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ADFC: Gute Note für Sebnitzer Bahnhof

Am Nationalparkbahnhof in Sebnitz gibt es laut einer Studie des Fahrradclubs ausreichend Abstellplätze. Anders sieht es in Bad Schandau aus.

Am Nationalparkbahnhof Sebnitz gibt es genügend Fahrradstellplätze.
Am Nationalparkbahnhof Sebnitz gibt es genügend Fahrradstellplätze. © Daniel Schäfer

Was die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder angeht, steht der Sebnitzer Bahnhof im sächsischen Vergleich gut da. Das geht aus einer aktuellen Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen hervor. Der Nationalparkbahnhof verfügt demnach über 28 überdachte "fahrradgerechte Vorderradhalter". Damit erreicht er in der Studie die Schulnote 2 und landet deutlich vor den meisten andere Bahnhöfen in Sachsen: Die Durchschnittsnote liegt bei 4,5. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sogar nur bei 5,1.

Vom ADFC bekommt der Sebnitzer Bahnhof dafür ein Lob. "Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld, sind sehr platzsparend und erhöhen den Einzugsradius von Bahnhöfen enorm", sagt Janek Mücksch vom Vorstand des ADFC Sachsen. Über 1.300 Personen würden täglich nach Sebnitz pendeln, rund 1.800 Sebnitzer verlassen die Stadt, um zur Arbeit zu gelangen.  

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Viele Pendler wollen das Rad mit der Bahn kombinieren, sagt ADFC-Vorstandsmitglied Mücksch. Dies sei aber nur dann sinnvoll, wenn man das Fahrrad am Bahnhof stehen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass es gestohlen wird. "Den Bahnhof mit diebstahlsicheren Fahrradboxen auszustatten, würde die Attraktivität des Bahnhofs Sebnitz für Pendler noch steigern", sagt Mücksch. 

In vielen anderen sächsischen Städten ist die Situation schlechter als in Sebnitz. Rund 40 Prozent der Haltepunkte im Freistaat verfügen über keine Abstellanlagen und bei weiteren 20 Prozent sind sie äußerst mangelhaft.

Nationalparkbahnhof Bad Schandau besteht nur knapp

Schlechter schneidet unter anderem der Nationalparkbahnhof in Bad Schandau ab. Dort hat der ADFC zwar 58 Fahrradstellplätze gezählt - davon 53 sind fahrradfreundlich überdacht -, der Bad Schandauer Bahnhof erhält aber trotzdem nur die Note 4 und damit ein "knapp bestanden". 

Nationalparkbahnhof Bad Schandau: zu wenig Fahrradstellplätze für die Zahl der Fahrgäste.
Nationalparkbahnhof Bad Schandau: zu wenig Fahrradstellplätze für die Zahl der Fahrgäste. © Daniel Schäfer

Als Grundlage der Bewertung dienen die Fahrgäste, die täglich ein und aussteigen. Der ADFC empfiehlt, dass auf jeden siebenten Bahnfahrer eine diebstahlsicherer und überdachter Abstellplatz kommen sollte. Am Bahnhof Bad Schandau, wo deutlich mehr los ist als in Sebnitz, gibt es nicht einmal für jeden zehnten Fahrgast einen Fahrradparkplatz. 

Bei größeren Bahnhöfen sollte laut Empfehlung des ADFC für jeden 200. Fahrgast eine  abschließbare Fahrradbox, ein Platz in einem Parkhaus oder einer Sammelschließanlage zur Verfügung stehen. Im Freistaat  erfüllen bislang nur die Bahnhöfe in Neukieritzsch, Delitzsch und Oschatz diese Kriterien. 

In Bad Schandau existieren 15 abschließbare Fahrradgaragen im Stadtzentrum am Rathaus. Diese hat die Stadt vor mehr als zehn Jahren gemeinsam mit dem Nationalparkzentrum angeschafft. Sie sind vor allem für Radtouristen gedacht, die auf dem Elberadweg unterwegs sind. In seiner Studie hat der ADFC sich jedoch auf die Abstellmöglichkeiten direkt an den Bahnhöfen beschränkt - dort, wo sie für Pendler relevant sind. 

Fördermittel nicht ausgeschöpft

In der Bike+Ride-Studie des ADFC Sachsen wurden die Abstellanlagen aller 521 sächsischen Bahnhöfe untersucht. Um gute Noten zu erreichen, müssen die  Fahrradparkplätze vor allem so gestaltet sein, dass man Fahrradrahmen sowie Vorder- oder Hinterrad gut anschließen kann. Einfache Vorderradhalter sind dagegen nicht diebstahlsicher und können die Felge schädigen. 

Bis 2022 will das Bundesumweltministerium gemeinsam mit Kommunen und Bahn mit einer "Bike+Ride-Offensive" deutschlandweit 100.000 zusätzliche Bike+Ride-Plätze errichten. Während andere deutsche Städte das Förderprogramm nutzen, beteilige sich in Sachsen laut ADFC bisher keine einzige Kommune daran. 

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