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Ärger bei Erntebrot

In der Döbelner Großbäckerei ist einem Mitarbeiter die Hutschnur geplatzt. Sein damaliger Kollege war mal wieder zu spät dran.

Bei Erntebrot ist es Ende 2019 zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Mitarbeitern gekommen. Einer davon stand jetzt vor Gericht.
Bei Erntebrot ist es Ende 2019 zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Mitarbeitern gekommen. Einer davon stand jetzt vor Gericht. © Dietmar Thomas

Döbeln. Es hat Ärger gegeben am 18. Dezember des vergangenen Jahres in der Großbäckerei Erntebrot in Masten. Deswegen stand ein 31-jähriger Mitarbeiter am Donnerstag wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung und Bedrohung vor dem Amtsgericht Döbeln.

Angeklagter legt gegen Strafbefehl Einspruch ein

In ihrer Anklageschrift stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass der Beschuldigte den zu spät kommenden Geschädigten mit den Worten: „Mach endlich deine Scheißarbeit!“ am Arbeitsplatz empfangen und ihm später mit der Faust auf den Kopf geschlagen hatte. 

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Zudem habe das 40-jährige Opfer am 2. Januar 2020 eine Whatsapp-Nachricht mit Beleidigungen und der Drohung: „Ich mache dich gleich tot.“ vom Angeklagten bekommen. Der Angeklagte hat gegen die Vorwürfe im Strafbefehl allerdings fristgemäß Einspruch eingelegt, stellte Richterin Ines Opitz fest.

 Relativ aufgebracht schilderte der 31-Jährige, dass er dem Geschädigten keine Whatsapp-Nachricht schicken konnte, da er dessen Handynummer gar nicht hat. Dieser habe zu ihm gesagt, dass er nicht so laut reden soll, sonst bekäme er eine reingehauen. Außerdem habe dieser ihm am T-Shirt gezogen. „Das war Sachbeschädigung und ich habe in Notwehr gehandelt“, stellte der Angeklagte fest.

Lage eskaliert wegen Verspätung des Geschädigten

 Dass die Lage eskalierte, dazu sei es gekommen, weil der Geschädigte wieder einmal zu spät zur Arbeit erschienen war. Eigentlich wie jeden Tag. Diesmal anderthalb Stunden. Er habe ihn angeschrien, weil er in der gesamten Zeit dessen Arbeit am Band mitmachen musste.Der 40-jährige Geschädigte meinte im Zeugenstand, dass es nicht sein kann, dass er deswegen „angeplärrt und geschlagen“ werde.

 Es habe ein Wortgefecht gegeben, in dessen Folge sich beide schubsten. Welche Worte gefallen sind, daran konnte er sich nicht mehr erinnern. „Ich habe gesagt, ich gehe jetzt und bin dann zum Arzt, weil er mich an der Schläfe getroffen hat und ich Kopfschmerzen bekam“, erzählt der Geschädigte. Auch seien zwei weitere Mitarbeiter anwesend gewesen, die nichts gemacht hätten. Später fügte er auf Anfrage der Staatsanwaltschaft hinzu, dass diese ihn aufhalten wollten.

 „Mir war das alles zu viel. Ich war froh, rauszukommen“, sagte der 40-Jährige weiter. An den Inhalt der Whatsapp-Sprachnachricht, die er im Messenger von Facebook erhalten haben will, erinnert sich der Geschädigte. „Er hat mir gedroht, mich aufzuhängen und wegzuschaffen, mir Leute vorbeizuschicken“, sagte er. 

Weitere Zeugin soll für mehr Klarheit sorgen

Die Sprachnachrichten habe er allerdings gelöscht, als der Speicherplatz auf seinem Handy knapp wurde. „Das macht man ja auch so, dass man so unwichtige Sachen löscht“, stellte Richterin Ines Opitz fest. Ihr lag lediglich ein Aktenvermerk der Polizei vor, dass der Geschädigte diese Nachricht vorgespielt hatte. 

Allerdings war keine Quelle genannt. Auch angeforderte ärztliche Bescheinigungen lagen dem Gericht nicht vor. Die eine Praxis hatte geantwortet, dass der Geschädigte kein Patient sei, eine andere nicht reagiert. Entsprechend groß sind die Fragen, was am 18. Dezember 2019 beziehungsweise am 2. Januar 2020 wirklich passiert ist.

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