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Großenhain

Ärger an der neuen Feuerwehr

11.400 Euro muss die Gemeinde bei den Elektroleistungen jetzt zusätzlich ausgeben. Doch ein Nein will sich niemand antun.

Derzeit wird am künftigen Feuerwehrgerätehaus in Freitelsdorf nicht immer gearbeitet. Denn die Firmen haben auch noch andere Aufträge.
Derzeit wird am künftigen Feuerwehrgerätehaus in Freitelsdorf nicht immer gearbeitet. Denn die Firmen haben auch noch andere Aufträge. © Anne Hübschmann

Ebersbach. Die Gemeinde Ebersbach ist mit dem neuen Feuerwehrgebäude Freitelsdorf in einer unangenehmen Zwickmühle. Sie muss in diesem Jahr mit Bauen fertig werden und die Fördermittel abrechnen. 

Doch zum wiederholten Mal treten Kostensteigerungen auf, bei denen der Bauherr, also die Kommune, den Auftrag am liebsten noch einmal ausschreiben würde. „Doch heutzutage ist man froh, wenn man überhaupt eine Baufirma bekommt“, sagte Bürgermeister Falk Hentschel (CDU) im Gemeinderat.

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Die Diskussion in der letzten Sitzung entzündete sich an 11 400 Euro für Elektroleistungen. „Bei einem Eigenheim kostet das nicht so viel“, war Gemeinderat und Fachmann Frank Stelzner aus Cunnersdorf sehr überrascht und auch ein bisschen erbost. Die Gemeinde hatte bei der Ausschreibung aber nur ein Angebot einer Dresdner Firma erhalten und musste das akzeptieren. Nun treten vor Ort Probleme und Umplanungen auf, die sich in Mehrkosten niederschlagen.

„Der Nachtrag wäre auch bei einer anderen Firma passiert“, sagte Bürgermeister Hentschel im Nachhinein. Doch in der Ratssitzung war er noch ziemlich zähneknirschend. 

Ein ernstes Gespräch hatte es deshalb auch mit dem von der Gemeinde beauftragten Ebersbacher Planer Volker Partzsch gegeben. Hatte der etwas versäumt und hätte es besser machen müssen? Inwieweit waren die Umplanungen im Vorhinein tatsächlich zu erkennen? Antworten auf diese Fragen blieben in der öffentlichen Sitzung vage und wurden vielleicht intern geklärt.

Wer hat sich hier verkalkuliert?

Doch Gemeinderat Jens Kretzschmar ist überzeugt, dass es Versäumnisse gab – man habe sich verkalkuliert – und fragte nach einer Bindefrist für das Angebot der Dresdner Elektrofirma. 

Was aber würde eine Neuausschreibung bringen? „Wir möchten, dass die Unternehmen in der nötigen Reihenfolge kommen“, bemerkte Falk Hentschel. Schon jetzt werde zeitweise nicht auf der Baustelle gearbeitet, weil die Firmen noch weitere Aufträge parallel ausführen. „Es sollte ruckzuck weitergehen“, forderte der Freitelsdorfer Gemeinderat Jürgen Friedemann.

Allerdings hatte die Gemeinde bereits im März eine Baukostensteigerung beim Gerätehaus-Neubau um 15 Prozent schlucken müssen. Der Trockenbau war zu teuer und wurde neu ausgeschrieben. 54 000 Euro musste die Gemeinde so schon bei den ersten fünf Losen draufpacken. Nun liegt sie bei der Elektrik bei über 30 Prozent über Plan. Die Gesamtsumme des Bauvorhabens beträgt rund 334 000 Euro inclusive 60 Prozent Förderung.

„Was passiert, wenn wir dem keine Zustimmung geben?“ erkundigte sich Gemeinderat Jörg Weitze. Dieses Vorgehen will Ratskollege Helmut Petzold nicht gelten lassen. „Keine moralische Beeinflussung!“ forderte er. Bürgermeister Hentschel antwortete trotzdem: „Dann bleiben die Außenanlagen und es sieht eben nicht schön aus drumrum“, kündigte er ziemlich kämpferisch an. Die Fördermittel will die Gemeinde nicht gefährden.

Mehreinnahmen bei Gewerbesteuern

Letztlich stimmten die Räte einhellig der neuerlichen überplanmäßigen Ausgabe zu. Alle wollen, dass zügig weitergebaut wird und noch in diesem Jahr die Nutzung beginnen kann. 

Ursprünglich war von September die Rede. Doch das wird garantiert nicht zu schaffen sein. Aus Mehreinnahmen bei Gewerbesteuern will bzw. kann die Gemeinde die höheren Kosten decken. Bleibt zu hoffen, dass nicht noch eine Überraschung in Freitelsdorf kommt.

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