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Abwasserproblem verhindert Hausbau

In Mannsdorf könnten noch einige Grundstücke mit Häusern bebaut werden. Aber die Genehmigung gibt es nur unter unmöglichen Bedingungen.

m Döbelner Ortsteil Mannsdorf könnten noch einige Häuser gebaut werden. Allerdings gibt es hier Probleme mit der Entsorgung des Abwassers.
m Döbelner Ortsteil Mannsdorf könnten noch einige Häuser gebaut werden. Allerdings gibt es hier Probleme mit der Entsorgung des Abwassers. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der Döbelner Ortsteil Ebersbach ist beliebt bei jungen Familien. „Wir haben jeden Monat einige Anfragen nach Baugrundstücken“, sagte Ortsvorsteher Jürgen Müller in der Sitzung des Ortschaftsrates. Die Nähe zu Döbeln und die Anbindung mit dem Bus seien für potenzielle Hausbauer attraktiv. Rein theoretisch gibt es auch im benachbarten Mannsdorf noch mögliche Baugrundstücke und ein großes Interesse daran. Aber dort gibt es Schwierigkeiten, an eine Baugenehmigung zu kommen. Der Ortsteil hat ein Abwasserproblem, das auch nicht so leicht zu heilen ist.

Mannsdorf hängt nicht am öffentlichen Kanalnetz. Was kein Problem wäre, denn die Häuser könnten auch über eine moderne vollbiologische Kleinkläranlage entsorgt werden. Allerdings erteile die Untere Wasserbehörde des Landkreises selbst in der Bestandsbebauung nur für abflusslose Gruben eine Genehmigung, sagte Müller. Und das sei für die Hausbesitzer keine Option, die abflusslosen Gruben müssten alle paar Wochen geleert werden – eine sehr mühselige und teure Art der Abwasserentsorgung.

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Das Problem in Mannsdorf ist: Es gibt kein geeignetes Gewässer, in das das geklärte Abwasser eingeleitet werden kann. Die Hausbesitzer lassen es auf ihren Grundstücken versickern. Und genau das ist problematisch. „Unter Mannsdorf ist Gneis, da versickert nichts richtig. Dazu gab es schon zu DDR-Zeiten ein Gutachten“, sagte Müller, der vor der Wende Bürgermeister in der Gemeinde Ebersbach war. Der Ortsteil hätte eine zentrale Abwasserversorgung bekommen können, aber das ist nicht passiert. „Ich weiß nicht, warum es nicht in die Planungen reingekommen ist“, sagte Müller.

Döbelns Baudezernent Thomas Hanns wird da deutlicher. „Das ist ein hausgemachtes Problem der ehemaligen Gemeinde Ebersbach. Der Gemeinderat wollte damals keine zentrale Abwasserentsorgung. Solche Fehler hängen dann eine ganze Zeit nach. Es wäre sicher kein Problem gewesen, Mannsdorf zentral zu entsorgen.“

Im Abwasserbeseitigungskonzept des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal war schon vor vielen Jahren festgelegt worden, welche Orte an zentrale Kläranlagen angeschlossen werden und in welchen Orten die Hausbesitzer Kleinkläranlagen betreiben müssen. „Wenn in Mannsdorf die abwasserseitige Erschließung fehlt, dann fehlt auch eine wesentliche Säule für das Erteilen einer Baugenehmigung“, sagte Hanns.

„In den nächsten zehn Jahren muss in Mannsdorf etwas passieren“, meint Ortsvorsteher Jürgen Müller. Schnell wird es keine Lösung geben, denn für die bereits neu errichteten Kleinkläranlagen haben die Hausbesitzer erst einmal Bestandsschutz.

Stephan Baillieu, Geschäftsführer des AZV Döbeln-Jahnatal, sieht grundsätzlich kein Problem, das Abwasserbeseitigungskonzept in diesem Punkt zu ändern. „Die Stadt Döbeln müsste einen Antrag stellen und die Verbandsversammlung müsste es beschließen“, sagte er. Allerdings sei die Frage, wie viele Häuser an eine zentrale Anlage angeschlossen werden. „Ein oder zwei bringen nichts. Der Aufwand muss sich für den Verband schon rechnen.“ Möglich wäre die Abwasserentsorgung in der großen Kläranlage in Masten oder eine kleinere Kläranlage für den Ort.

Das benachbarte Ebersbach war vor etwa zehn Jahren an die zentrale Kläranlage angeschlossen worden, weil der Dorfbach durch die Vielzahl von Einleitungen zu stark verschmutzt wurde. In Ebersbach hatte es zu Beginn heftigen Widerstand durch eine Bürgerinitiative wegen vermeintlich hoher Kosten gegeben, der sich dann aber gelegt hatte. In Ebersbach konnte der AZV noch Fördermittel für die Erschließung in Anspruch nehmen, sodass die Anschlusskosten für die Bewohner moderat blieben..

Viele dörfliche Döbelner Ortsteile werden über kleinere Anlagen entsorgt. Eine solche gibt es unter anderem in Choren. Der AZV Döbeln-Jahnatal hatte zuletzt eine neue Kläranlage in Nelkanitz gebaut, in die auch Beicha entsorgt. Für Ziegra und Limmritz baute der AZV Untere Zschopau kleinere Abwasseranlagen. Die Arbeiten in Limmritz waren erst im vergangenen Jahr abgeschlossen worden.

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