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Achtung, Testgelände Raketenstart!

Bildung. Seit September gibt es am BeruflichenGymnasium Technikein Mädchenquintett, das die Arbeitsgemeinschaft Raumfahrt bildet.

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Von Frank Fischer

Fünf Mädchen umringen eine Dachlattenkonstruktion, zu der noch eine Plastik-Wurfscheibe gehört. Vor dem Holzgerüst stehen ein Warnschild „Achtung“ und sogar Signalfahnen wurden aufgestellt. Schließlich soll hier ein Testgelände simuliert werden, auf dem sich eine Raketenstation befindet.

In wenigen Augenblicken wird Steffen Reimann die letzten Startvorbereitungen für einen selbst erfunden Raketenabschuss abgeschlossen haben. Als Raketen kommen 1,5-Liter-Plaste-Trinkflaschen zum Einsatz. Sie sind zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Auf der Startrampe in Position gebracht, wird ihnen per hydraulischer Luftpumpe noch Luft zugefüllt, so dass jener Überdruck entsteht, der die Flaschenrakete nach oben katapultieren soll.

Rakete steigt 15 Meter hoch

Endlich ist es soweit. Das Ventil wird geöffnet und der mit einem kleinen Fallschirm dekorierte Flugkörper steigt etwa 15 Meter nach oben. „Ein mittelprächtiger Versuch“, sagt Steffen Reimann und seine fünf weiblichen Helfer nicken zustimmend. Die heißen Jana Doberstein, Jenny Riedel, Antje Milz, Mandy Schöne und Susan Gottwald. Sie sind Schüler der 11. Klasse am Beruflichen Gymnasium Technik in Görlitz und haben sich am Donnerstag zum letzten Mal vor den Ferien hier getroffen.

Seit Mitte September bildet das Mädchenquintett innerhalb des Projekts Luft- und Raumfahrttechnik die Arbeitsgemeinschaft Raumfahrt. Ein Projekt, das Berufsschule und Stadt vorgeschlagen haben. An der Scultetus-Sternwarte wird es mit Leben erfüllt.

Unter fachkundiger Anleitung von Lutz Pannier und Steffen Reimann trifft sich die AG jeden Donnerstag für zwei Stunden in der Sternwarte, um Schritt für Schritt hinter die Geheimnisse der Raumfahrt zu kommen.

Im ersten Schulhalbjahr beschäftigten sich die Mädchen mehr mit der Theorie und es gab Exkursionen. Im zweiten Halbjahr ging es dann auch praktisch zur Sache. Dazu gehörte vor allem der Raketen- Modellbau aus Pappe und es entstanden Nachbildungen von Raumfahrtstationen, zum Beispiel die „Mir“. In den vergangenen Monaten tüftelten die AG-Mitglieder an Flugversuchen mit Wasserraketen von einer Startrampe aus. „Die Mädchen haben begeistert mitgemacht, auch wenn die meisten Abschussversuche noch nicht befriedigen konnten“, erinnert sich Lutz Pannier.

Nie Langeweile empfunden

Mandy Schöne ist schon seit Kind von der Raumfahrt begeistert und weiß genau, dass sie nach der Schule Luft- und Raumfahrttechnik studieren will. „Die Mitarbeit bei der AG konnte sie darin noch bestärken. „Ich habe hier nie Langeweile empfunden und freue mich schon riesig auf ein Praktikum, dass ich während der Sommerferien beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum absolvieren darf“, verrät die Schülerin der SZ. Auch Jana Doberstein sieht die Arbeitsgemeinschaft als Sprungbrett für ihren Wunsch, später einmal in der Weltraumforschung tätig zu sein.

Dass die Mädchen nach den Ferien ihrer AG Raumfahrt treu bleiben, ist für alle fünf selbstverständlich. Man hat zusammen viel Spaß und kommt mit kreativer Eigenständigkeit interessanten Entdeckungen über den Kosmos auf die Spur. Am 17. August wird der Kultursender Arte-TV, 14.45 Uhr, in seiner Sendung „Absolut“ auch über das Görlitzer Projekt Luft- und Raumfahrttechnik berichten.

Wer Interesse hat, in der Arbeitsgemeinschaft mitzuarbeiten, kann sich an das Berufliche Schulzentrum für Technik Görlitz wenden: Telefon 42 20 30, http:/www.schulen.goerlitz.de/bszt; Scultetus-Sternwarte Görlitz: Telefon/Fax: 7 82 22