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Ärger im Klub

Gehen die "Klinik"-Leute schlampig mit dem neu sanierten Gebäude in Löbau Ost um? Ein Löbauer jedenfalls behauptete das. Nun hat sich der OB eingeschaltet.

Steve Hübel und Israr Chaudhry (rechts) gehören zum Team des Jugendclub Klinik Löbau.
Steve Hübel und Israr Chaudhry (rechts) gehören zum Team des Jugendclub Klinik Löbau. © Matthias Weber/photoweber.de

Wegen der Corona-Auflagen sind beim Klub Klinik in Löbau Ost derzeit noch die Schotten dicht. Veranstaltungen finden keine statt, wie Steve Hübel, Vorsitzender des Jugendvereins bestätigt. Umso verwunderter zeigt er sich, dass der Club mit dem Vorwurf eines angeblichen Müllproblems konfrontiert wurde. Schließlich kämen ja aktuell gar keine Gäste. Vielmehr hätten die Clubmitglieder die unfreiwillige Corona-Pause genutzt, um weitere Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Gewonnen werden konnte dafür auch „Bimmi“ - eine Künstlerin aus Leipzig, die mit individuellen Malereien in 30-stündiger Arbeit die Wände mit Zeichnungen gestaltete. Dadurch „hängen“ nun Turnschuhe an den Wänden, Hosenbeine „baumeln“ hinter dem Sofa und unter der Decke. Die Zeichnungen im 3-D-Effekt verschönern die Wände im Barraum. Die Klinik hat das Ergebnis mit Fotos festgehalten und auf ihrer Facebookseite veröffentlicht.

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Sticker kommen weg

Eine andere Wand dagegen muss tatsächlich extra gesäubert werden. In der Toilette hatten vor den Corona-Beschränkungen Besucher Aufkleber angebracht, die nicht jedermanns Geschmack trafen. „Etwa 40 bis 50 Aufkleber sind das“, sagt Steve Hübel. Die Aufkleber würden vor allem Motive von Bands und gegen Rechts zeigen. Ein Bürger habe die Aufkleber fotografiert und sich bei der Stadt beschwert. Im Stadtrat machte der Löbauer seinem Unmut darüber Luft. "Kontrolliert das die Stadt mal, was dort mit dem Gebäude passiert?", fragte der Mann. Zumindest habe der Stadtrat schon den Plan gehabt, das neue Vereins-Gebäude mal gemeinsam zu besichtigen, so Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos). Wegen Corona habe man das aber erst einmal verschoben. 

Dietmar Buchholz (parteilos) sah sich die Aufnahmen vom Inneren des Klubs an. "Da müssen wir unbedingt einschreiten", so der OB. Das Gebäude - die alte Kaufhalle in Löbau Ost - ist Eigentum der Stadt. "Der Verein hat einen Pachtvertrag", erklärt Buchholz. Und da müsse er das Eigentum der Stadt auch pfleglich behandeln. "Wir haben das mit Fördermitteln und eigenem Geld der Stadt saniert. Das waren immerhin fast 300.000 Euro, die da reingeflossen sind." Der OB drohte gar damit, ganz drastische Maßnahmen zu ergreifen und dem Klub womöglich zu kündigen, wenn er sich nicht an die Regeln hält. "Andere Vereine würden sich reißen um so ein Domizil", so der Oberbürgermeister aufgebracht.  

Klärendes Gespräch mit dem OB

So weit kommt es nicht. Die bunten Klebezettel an der Fliesenspiegel-Wand werden wieder entfernt, versichern die Klub-Leute. „Es gab ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister dazu“, sagt Steve Hübel. Das klärende Gespräch bestätigt auch die Stadtverwaltung auf Nachfrage der SZ. Für die Renovierungsarbeiten und das Einhalten von Ordnung und Sauberkeit ist nach Angaben des Vorsitzenden der Verein verantwortlich. Das habe bisher auch gut funktioniert, so Hübel. 

Nur während der Bauarbeiten für den Barraum habe es „etwas wüst“ ausgesehen – Baustelle eben. Die ist mittlerweile beräumt. Um Geld für weitere Innenbauarbeiten zu sammeln und den Verein zu unterstützen, hatten sich Klubmitglied Israr Chaudhry und seine Freundin „Bimmi“ etwas Besonderes ausgedacht: Die beiden veranstalteten ein privates „Wohnzimmer-Punx-Wunschkonzert“ und sendeten es als Live-Stream im Internet. Zuschauer vor den Bildschirmen konnten sich Plattentitel aussuchen und per Paypal Geld dafür spenden. So kam eine Spendensumme von rund 570 Euro für die Klinik zusammen. „Die fließt in die Vereinsarbeit“, sagt Israr Chauhdry.

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Der Klub war vor rund einem Jahr in die ehemalige Kaufhalle in Löbau Ost umgezogen, die zuvor leer stand. Bis dahin logierte der "Klub Klinik" im Zentrum am Theaterplatz. Da ein Investor mit diesem Areal jedoch Pläne hat und es zum Hotel umbauen möchte, musste der Verein raus. Die Stadt bot ihm die Räume in Löbau Ost an. 

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Der Jugendclub Klinik in Löbau.
Der Jugendclub Klinik in Löbau. © Matthias Weber/photoweber.de

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