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Radebeul

Adam und Eva leben jetzt im Wildgehege

Die beiden flugunfähigen Störche sind aber nicht die einzigen Bewohner der früheren Anlage des Weißen Rotwilds.

Eva (links) hat einen gebrochenen Flügel. Adam ist auf einem Auge blind. Beide brauchen die Obhut der Menschen. Seit voriger Woche sind sie in Moritzburg zu Hause.
Eva (links) hat einen gebrochenen Flügel. Adam ist auf einem Auge blind. Beide brauchen die Obhut der Menschen. Seit voriger Woche sind sie in Moritzburg zu Hause. © Arvid Müller

Moritzburg. Trotz des hohen Bewuchses sind die beiden Weißstörche gut zu sehen. Scheinbar noch ein bisschen vorsichtig erkunden sie ihr neues Terrain. Seit einer Woche ist ein Teil der einstigen Anlage des Weißen Rotwilds im Moritzburger Wildgehege ihr neues Zuhause. Das einst königliche Wild war schon vor ein paar Jahren in ein neues, größeres Areal in der Nachbarschaft des Abenteuerparks umgezogen.

 Denn das alte Gehege war für die Zahl der Tiere zu klein geworden, außerdem ist ein Teil der Fläche witterungsabhängig sehr nass. Zuletzt waren dort zwei mit der Hand aufgezogene Rehböcke untergebracht.

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Wildgehegeleiter Ronald Ennersch hatte überlegt, welche neuen Bewohner er dort unterbringen könnte. Und war schließlich im Tierpark Riesa auf die beiden Störche gestoßen. Gerhard Herrmann, der langjährige Leiter der Einrichtung in der Stahlstadt, erzählte der SZ, was es mit den beiden Tieren auf sich hat.

 „Das sind verletzte Tiere, die nicht ausgewildert werden können. Der eine ist mit einer Flügelfraktur zu uns gebracht worden, der andere ist auf einem Auge blind.“ Das sei für den Storch ein großes Handicap, weil er dadurch Koordinationsprobleme hat. Da es in Riesa auch noch ein Brutpaar gibt, ist der Platz dort eng und man wäre froh, die Tiere nach Moritzburg geben zu können.

Im Mai hatte man daher in Moritzburg damit begonnen, das Gehege für die Weißstörche herzurichten. Notwendig war vor allem, für die beiden Weißstörche eine Behausung zu bauen, in der die Vögel die Nacht verbringen können. „Diese muss vor allem fuchssicher sein“, sagt Ronald Ennersch. Als zusätzlicher Schutz wurde der Zaum im unteren Bereich noch durch eine Elektrolitze ergänzt.

Parallel dazu wurde der Umzug von Adam und Eva, so hatten die Riesaer ihre beiden bisherigen Zöglinge genannt, mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Veterinäramt abgestimmt.

An die neue Umgebung haben sich die beiden Adebare schon gewöhnt. Nur die tägliche Rückkehr in den Stall klappt noch nicht so gut. „Da braucht es derzeit noch zwei, drei Leute, damit sie nicht wieder ausbüxen“, sagt der Wildgehegeleiter. 

„Aber das wird sich schon einspielen.“ Dann können die beiden auch bis zur Schließung des Wildgeheges im Freien bleiben. Derzeit müssen sie aus dem genannten Grund schon am Nachmittag in den Stall.

Adam und Eva sind aber nicht die einzigen Neuen in dem alten Gehege des Weißen Rotwilds. Durch einen Zaun von den Störchen getrennt, können die Besucher in dem größeren Teil jetzt mehrere Exemplare zweier besonderer Haustierrassen beobachten. Die beiden Thüringer Waldziegen kommen von einem Züchter aus Radebeul.

 Den beiden kann man auf besondere Weise nahe kommen. „Sie werden ab und zu an der Leine durchs Gehege geführt. Das klappt schon ganz gut“, sagt Ronald Ennersch.

Die anderen vierbeinigen Bewohner sind zwei Skudden. Das sind die kleinsten deutschen Schafe. Sie gehören zu den gefährdeten Nutztierrassen und stehen auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Sie sollen sich um die Pflege des Areals kümmern. Künftig auch das der Störche. „Wenn sich die Tiere aneinander gewöhnt haben, öffnen wir die Tore.“