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Acht Erkenntnisse aus dem Dynamo-Trainingslager

Dresdens Trainer Markus Kauczinski zieht nach acht Tagen in Spanien eine positive Bilanz und stellt einem Neuzugang eine Stammplatzgarantie aus.

Der Chef und sein Co: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski diskutiert im spanischen Trainingslager mit seinem Assistenten Heiko Scholz über die Eindrücke der schwarz-gelben Profis.
Der Chef und sein Co: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski diskutiert im spanischen Trainingslager mit seinem Assistenten Heiko Scholz über die Eindrücke der schwarz-gelben Profis. © Lutz Hentschel

Am Montag ziehen dicke Wolken über den Platz in Mijas, es regnet und ist deutlich kühler geworden. Dynamos Abreisetag aus Spanien ist nicht so sonnig und warm wie die Woche davor. Trainer Markus Kauczinski ist nicht nur wegen des Wetters zufrieden, er sieht deutliche Fortschritte und glaubt an den Klassenerhalt. Die Bilanz des Trainingslagers aus zwei Perspektiven:

Hat die Mannschaft in Spanien Fortschritte gemacht?

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Durch zunehmende Lockerungen dürfen immer mehr Geschäfte und nun auch wieder Restaurants öffnen. Die Maskenpflicht bleibt jedoch bestehen.

Eindeutig ja. Die Körpersprache ist jetzt eine andere als noch im alten Jahr. Im Training geht es zur Sache – verbal wie körperlich. Die Spieler kämpfen um ihre Plätze in der Startelf, der Konkurrenzkampf ist durch die vier Neuzugänge größer geworden. Defensiv ist nun eine Ordnung zu erkennen, offensiv dagegen noch viel Luft nach oben. Die Effektivität im Abschluss bleibt eine Großbaustelle.

Das sagt der Trainer: „Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden, die Spieler haben wirklich Gas gegeben. Aber wir sind immer noch auf dem Weg, es gibt Kleinigkeiten, an denen wir feilen müssen. Was mir auffällt, ist, dass die Jungs mehr füreinander einstehen. Es gibt Typen, die vorleben, dass wir uns nicht alles gefallen lassen dürfen. Bei Patrick Schmidt und Josef Husbauer gab es in den Testspielen Situationen, die dem Gegner richtig weh taten. Die beiden können da vorausgehen.“

Welchen Wert haben die beiden Siege in den Testspielen?

Dass beide Duelle ohne Gegentor endeten, ist sicher kein Zufall. Allerdings ist die Qualität von Dinamo Bukarest und Jeonbuk Hyundai FC schwierig zu beurteilen. Vor allen der zweite Gegner, der erst in einem Monat in die Saison startet, leistete wenig Gegenwehr. Der letzte Test am Freitag beim VfB Stuttgart wird dagegen wirklich zeigen, wo die Mannschaft steht.

Das sagt der Trainer: „Die Ergebnisse sind nicht so wichtig. Wichtiger war mir, wie wir auftreten: kämpferischer, von der Struktur her besser verteidigen, auch besser nach vorne spielen. Das war zu erkennen. Dass die Ergebnisse zudem noch gestimmt haben, ist umso schöner.“

Sind nach den vier Neuzugängen noch weitere nötig?

Ja, aber nicht auf der Position, auf der Dynamo sucht. Die Schwarz-Gelben möchten offensichtlich noch einen Innenverteidiger holen, dabei gibt es dort mit Florian Ballas, Jannik Müller, Kevin Ehlers und dem neu positionierten Jannis Nikolaou vier Spieler auf ansprechendem Niveau. Die beiden Außenverteidigerpositionen sind vielmehr die Problemstellen, dort drängt sich niemand wirklich auf.

Das sagt der Trainer: „Wir halten die Augen offen. Nur wenn wir das Gefühl haben, der Junge ist besser oder bringt eine andere Komponente ein, erst dann machen wir was. Wir wollen den Kader nicht nur auffüllen. Wir reden auch darüber, den einen oder anderen noch abzugeben. Letztlich braucht man 22, 23 Feldspieler.“

Ist der Glaube an den Klassenerhalt gestiegen?

Wen man auch gefragt hat in Spanien, die Antwort war stets die gleiche: Es wird sehr schwer, aber es ist möglich, wir glauben daran. Ob das tatsächlich aus tiefster Überzeugung kommt, lässt sich schwer beurteilen. Auffallend ist jedoch die veränderte Stimmung gegenüber Dezember. Nun wird auch mal wieder gelacht.

Das sagt der Trainer: „Ich habe diesen Glauben, weil ich solche Situationen schon erlebt habe und sehe, dass die Mannschaft Qualität hat. Über die Erfolgserlebnisse im Training und in den Tests bekommt man das Gefühl, konkurrenzfähig zu sein. Und das sind wir wieder. Jeder erkennt Fortschritte, weil wir das, was wir besprechen, auch in der Praxis umsetzen können.“

Welche Bedeutung hat das erste Spiel gegen den Karlsruher SC?

Für viele ist es bereits ein Endspiel. Doch das wird wahrscheinlich jede der 16 noch ausstehenden Partien. Gewinnt Dynamo gegen den KSC allerdings nicht, droht ein Rückfall in alte Muster, das mühselig aufgebaute Selbstvertrauen könnte schlagartig wieder verschwinden.

Das sagt der Trainer: „Wenn wir dieses Spiel gewinnen sollten, müssen wir auch danach noch viele gewinnen. Und wenn wir es verlieren sollten, ist auch noch nichts entschieden. Wir müssen in der Lage sein, jeden Gegner schlagen zu können. Dieses Gefühl habe ich.“

Wer wird gegen Karlsruhe in der Startelf stehen?

Zwar wechselte Kauczinski in den Tests munter durch, dennoch lässt sich erkennen, welchen Spielern er offenbar zutraut, die besondere Herausforderung der Rest-Rückrunde zu meistern. Die Neuzugänge Marco Terrazzino, Schmidt und Husbauer gehören auf alle Fälle dazu. Ob auch die vierte Ausleihe, Godsway Donyoh, ein Kandidat ist, ließ sich noch nicht beurteilen. Eins steht fest: Die neue Stammelf wird erfahrener und älter.

Das sagt der Trainer: „Ich habe noch keine Startelf. Aber bei Einzelnen habe ich das Gefühl, dass sie auf dem Platz stehen werden. Wenn ich zum Beispiel Josef Husbauer sehe, dann wird an ihm kein Weg vorbeiführen. Es gibt auch viele hart umkämpfte Plätze, etwa auf den Außenverteidigerpositionen. Das wird sich erst in der letzten Woche entscheiden.“

Ist die Spielidee von Kauczsinski wirklich einfacher?

Zumindest scheinen sie die Spieler besser zu verstehen als die von seinem Vorgänger Cristian Fiel. Die größte Änderung ist wohl, dass nun wieder lange Bälle aus dem Mittelfeld erlaubt sind. Mit Husbauer gibt es einen Spieler, der diese Pässe jetzt schlagen kann. Zudem wird früher und – so ist zumindest der Plan – effektiver gestört.

Das sagt der Trainer: „Das, was wir tun, ist auch anspruchsvoll, es verlangt Energie und Dynamik. Wir wollen weniger zulassen und trotzdem gefährlich werden. Die Mannschaft erkennt, dass man so, wie wir spielen, erfolgreich sein kann. Zumindest sind so die Rückmeldungen, die ich erhalte. Ich erlebe Spieler, die aufnahmefähig sind und Lust haben, Fußball zu spielen.“

Was wird eigentlich mit dem Kapitän Marco Hartmann?

Als einziger Spieler fehlte der angeschlagene Kapitän im Trainingslager. Seine Rolle als Antreiber und Motivator übernahm Patrick Ebert. Kurzfristig wird Hartmann, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, der Mannschaft nicht helfen können. Dass er überhaupt noch mal entscheidend eingreifen kann, ist eher unwahrscheinlich.

Das sagt der Trainer: „Er ist wichtig für uns – im Umfeld, in der Kabine, weil er eine gute Ausstrahlung hat. Aber wann er auf dem Platz stehen kann, vermag ich nicht abzuschätzen. Wenn er zurückkommt, ist das schön. Wir wissen aber, dass wir möglicherweise ohne ihn klar kommen müssen.“

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