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Zu wenig Fahrrad-"Parkplätze"

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club kritisiert, dass es am Zittauer Bahnhof nur ungenügende Abstellmöglichkeiten gibt. Der Bedarf sei größer.

In Sachen Fahrradabstellmöglichkeiten sieht der ADFC am Zittauer Bahnhof viel Verbesserungspotenzial.
In Sachen Fahrradabstellmöglichkeiten sieht der ADFC am Zittauer Bahnhof viel Verbesserungspotenzial. © Matthias Weber

Der stark frequentierte Zittauer Bahnhof verfügt über zu wenig diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen. Das zeigt eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, die jetzt veröffentlicht wurde. Der Zittauer Bahnhof erreiche demnach nur die Schulnote 5 - da er mit zehn Bügeln und sechs fahrradgerechten Vorderradhaltern über deutlich zu wenig Abstellmöglichkeiten verfügt. Hinzu kommen 27 einfache Vorderradhalter, die jedoch keinesfalls diebstahlsicher sind. 

Der sächsische Durchschnitt liegt bei Note 4,5. Lediglich am Haltepunkt Zittau-Süd und am Bahnhof in Hirschfelde stehen laut ADFC-Studie genügend hochwertige Fahrradparker. Der Haltepunkt Zittau-Vorstadt biete dagegen gar keine Abstellmöglichkeit. Witterungsfeste Abstellanlagen, die auch vor Vandalismus und Diebstahl schützen, sind laut ADFC viel gefragt und werden gern genutzt. Sie verhindern auch, dass Fahrräder wild an Geländern, Laternen oder Bäumen angeschlossen werden.

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Janek Mücksch, Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, sieht viel Verbesserungspotential in Zittau: „Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld, sind sehr platzsparend und erhöhen den Einzugsradius von Bahnhöfen enorm.“ Tausende Menschen steigen täglich in Zittau in den Zug. Rund 6.500 Personen kommen täglich in die Stadt und etwa 3.800 Zittauer verlassen ihren Wohnort, um zur Arbeit zu gelangen. Viele Pendler wollen das Rad mit der Bahn kombinieren, weiß Mücksch. Eine Kombination sei für die Pendler aber nur dann sinnvoll möglich, wenn man das Fahrrad angstfrei am Bahnhof stehen lassen kann. 

Stadt und Zvon sollen schnell handeln

„Die Stadt und der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) müssen jetzt schnell handeln und die Zittauer Stationen mit hochwertigen Fahrradabstellanlagen ausstatten. Vor allem der Hauptbahnhof hat das Potential für eine Fahrradstation", sagt Mücksch und fügt hinzu: "Erfahrungsgemäß werden neue Angebote gut angenommen. Das Fahrgastaufkommen der Bahn steigt, wenn es gute Fahrradständer gibt." 

Zvon, Bahn und die Stadt Zittau handeln auch, wie Zvon-Pressesprecherin Sandra Trebesius bestätigt. "Seit einiger Zeit sind wir im Gespräch zur weiteren Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie zur Aufwertung des Bahnhofsgebäudes in Zittau." Dazu gehöre neben der Diskussion über den Bau eines zusätzlichen Park & Ride Parkplatzes im westlichen Teil in Richtung Soeg-Gelände auch die Diskussion über eine geeignete Abstellanlage für Fahrräder.  Für Pendler aber auch Fahrgäste, die entlang des Neiße-Radweges unterwegs sein wollen, soll eine sichere Abstellanlage für Räder geschaffen werden. Wo diese errichtet wird und wie diese aussehen soll, kann die Zvon-Sprecherin derzeit noch nicht sagen, da man sich erst am Beginn der Überlegungen befinde.

Wie Zittaus Pressesprecher Kai Grebasch seinerseits mitteilt, bemüht sich die Abteilung Liegenschaften der Zittauer Stadtverwaltung gerade um den Ankauf der Fläche von der Bahn. Bei der Gestaltung des Park & Ride Parkplatzes seien auch weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorgesehen.  

Genügend Fördermöglichkeiten

An Fördermitteln kann ein solches Projekt nicht scheitern. Laut ADFC-Sprecher gebe es genügend kommunale Fördermöglichkeiten. Das Bundesumweltministerium will bis 2022 gemeinsam mit Kommunen und Bahn mit einer „Bike+Ride-Offensive“ deutschlandweit 100.000 zusätzliche Bike+Ride-Plätze errichten. In Sachsen beteiligt sich bisher keine einzige Kommune daran.

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In anderen Städten Sachsens ist die Situation ähnlich problematisch wie in Zittau. Rund 40 Prozent der Haltepunkte im Freistaat verfügen über keine Abstellanlagen und bei weiteren 20 Prozent sind sie äußerst mangelhaft. Immerhin etwa 20 Prozent der sächsischen Bahnhöfe erreichten die Schulnote 1 oder 2. Hier kommt auf mindestens jeden zehnten Fahrgast eine überdachte und diebstahlsichere Anlage. Erhebliche Unterschiede gibt es zwischen den Landkreisen. Während im Kreis Görlitz die Durchschnittsnote bei 4,3 liegt, wurden die Abstellanlagen im Kreis Bautzen im Mittel mit Note 3,6 bewertet. Hier verfügen 42 Prozent der Bahnhöfe über gute Fahrradständer.

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