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Abstieg in Löbaus geheimes Gewölbe

Zum Auftakt des "Lebendigen Adventskalenders" gab es am Altmarkt einen Keller zu sehen, der 120 Jahre lang verborgen war.

Von Markus van Appeldorn
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Zum Auftakt des "Lebendigen Adventskalenders" kamen viele Löbauer an den Altmarkt.
Zum Auftakt des "Lebendigen Adventskalenders" kamen viele Löbauer an den Altmarkt. © Markus van Appeldorn

16 steile Stahlstufen führen hinab in Löbaus geheime Gewölbekammer. "Bitt halten sie sich gut fest", warnt Wolfgang Winkler seine Besuchergruppe. Erstmals zeigte der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft am Montag einem  größeren Publikum Räume, die kein derzeit lebender Löbauer je gesehen hat. Die exklusive Kellerführung war der Auftakt zum "Lebendigen Adventkalender", den der Altstadtverein Löbau initiiert.

Eine Gewölbedecke aus feuchtem Lehmputz wölbt sich über dem Kellerraum etwa vier Meter unter Straßenniveau. "120 Jahre lang war dieser Keller bis unter die Decke zugeschüttet", erklärt Wolfgang Winkler und weist auf ein zugemauertes Loch in der Decke, durch das einst Lehm, Sand und Gestein in den Keller geschüttet wurden. "100 Kubikmeter haben wir hier rausgeholt", so Winkler. Entdeckt wurde der verborgene Keller erst im Zuge der Sanierung vom "Haus Schlockwerder" am Altmarkt. die Genossenschaft hatte das historische Gebäude 2016 erworben, um sich dort mit ihrer Firmenzentrale einzurichten.

Die Wohnungsgenossenschafts-Vorstände Wolfgang Winkler und Ines Gebler führten die Löbauer durch ihren historischen Gewölbekeller.
Die Wohnungsgenossenschafts-Vorstände Wolfgang Winkler und Ines Gebler führten die Löbauer durch ihren historischen Gewölbekeller. © Markus van Appeldorn

"Wegen der Umnutzung mussten wir aus statischen Gründen auch dem Untergeschoss auf den Grund gehen", sagt Wolfgang Winkler. Dort fanden die Bauherren etwas Erfreuliches vor. Vor 120 Jahren war in dem Keller bis zu Decke eine massive Ziegelwand errichtet worden, die sich in den darüberliegenden Geschossen fortsetzt. Warum der Keller danach zugeschüttet wurde und wofür er einst genutzt wurde, konnte Winkler noch nicht ergründen. Fest steht: Er ist wesentlich älter als das Haus selbst. "Das Haus Schlockwerder wurde nach dem Stadtbrand von 1721 erbaut", sagt Winkler. Der Gewölbekeller könnte gar auf die Zeit der Stadtgründung um das Jahr 1300 zurückgehen.

Baulich wurde nur die ursprüngliche Kellertreppe verändert. Die reichte nämlich bis weit in den rückwärtigen Teil des Gebäudes zurück und stand daher dem Einbau des Aufzugs im Weg. Deswegen die steile Stahltreppe, die Ab- und Aufstieg zu einer beinahe alpinen Kraxelei werden lässt. In Zukunft plant Wolfgang Winkler das urige Gewölbe für firmeninterne Veranstaltungen zu nutzen. Der breiten Öffentlichkeit wird der Keller so bald nicht mehr zugänglich sein.

Der Lebendige Adventskalender wird fast jeden Tag bis zum 20. Dezember fortgesetzt. Am Dienstag, 3. Dezember, gibt's bei Stempel Keßner ab 16 Uhr "Löbauer Gipfelbuchgeschichten", am Mittwoch, 4. Dezember, lädt die Buchhandlung "Lies-chen" zum "Gemütlich kreativ sein". Alle Termine des lebendigen Adventskalenders gibt's hier.

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