merken
PLUS

Abwasserbetrieb gräbt großes Loch in die Leßkestraße

Meterdick sind die Kanäle, die an der Stelle bearbeitet werden. Ziel ist ein Schutz des Kanalsystems vorm Überlaufen bei Starkregen.

Von Matthias Weigel

Die Leßkestraße ist bis voraussichtlich 31. Juli zwischen Zufahrt zum Parkplatz Neumarkt und Weißeritzbrücke voll gesperrt. Der Abwasserbetrieb werkelt hier an einem Regenbauwerk, teilte die Stadt vergangene Woche mit. Doch was harmlos klingt, wird beachtliche Dimensionen annehmen.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Hintergrund der Arbeiten ist die mächtige Menge Regenwasser, die im eigenen Kanalnetz des Edelstahlwerkes anfällt. Auf 26 Hektar Fläche kommt einiges zusammen. Die Entsorgung ist letztlich nicht nur eine Frage des Preises, sondern vor allem des Fassungsvermögens vom Abwassernetz – das die Menge bei möglichen Starkregenereignissen nicht aufnehmen kann und überläuft bzw. sich Rückstaus bilden. Mit hochgedrückten Schleusendeckeln und überlaufenden Gullis und stellenweise überfluteten Straßen wäre zu rechnen.

Das soll nun, nach jahrelangen Planungen, der Vergangenheit angehören. Dazu baut das Stahlwerk an der Hüttenstraße nahe Bahnunterführung/RVD-Betriebshof ein Regenrückhaltebecken. Die ursprüngliche Variante, das Wasser über den Hüttengrundbach in die Weißeritz zu bugsieren, platzte. Denn dorthin wird im Wesentlichen das Wasser von den Halden im benachbarten Saugrund eingeleitet. Mit der Sanierung und Abdeckung der Halden kann das Wasser dort ja nicht mehr so einfach versickern, wird außerdem zur Sicherung der Hänge und Anliegergrundstücke über Becken und Kaskaden geordnet abgeleitet – in den Bach Richtung Weißeritz.

Vom neuen Rückhaltebecken, was stattdessen jetzt an der Hüttenstraße entsteht, soll das Wasser nun über einen Kanal fließen, der in dem Bereich sowieso für die Starkregenentlastung genutzt wird. Doch dieser Kanal trifft im Bereich Leßkestraße auf den Hauptsammler nach Dresden und den Kanal aus Richtung Niederhäslich. Um der ankommenden Wassermassen Herr zu werden, wird nun das Regenabschlagbauwerk dieses Systems, das bei starken Niederschlägen Wasser in die Weißeritz abführt, entlastet. Der Überlaufkanal aus Richtung Stahlwerk bekommt dann seinen eigenen Abfluss in die Weißeritz, ist also vom anderen System getrennt und belastet es nicht mehr. Das vorgelagerte Rückhaltebecken drosselt außerdem die Menge an Wasser, die im Kanalnetz ankommt, und die Wucht der Regenfluten.

Für Umbindung und Umbau müssen Kanäle freigelegt und neu gebaut werden. Allein der Hauptsammler hat rund einen Meter Durchmesser, der Regenwasserkanal ist 60 mal 90 Zentimeter. „Das wird schon ein ganz schön großes Loch werden“, sagte Katrin Braune, zuständige Abwasser-Abteilungsleiterin von den Technischen Werken (TWF). Die TWF sind für das Kanalnetz im Auftrag der Stadt in technischer Sicht verantwortlich. Während das Stahlwerk seinen Teil selber finanziert, übernimmt Freitals Abwasserbetrieb die Arbeiten im öffentlichen Bereich die Stadt. 230 000 Euro kostet die Maßnahme.

Die Umleitung für die Leßkestraße erfolgt in beiden Fahrtrichtungen über die Dresdner/Burgker Straße. Für die Bauarbeiten am Regenbecken samt Einbindung wird voraussichtlich eine halbseitige Sperrung der Hüttenstraße demnächst nötig.