorigen Jahres war sie im Heidenauer Real-Einkaufsmarkt erwischt worden, nachdem sie sich dort Kosmetik eingesteckt hatte. Der Wert: kaum 25 Euro.

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„Warum nur haben Sie diese Sachen geklaut, Sie sind doch von Natur aus schön?“, hakte die Richterin zunächst nach. Der Beschuldigten war das Ganze sichtlich peinlich. „Es tut mir leid, ich bin durch meinen Ex-Freund abgestürzt“, erklärte sie vor Gericht. Zunächst habe sie zehn Jahre lang als Bürokauffrau gearbeitet. Dann wurde die Buchhaltung ihrer Firma in die alten Bundesländer verlegt. Ihre Dienste waren nicht mehr gefragt. In der Arbeitslosigkeit lernte sie „die falschen Leute“ kennen. Nach der Trennung von ihrem Partner war sie obdachlos. „Derzeit wohne ich bei einem Kumpel, bekam jetzt eine befristete Tätigkeit vom Arbeitsamt vermittelt“, sagte sie.

Bis vor einem halben Jahr sei die Angeklagte auch nicht straffällig gewesen. Dann wurde die Frau aber einmal beim Stehlen von Parfüm im Heidenauer Netto-Markt ertappt, bekam eine 100-Euro-Geldstrafe aufgebrummt. Kurze Zeit später folgte eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Sie war im Auto angehalten worden, hatte Crystal bei sich. Als Strafe dafür hätte sie 400 Euro gezahlt. Dies erfuhr die verwunderte Angeklagte jedenfalls jetzt vor Gericht. „Ich hab das aber nicht bezahlt“, stutzte sie. Laut Gericht waren allerdings alle Forderungen beglichen.

Der Richterin war schließlich wurscht, wer die Geldstrafen für Bianca D. beglichen hatte. Sie verurteilte die Angeklagte nun zu einer weiteren Geldstrafe über 300 Euro.