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Acht Abwasserkanäle sollen gebaut werden

Nach einem holprigen Start gibt es für den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung jetzt eine Arbeitsgrundlage: den Wirtschaftsplan.

In der Ernst-Toller-Straße läuft derzeit die Erneuerung des Mischwasserkanals. Gleiches soll in diesem Jahr auch noch auf dem Lindenplatz passieren.
In der Ernst-Toller-Straße läuft derzeit die Erneuerung des Mischwasserkanals. Gleiches soll in diesem Jahr auch noch auf dem Lindenplatz passieren. © Lars Halbauer

Leisnig. Mehr als die Hälfte des Jahres 2019 war schon verstrichen, als die Stadträte im August den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Abwasser zum Beschluss vorgelegt bekamen. Dass es so lange gedauert hat, bis das Zahlenwerk auf dem Tisch lag, dafür gibt es verschiedene Gründe.

Einer ist, dass aus dem Abwasserzweckverband Leisnig durch den Austritt von Gersdorf/Hartha zu Jahresbeginn ein Eigenbetrieb der Stadt Leisnig geworden ist. Denn Leisnig hat als einziges Mitglied keinen Verbandsstatus mehr. Diese Umstrukturierung war mit einigem Arbeitsaufwand mehr verbunden gewesen. Des Weiteren gab es Ausfälle durch Krankheit und Personalwechsel, was bei nur wenigen Mitarbeitern im Büro nur schwer kompensiert werden kann.

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Trotzdem legte der Geschäftsführer des Eigenbetriebes Michael Tecklenburg den Räten einen ausgeglichenen Haushalt vor. Er sprach sogar davon, dass sich bei der Kalkulation freie Mittel in Höhe von rund 200.000 Euro ergeben hätten. Das heißt, Einnahmen in dieser Höhe werden nicht für anfallende Ausgaben benötigt. Letztere summieren sich über das gesamte Jahr auf knapp 1,8 Millionen Euro.

Das ist weniger als in den vergangenen Jahren und hängt, wie Michael Tecklenburg erklärte, ebenfalls mit der Umstrukturierung zusammen. „Wir müssen weniger Zinsen tilgen, weniger Personal- und Betriebskosten für Anlagen zahlen“, listete er auf. Wie er sagte, würden die Mehreinnahmen bei der nächsten Kalkulation berücksichtigt. Das heißt, dass sich das gute Ergebnis in stabilen oder sogar rückläufigen Gebühren für die Abwasserentsorgung bemerkbar machen könnte.

Für das Jahr 2019 stehen im Eigenbetrieb Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro in elf größere und kleinere Bauprojekte an. „Eine Kreditaufnahme ist nicht geplant. Wir werden alles aus liquiden Mitteln bestreiten“, so Tecklenburg.

Außerdem: Für das Gros der Kanalerneuerungen konnte oder kann noch Geld aus dem Wiederaufbaufonds des Hochwassers 2013 genutzt werden. Die letzten sieben Erneuerungen von der Liste der Schäden, die durch diese Starkniederschläge entstanden sind, lässt der Eigenbetrieb gerade realisieren. Auf dem Schlossberg ist in diesen Tagen der Kanalbau zu Ende gegangen. 

Dort hatten sich Verzögerungen von mehreren Wochen ergeben, weil vor dem Tiefbau zunächst ein marodes Haus direkt neben der Straße gesichert werden musste. Inzwischen sind die Mitarbeiter der Tiefbaufirma aber am Ende der Ausbaustrecke kurz vor Tragnitz angekommen, und die Mitarbeiter der Straßenbaufirma können den im oberen Bereich begonnen Straßenbau fortführen.

Für diese Baustelle hat die Kommune eine „Verlängerung“ beantragt. Denn eigentlich hätten alle Schadensbehebungen aus dem Flutfonds zum 30. Juni dieses Jahres beendet sein müssen. Weil Leisnig für diese Verzögerung einen triftigen Grund vorweisen konnte, wurde dieser Aufschub bewilligt.

Außer der Erneuerung des Mischwasserkanals im Schlossberg wurden auch die Kanäle in der Lichtenberggasse, der Brösener Gasse, in der Eintracht und der Gorschmitzer Gasse erneuert. In der Ernst-Toller-Straße laufen die Arbeiten noch. In der Straße Zum Buchgrund – von den Leisnigern auch Kaufhallenberg genannt – ist noch ein Teil zu bewältigen.

Ein großes Projekt steht mit der Kanalerneuerung auf dem Lindenplatz noch aus. Mit Bauarbeiten auf diesem Platz beschäftigen sich die neuen Stadträte in ihrer konstituierenden Sitzung am 29. August.

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