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Abwasser: Zeit drängt

WereineeigeneKläranlage bauen muss, sollte jetzt Fördermittel beantragen, raten die Stadtwerke.

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Von Christian Eißner

Rund 150 Pirnaer Grundstücksbesitzer müssen für ihre Häuser in den kommenden Jahren eine eigene Kleinkläranlage bauen bzw. ihre alte Anlage nachrüsten. Diesen Familien raten die Stadtwerke jetzt, sich darüber Gedanken zu machen, wann sie investieren möchten und sich so schnell wie möglich Zuschüsse zu sichern. Ende dieser Woche erhalten alle betroffenen Familien einen Brief von den Stadtwerken.

Die Grundstücke der betroffenen Familien werden nicht an einen öffentlichen Kanal angeschlossen, weil sie zu weit weg vom nächsten Ortskern liegen oder das Gelände einen Kanalbau schwierig macht. Das ist zum Beispiel in Nieder- und Obervogelgesang, für die Weinleite und die Wesenitzleite der Fall. Wer hier ein Haus hat, soll bis spätestens 2015 eine eigene kleine Kläranlage bauen, die je nach Ausführung ab 5000 Euro kostet.

Um die finanzielle Belastung für die Familien etwas zu mindern, reicht der Freistaat Sachsen Fördermittel aus. Das Gesetz dazu ist relativ jung, dennoch raten die Stadtwerke, mit einem Antrag auf Förderung nicht bis zur letzten Minute zu warten. Die Sächsische Aufbaubank (SAB) muss schon jetzt eine Antragsflut abarbeiten. „Nach derzeitiger Einschätzung der SAB ist anzunehmen, dass die Fördermittel Ende 2012 ausgeschöpft sein werden“, sagt Lothar Dießner, Abwasser-Experte bei den Stadtwerken. Bis Ende 2007 sind nach Informationen der SAB bereits 42000 private Anträge auf Förderung eingegangen. Deren Umfang: rund 81 Millionen Euro.

Wer für seine zu bauende Kleinkläranlage einen Zuschuss haben möchte, muss eine sogenannte Interessensbekundung abgeben. Dieses Formular reichen in Pirna die Stadtwerke aus. Es liegt den jetzt verschickten Briefen bei. Will eine Familie zum Beispiel 2009 ihre Kläranlage bauen, muss die Interessensbekundung bis zum 30. Juni 2008 eingereicht sein.